Nima Nafeei ist in Stuttgart als ideenreicher Gastronom bekannt. Foto: LICHTGUT//Leif Piechowski
Mit Köstlichkeiten aus dem Orient lockt Nima Nafeei seit vier Jahren ins Noa an der Tübinger Straße. Weil das Restaurant so gut läuft, will er ein zweites im früheren Ritzi eröffnen. Doch das Baurechtsamt hält ihn noch zurück.
Die Region Levante, die zum Morgenland zählt, umfasst Syrien, Libanon, Jordanien, Israel und Palästina am östlichen Mittelmeer – Länder, die bei uns im Abendland seit einigen Jahren für einen kulinarischen Sonnenaufgang sorgen. Leichte Speisen aus dem Orient gelten als Food-Trend. Ein Tisch, viele kleine Mezze-Schüsseln – auf den Genuss mit frischen Zutaten und edlen Gewürzen setzt der vielseitig engagierte Wirt Nima Nafeei in seinem Restaurant Noa, das er vis-à-vis von der Disco Boa an der Tübinger Straße im Juli 2021 eröffnet hat.
Es läuft gut für das Restaurant, an dem die Gäste mit Klängen aus Bagdad und Gerüchen aus Marrakesch empfangen werden. Weshalb der Chef beschlossen hat, ein weiteres Standbein für die orientalische Küche zu schaffen. An der Tübinger Straße will er bleiben. Und künftig dazu noch in den Räumen des früheren Ritzi im Bürogebäude City-Gate unweit des Hauptbahnhofs ein weiteres Noa-Restaurant eröffnen.
Seit Mai steht das Restaurant im Erdgeschoss leer, an dem Spitzenkoch Ben Benasr mehrfach einen Michelin-Stern geholt hat. Das Richter’s befand sich hier, zuvor betrieb Romulo Kuranyi an diesem Ort das H’ugo’s, das für seine Trüffel-Pizza bekannt war. Der gebürtige Tunesier Benasr ist mittlerweile glücklich in Degerloch, wo er in der früheren Weinstube Klink ein kleines, feines Lokal eröffnet hat, in dem er sein eigener Chef ist. Im City-Gate war er nur angestellt – die Gesellschaft, die das Ritzi verantwortet hat, musste Insolvenz anmelden.
Typisch für die orientalische Küche sind kleine Mezze-Schüsseln. Foto: Lichtgut/Kovalenko
Noch ist unklar, wann es losgehen kann
Mit neuem Schwung will Nima Nafeei dafür sorgen, dass sich im früheren Ritzi an der viel befahrenen Friedrichstraße doch noch ein gastronomisches Projekt durchsetzt. Der Wirt ist davon überzeugt, dass ihm dies gelingen wird – so groß sei die Nachfrage nach orientalischer Kost. Schließlich wolle er nicht in Gourmetspitzen vorstoßen, wofür dieser Standort eher nicht geeignet sei, wie er findet.
Wann es endlich losgeht mit dem zweiten Noa? Nafeei weiß es nicht. Eigentlich wollte er schon vor Weihnachten loslegen, doch das, was viele Gastronomen in Stuttgart erleben, erlebte er nun auch: Das Baurechtsamt hat noch kein grünes Licht gegeben. Viel umbauen wolle er doch an seinem neuen Standbein gar nicht, sagt der Wirt, weshalb es doch nicht so lange dauern könnte – schließlich haben seine Vorgänger jahrelang mit dem Segen aus dem Rathaus hier Gastro betrieben. Nafeei muss Gäste, die sich auf den Neustart freuen, vorerst weiter hinhalten.