Gastro-Party im Keltenhof & Friends Wo die Gastro-Branche feiert

Gerhard Daumüller (rechts) und seine Frau Angela (links) feiern alle zwei Jahre die Keltenhof & Friends-Party. Hier sind etwa die Köche Tarik Rose (zweiter von rechts) und Dominik Wetzel (vierter von rechts) dabei. Foto: hbpictures.de

Champagner, Currywurst, Küchengeflüster: Beim Keltenhof-Treffen wurde gefachsimpelt, gefeiert – und gemunkelt, wer schon Besuch von Michelin-Testern hatte.

Freizeit & Unterhaltung: Anja Wasserbäch (nja)

Man kommt nicht mit dem Taxi zum Keltenhof. Man kommt mit dem Traktor. Ein ruckliger, lauter Shuttle bringt die Gäste über den Feldweg zum Hauptquartier des Keltenhofs. Der Gemüsespezialist auf den Fildern lädt bereits seit zwölf Jahren zu seiner Party „Keltenhof & Friends“.

 

Was alle der rund 700 Gäste eint: sie beschäftigen sich tagtäglich mit Lebensmitteln und Gastgeben. Und wenn die besten Partys in der Küche stattfinden, so sind Zelte um das Keltenhof-Gebäude aufgebaut und alles ist heute eine große Küche, in der es DJ-Musik und einen Saxophon-Spieler gibt. Es ist ein Klassentreffen der Branche am Rande der Gastronomie-Messe Intergastra, gekommen sind Winzer und Köche, Sommelièren und Serviceleute, Produzenten und Händler.

Am Eingang liegt kein roter Teppich, sondern da steht ein Getränkeautomat. Darin: Champagnerflaschen. So viel Luxus muss sein. 700 Gäste, 57 Partner, Manufakturen, Händler, Netzwerkfreunde. Die Branche feiert sich selbst.

Zwischen Big Green Egg, Pastrami-Duft und Schwarzwald-Miso-Ramen mit wildem Pak Choi mischen sich Fernsehköche, Produzenten, Gastgeberinnen, Sommeliers und Influencerinnen. Stuttgart trifft Schwarzwald, Stadtprominenz trifft Spitzenküche. Gastronomin Sonja Merz, TV-Koch Ralph Zacherl, Sternekoch Tristan Brandt, Bernd Bachofer aus Waiblingen, Köchin Clara Hunger ist ebenso da wie Gastronom Timo Hildebrand, Gastroinfluencer Kemal Üres und der Koch Heiko Antoniewicz. Es wird diskutiert, über Fermentation gefachsimpelt, während nebenan ein Wildkräutersalat mit karamellisierten Saaten über die Theke geht. Die Currywurst kommt vom Apfelschwein, dazu gibt es Tanzpilz und Brot. Einig ist man sich nicht, ob nun das fettige Pastrami New York Style im Potato Bun mit Kimchi auf Platz eins der Hitliste ist. Hoch im Kurs steht auch der gegrillte wilde Blumenkohl mit Mirabellen Jalapano und Beurre Blanc serivert mit Kokoseis.

Timo Hildebrand (links) ist auch dabei. Foto: hbpictures.de

Die Gastronomie ist oft auch Familiensache. Manchmal klappt es mit der Übergabe von der einen zur nächsten Generation, häufig jedoch geht es mehr als ruckelig zu.

Familie Krehl von Krehl’s Linde ist komplett erschienen. Vater Volker Krehl, der in Bad Cannstatt die Gerichte serviert, die man anderswo längst von der Karte gestrichen hat, schaut interessiert nach München, was Sohemann Valentin so macht. Der junge Koch ist derzeit Interims-Küchenchef im zweifach besternten Atelier im Bayerischen Hof.

Die Stimmung ist gut, keiner klagt über Gästeschwund. Hinter vorgehaltener Hand erzählt man sich, dass Michelin-Inspektoren in Stuttgart und Region unterwegs waren. Man tauscht sich aus, ob sie aufgefallen seien, unter welchen Namen reserviert wurde. Auch das kann die Branche liebenswert gut: feiern und tratschen.

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