Zwei Stuttgarter Traditionslokale sind geschlossen – aber nur vorübergehend: Im Literaturhaus gibt es einen Nachfolger fürs Vinum, auch gegenüber der Markthalle soll es wieder Gastronomie geben.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)

Im Internet ist das Vinum noch im Geschäft. Über einen Link auf der Webseite des Restaurants im Stuttgarter Literaturhaus kann man sich sogar weiterhin einen Tisch reservieren. Dabei hat das Lokal seit Anfang März geschlossen. So manche Gäste standen schon überrascht vor den leeren Räumen, berichtet Regine Stroner vom Literaturhausverein. Der Mietvertrag mit dem bisherigen Betreiber Franco Spanu ist ausgelaufen, und die Gelegenheit wurde für einen Pächterwechsel genutzt. Im Restaurant Arche gegenüber der Markthalle ist seit 31. März der Ofen aus. Eine Neueröffnung soll es auch dort geben.

Ein Pop-up-Laden sorgt im Literaturhaus für Leben

„Nach 20 Jahren muss renoviert werden“, erklärt Regine Stroner die aktuelle Pause. Baumängel am Boden müssten beseitigt werden, außerdem sei eine große Investition in die Küche notwendig, zählt die für Organisation und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Vereinsmitarbeiterin auf. Die leeren Räume werden derzeit teilweise mit einem Pop-up-Blumenladen und einem Gartencafé belebt: Die Gärtnerei Umbau und die Blumenhändlerin Miriam Köpf verkaufen dort Pflanzen am 21. und 26. April finden zwischen den Gewächsen Lesungen statt. Die Betreiber der Büchergilde, die Ende des Jahres den Buchladen im Literaturhaus übernommen hatten, sollten nicht monatelang ohne Nachbarn auskommen müssen.

Im Mai wird noch der Comicbuch-Preis an großen Tafeln auf der Terrasse präsentiert, „damit da ein bisschen Leben ist“, sagt Regine Stroner. Zum 1. Juli ist dann die Neueröffnung des Restaurants geplant. Der Name des Lokals steht schon fest, wer „Roberts“ betreiben wird, verrät die Vereinsmitarbeiterin aber nicht. Es soll sich um einen Gastronom aus dem Bosch-Areal handeln. Rund zwölf Jahre lang hatte Franco Spanu im Vinum das Sagen, er übernahm es im Jahr 2010 von den griechischen Wirten Fotis und Janis Tomiliotis.

Das gesamte Gebäude gegenüber der Markthalle wird saniert

Im Restaurant Arche ist Ende März eine Ära zu Ende gegangen: Ioannis Kostopoulos war dort mehr als 18 Jahre lang der Wirt, nun hat er sich in die Rente verabschiedet. „Es war ein gutes Lokal, immer gut besucht“, sagt der 64-Jährige. Das Gebäude in der Bärenstraße gegenüber der Markthalle soll nun saniert werden. Zum Restaurant gehörte auch ein Hotel, laut Webseite kostete ein Doppelzimmer 70 Euro und das Einzelzimmer nur 40 Euro, was den Renovierungsbedarf anschaulich macht. Später solle wieder Gastronomie einziehen, weiß der bisherige Betreiber vom Verpächter. Viele Stammgäste seien ins Restaurant Arche gekommen, aber wegen der Lage auch viele Touristen. Griechisch, italienisch und schwäbisch sei die Speisekarte deshalb gewesen, Steaks servierte Ioannis Kostopoulos außerdem. Sogar die Corona-Pandemie hat er gut überstanden, indem er aus dem Restaurant Arche vorübergehend einen Imbiss machte.

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