Franz Feckl hat der Sterne-Verleihung des Guide Michelin am Dienstagabend sicherlich mit Gelassenheit entgegengesehen, schließlich hat er die Auszeichnung für Spitzenköche seit 1987 inne und weiß, was er kann. Auch diesmal ist er für seine Kochkünste im Landhaus Feckl in Ehningen von den Restauranttestern wieder mit einem Stern versehen worden.
Manuela und Franz Feckl seien „wirklich beispielhafte Gastgeber“, heißt es in der Bewertung des Guide Michelin. Man spüre ihr Engagement, in der Küche ebenso wie im Service. Die Gerichte zeichneten sich durch hochwertige Produkte, ausgezeichnetes Handwerk und viel Gefühl aus. Eine Sache wird besonders hervorgehoben: „Fast schon ein Muss: die handgeschabten Spätzle!“ In der Königsklasse der schwäbischen Kochkunst so gelobt zu werden, das dürfte den gebürtiger Bayer Franz Feckl besonders freuen. Für ein Statement zum erneut errungenen Stern war der Spitzenkoch allerdings nicht zu haben, da sein Landhaus in der wohl verdienten Osterpause ist.
Auch in Waldenbuch leuchtet der Stern weiterhin hell am Gastrohimmel. Erik Metzger, der Küchenchef im Gasthof Krone, hat die Guide-Michelin-Auszeichnung nunmehr zum achten Mal erhalten. 2016 hatte er den Stern mit gerade einmal 23 Jahren zum ersten Mal verliehen bekommen und als Deutschlands jüngster Sternekoch bundesweit Aufmerksamkeit erhalten.
In der Bewertung des Guide Michelin heißt es: „Ein richtig sympathischer Gasthof, der wunderbar in die Region passt.“ Wenn Erik Metzger seine klassischen Speisen zubereite, entstünden angenehm reduzierte, harmonische Kombinationen ohne unnötige Spielerei. Das Ambiente wird als „gemütlich-historisch“ beschrieben.
Beeindruckt hat den Restauranttester offenbar auch, dass sich auf einer alten Tischplatte aus dem 18. Jahrhundert, die im Eingangsbereich steht, Schiller und Goethe verewigt haben. Lobend wird auch der Service erwähnt: „Gastgeber Matthias Gugeler ist gewissermaßen die gute Seele des Hauses und sorgt dafür, dass Sie kompetent und mit persönlicher Note umsorgt werden.“
Ein dritter Stern, den der Guide Michelin im vergangenen Jahr noch im Kreis Böblingen verliehen hatte, fehlt dieses Mal. David Höller, der 2022 noch als Küchenchef im Restaurant Nova des Römerhofs in Herrenberg-Gültstein ausgezeichnet worden war, hatte im Frühjahr des vergangenen Jahres überraschend gekündigt. Seither ist das Nova geschlossen. Es war mit nur 18 Tischen eine kleine Gourmet-Oase im gutbürgerlichen, familiengeführten Römerhof. Vier Jahre lang hatte David Höller dort gekocht und neben dem Stern weitere hochklassige Auszeichnungen erhalten wie drei Hauben des Gault&Millau und zwei F’s des Feinschmeckers. Auf seiner Homepage schreibt David Höller: „Ich freue mich auf meinen neuen Lebensabschnitt und werde Sie hoffentlich wieder sehr bald kulinarisch verwöhnen dürfen. Meinem Küchenstil, der Leidenschaft für hochwertiges Essen sowie meiner Heimat werde ich treu bleiben.“ Noch ist kein neues Projekt bekannt.
Kein Stern, aber trotzdem einen Besuch wert
Zwar mit keinem Stern ausgezeichnet, aber lobend erwähnt werden im Kreis Böblingen zwei weitere Restaurants. Zum einen das Reussenstein in Böblingen. Der Tester empfiehlt die „Mauldaschasubb“ und ist beeindruckt von der im Dialekt geschriebenen Karte sowie von der Glaswand zur Küche, die interessante Einblicke gewähre. Der Service des langjährigen Familienbetrieb wird als „wirklich freundlich“ hervorgehoben.
Ebenfalls empfohlen wird die Krone in Steinenbronn. „Hier trifft Moderne auf Tradition, das gilt fürs Ambiente ebenso wie für die Küche“, heißt es in der Bewertung. Besonders lecker seien die handgeschabten Spätzle. Erwähnt wird auch das Krönle, der legere Ableger für schnelle, leichte Gerichte.