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Unter Corona gelitten hat die kreative Unternehmerin und Künstlerin dennoch, 16 Monate Schließung, das ging auch bei ihr an die Substanz. Vor der Pandemie war sie mit ihren drei Standbeinen gut aufgestellt: „Der kleinen Termin“ als Wohnzimmer Restaurant, wo sie bei Familienfeiern und kleineren Veranstaltungen kreativ bewirtet. Die Scheune, in der im Sommer auch größere Feiern und Veranstaltungen stattfinden. Und schließlich „Der kleine Laden“, damals in der Hauptstraße, in dem sie neben allerhand Krimskrams auch Kaffee und Kuchen und einen Mittagstisch anbot. Während der Lockdowns war das so gut wie alles stillgelegt, und die Miete für den Laden ebenso wie der Lohn für die dort angestellte Person war nicht mehr zu stemmen.
Kulinarische Mitbringsel
Feuerbacher zog die Notbremse und verlegte ihr Geschäft in kleinere Räume in der Friedrich-Greiner-Straße. Dort gibt’s zwar keine Bewirtung mehr, aber freitags, samstags und nach Vereinbarung weiterhin „Gschenkle, Grüschtle, Deko- und Partyzubehör“. Ebenso sind kulinarische Mitbringsel zu haben, alles sorgfältig ausgewählt. „Mir ist wichtig, dass ich ausgefallene Sachen hab‘“, sagt Angelika Feuerbacher.
Überlebt hat sie mit ihrem Unternehmen, weil Aufgeben für sie nicht infrage kam. Und „weil ich einen sehr netten Mann habe: Er hat mir die Löcher gestopft“, sagt sie. Dafür dürfte ihm nicht nur seine Frau dankbar sein, sondern auch die Kunden und Gäste, die mit den ersten möglichen Veranstaltungen in der Scheune gleich wieder da waren. Sie freuten sich, beim „Filmriss“-Kino mal wieder einen Schmachtfetzen mit frischem Popcorn schauen zu können. Oder über die Frühstückstermine, bei denen die Etageren mit zahlreichen Leckereien bestückt sind.
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Jetzt hofft die Fränkin, die es der Liebe wegen auf den Schurwald verschlagen hat, dass die geplanten Termine im Herbst stattfinden können: Gabelfrühstücke sind dabei, Gourmetstammtische, Heinz-Erhardt- oder Karl-Valentin-Abende, weitere Kulturveranstaltungen und verschiedene private Feiern. Wenn es kalt wird, zieht sie von der Scheune ins kleinere, aber ebenso charmante Wohnzimmerrestaurant um und tischt dort für ihre Gäste auf.
Gemüse aus dem eigenen Garten
Vieles, was bei Angelika Feuerbacher im Kochtopf oder in der Salatschüssel landet, stammt aus ihrem eigenen Garten, der Rest ist lokal oder regional eingekauft, im Detail nachzulesen auf ihrer Website. „Essen und Kochen sind meine Leidenschaft, schon immer“, sagt die 57-Jährige, die damit ganz in der Tradition ihrer Oma und Mama steht – gekocht, gebacken, eingekocht wurde in der Familie seit jeher. Am liebsten nach fränkischen Rezepten, gern individuell interpretiert. So soll demnächst ein kleines, unkonventionelles Kochbüchlein erscheinen: Feuerbachers „Frängische Gmüsgschichtle“ würdigen die einzelnen Gemüse jeweils mit einem witzigen Bild, von der Autorin selbst gemalt, mit Geschichten und Rezepten. Das sei das Richtige „für alle, die schräge Sachen gernhaben“, meint sie, die nebenbei an einem vertonten Film vom gesammelten Gemüse arbeitet.
Für Überraschungen ist Feuerbacher immer gut, auch beim Kochen. Das wissen die Gäste, vor allem die beim Gourmetstammtisch mit fünf Gängen. „Da kann ich mich völlig austoben, das mach ich richtig gern“, sagt sie. Wer zu diesem Termin komme, sei für Experimente aufgeschlossen – dann kommt schon mal ein Kirschenmichel mit Blauschimmelkäse auf den Tisch.
Kirchenbänke und Omas Geschirr
Vielseitig
Angelika Feuerbacher kocht, backt und bastelt. Sie tischt für die Gäste im „kleinen Termin“ oder der Scheune ebenso auf wie sie das Catering für Privatfeiern macht oder das Mittagessen für die „Schurwaldspatzen“, die Kinder des Waldkindergartens, kocht. Die Hobby-Köchin und -Künstlerin bietet außerdem Koch-, Back- und Malkurse für Kleingruppen an. www.derkleinetermin.de
Schräge Dinge
Das Inventar von Wohnzimmerrestaurant und Scheune ist bunt zusammengewürfelt – unter anderem gehören alte Kirchenbänke, geschenktes Oma-Geschirr und allerhand „Edel-Trödel“ dazu. Im „Kleinen Laden“ warten ausgefallene Geschenkideen und Leckereien. Motto: „Wir haben alles, was Sie brauchen! Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht!“