Gastronomie in Esslingen In der Altstadt eröffnet ein veganes Café
Anfang Dezember eröffnet in der Esslinger Altstadt ein rein veganes Tagescafé. Die Betreiberin will aber nicht den Zeigefinger erheben.
Anfang Dezember eröffnet in der Esslinger Altstadt ein rein veganes Tagescafé. Die Betreiberin will aber nicht den Zeigefinger erheben.
Ein weiterer Meilenstein ist geschafft: Die Siebträger-Kaffeemaschine ist gekommen. Nach und nach wird’s im Café Moos. „Der Gastraum ist fast fertig“, sagt Valentina Knoll strahlend, während fleißige Hände Regale zusammenschrauben, Dinge von links nach rechts tragen und hinter der Theke werkeln. Die Eröffnung steht kurz bevor. Ab dem 2. Dezember will sie nach monatelanger Umbauzeit und viel Eigenleistung endlich ins Eröffnungswochenende für ihr kleines Café in der Esslinger Altstadt starten. „Das ist mein Baby“, sagt sie.
Die Kundschaft erwartet ein Tagescafé, in dem zwischen 9 und 17 Uhr rustikale Brote, Kuchen, Waffeln und Pancakes serviert werden, außerdem Mittagstisch-Gerichte wie wechselnde Tagessuppen oder Bowls mit vornehmlich saisonalen Zutaten. Das Besondere: Bei Moos wird alles rein vegan sein. Valentina Knoll und ihr Partner ernähren sich selbst seit 2,5 Jahren im Alltag vornehmlich mit pflanzlichen Lebensmitteln, ab und zu wird auch vegetarisch gesündigt. Das ist es auch, was die 26-Jährige mit Moos bezweckt: keine Gastronomie mit erhobenem Zeigefinger, sondern ein gemütliches Café, in dem die Kundschaft vielleicht sogar erst im Nachhinein bemerkt, dass die Mahlzeiten komplett vegan sind. Ihr gehe es vor allem um leichte, gesunde Kost und eine Alternative zum bisherigen Essensangebot in der Stadt.
Der Markt ist da. Die Zahl derer, die in der Küche zeitweise oder komplett auf tierische Produkte verzichten, steigt. 7,9 Millionen Deutsche ordnen sich selbst als Vegetarier ein, teilt das Portal Statista mit; fast eine halbe Million mehr als noch 2021. Die Zahler der Veganer ist demnach im gleichen Zeitraum um 170 000 auf 1,58 Millionen Personen gestiegen. In Esslingen tun sich jene, die Milchprodukte und Eier weglassen wollen, in Sachen Gastronomie bislang schwerer als etwa in Stuttgart. Valentina Knoll hat sich aber nicht nur deswegen für den Standort an der Straße Unterer Metzgerbach entschieden. „Esslingen ist für mich eine der schönsten Städte“, sagt die Altbacherin.
Für sie ist das „Moos“ die erste Gastronomie. Eigentlich stammt Valentina Knoll beruflich aus dem Bereich digitale Produktfotografie. „Ich habe im Studium nebenbei viel Gastro gemacht, in der Küche, im Service und hinter der Bar. Schon da hätte mir auffallen müssen: Mich zieht es mehr ins Soziale.“ Sie liebe es, die Gastgeberin zu sein, zu kochen und Menschen zu bewirten. Die Speisen bei Moos zubereiten wird Valentina Knoll zwar nicht selbst, aber „ich habe alle Rezepte entworfen“. Unterstützung beim Konzept habe sie zudem von einem veganen Koch erhalten. Der Name Moos symbolisiert für die junge Gründerin Vielfältigkeit, Frische und die Pflanzenwelt, „und meine Lieblingsfarbe ist Grün“. In einem dunklen Waldgrün ist denn auch das Interieur im Café gehalten. Viele Pflanzen hängen und stehen im Raum. Schon jetzt, noch während drinnen aufgebaut wird, kommen die Menschen von der Straße herein und gucken. Valentina Knoll freut sich über neugierige Passanten. „Wir haben alles bewusst offen gelassen“, sagt sie. Und für sie ist das Wichtigste: „Die Resonanz, die bisher kommt, ist super.“