Gastronomie in Fellbach Nicht nur die Faschingspartys werden vermisst

Sonja Schäfer vor dem Bistro Linde. Leider müssen alle Kostüme im Lager bleiben. Foto:  
Sonja Schäfer vor dem Bistro Linde. Leider müssen alle Kostüme im Lager bleiben. Foto:  

Faschingsfans würden ohne Corona hier jetzt fröhlich feiern: Klaus Schäfer führt mit seiner Frau Sonja das Bistro Linde, das auch Treffpunkt der KG Blau Weiss Stuttgart ist.

Rems-Murr: Eva Schäfer (esc)
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Fellbach - Derzeit schmerzt es noch mal ein Stück mehr für die Macher des Bistros Linde, dass die Pandemie durch alle Pläne einen Strich macht. Normalerweise würde die Familie Schäfer jetzt mit ihren Gästen Fasching feiern – auch dafür ist das Lokal in der Untertürkheimer Straße in Fellbach eine gefragte Adresse.

Schließlich ist dort im ersten Stock auch das Vereinsheim der Karnevalsgesellschaft Blau Weiss Stuttgart untergebracht. Nicht ohne Grund: Der Wirt des Bistros Linde war viele Jahre lang Präsident der Karnevalsgesellschaft und wurde 2019 zum Ehrenpräsidenten ernannt. Die KG Blau Weiss Stuttgart besteht seit 1955 und wurde aus einem Polizeisportverein gegründet. Auch die ganzen Familienmitglieder sind begeisterte Faschingsfans. Zwei der Kinder waren Prinzessinnen, das Enkelkind die erste Kinderprinzessin des Faschingsvereins, berichtet Sonja Schäfer.

Ohne Corona wäre das Bistro eine Faschingshochburg

Im Vereinsheim oben fand dann auch das Heringsessen statt. „Unten wie oben wurde Fasching gefeiert – am meisten natürlich vom Schmotzigen Donnerstag bis zum Aschermittwoch“, sagt Sonja Schäfer. Doch in diesem Jahr bleiben alle Kostüme und Kleider im Lager, das in einem separaten Raum im ersten Stock des Gebäudes untergebracht ist. Da hängen unter Folie geschützt an einer Stange reihenweise die blau-weißen Röckchen und Jacken der Fasnetfans. An der Seite lehnt ein großer Banner mit dem Wappen, in dem das Stuttgarter Rössle und der Fernsehturm prangen. Die Kampagne 2020/21 wäre die 66. gewesen. Doch es ist klar: Corona lässt die Faschingsfeiern ausfallen.

Das Bistro versteht sich als Treffpunkt aller Generationen

Klaus und Sonja Schäfer haben das Bistro Linde als Treffpunkt aufgebaut – und zwar für alle Generationen. „Unsere Gäste sind 20 bis 80 Jahre alt“, sagt Sonja Schäfer. Viele kommen regelmäßig ins Lokal. Es freue sie, dass viele von den Stammgästen ihnen auch in der derzeit schwierigen Zeit die Treue halten. Das Bistro Linde bietet im Lockdown Essen zum Mitnehmen an. Es gibt ein wöchentlich wechselndes Tagesessen, darüber hinaus ein Dauerangebot mit schwäbischen Klassikern wie geröstete Maultaschen, Käsespätzle mit Salat oder Fleischküchle mit Zwiebelsoße.

Klaus Schäfer ist der Macher des Bistros Linde

In der Küche unterstützt außerdem von der Familie Christian Hinterkopf, der die Küchenleitung in der Stuttgarter Jugendherberge innehat. Wenn jemand einen speziellen Wunsch habe, dann würde darauf auch eingegangen. So wollte neulich ein Stammgast zum Geburtstag Rostbraten mit Bratkartoffeln, erzählt Sonja Schäfer. Ihr Mann ist der Macher des Bistros Linde. Der handwerkliche Allrounder hat viel selbst renoviert und gestaltet. Auch die Sitzmöbel hat er selbst gemacht. In der kleinen Weinlaube, die als Nichtraucherzone fungiert, wurden Weintrauben und -blätter, die ehemals die Fellbacher Schwabenlandhalle schmückten, wieder als Deko zu neuem Leben erweckt.

Es sei eine „Familienkneipe“, beschreibt Sonja Schäfer das Lokal, das in Nicht-Coronazeiten ein Treffpunkt mit Livemusik, zum Kartenspielen oder Dartspielen ist. Doch jetzt weiß sie nicht mehr, wie es weitergehen soll. Sie hatten Plexiglas eingebaut, die Hygieneauflagen umgesetzt. Mit dem Abholdienst im Lockdown könne nicht annähernd der Umsatz von früher erzielt werden. Sie hätten aus dem Privatvermögen zugesteuert. Es werde eng – wie für viele Betriebe in der Gastronomie durch den langen Lockdown. Doch aufgeben sei keine Option. Dafür stecke zu viel Herzblut in dem Bistro. „Auch unsere Stammgäste rufen an und würden sich sehr freuen, wenn sie uns bald wieder sehen könnten“, sagt Sonja Schäfer.




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