Gastronomie in Herrenberg Im neuen Marktcafé gibt es Cocktails, Eis und Federball

Lena Zimmerer und Gregorio Fellachidis wollten sich die Chance nicht entgehen lassen, in Herrenberg direkt am Marktplatz ein Café zu eröffnen. Foto: /Stefanie Schlecht

Direkt am Marktplatz hat ein deutsch-italienisches Paar das Marktcafé neu eröffnet. Dort kommen nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder auf ihre Kosten.

Böblingen: Leonie Schüler (lem)

Es war ein glücklicher Zufall: Beim Renovieren blitzte durch einen Lichtspot an der Decke plötzlich ein weißes Blumenelement auf, erzählt Lena Zimmerer. Beim Hineinleuchten mit der Taschenlampe sei klar geworden, dass sich hinter der abgehangenen Decke eine alte Stuckdecke verbarg. „Die ist so wunderschön! Das macht das Ambiente hier drin aus“, sagt die 30-Jährige, die zusammen mit ihrem Mann, dem italienisch-griechischen Schwaben Gregorio Fellachidis, vor Kurzem das Marktcafé neu eröffnet hat. Den beiden ist wichtig, die Geschichte des viele hundert Jahre alten Handelshauses zu ehren und bei der Innenausstattung behutsam die Moderne mit der Historie zu verbinden. „Wir wollen das Denkmal ehren“, sagt Zimmerer und berichtet, dass bei jeder Führung durch die Herrenberger Altstadt ein Stopp vor ihrem Café eingelegt und erzählt wird, wie der Kaufmann Johann Jacob Khönle im 17. Jahrhundert dort mit Kaffee, Salz, orientalischen Gewürzen und Chinaporzellan handelte.

 

Die Stuckdecke des alten Handelshauses war ein Zufallsfund. /Stefanie Schlecht

Inzwischen dreht sich dort, am Marktplatz 6, alles um Kaffee und Kuchen, Eis und Cocktails. Dass Lena Zimmerer und Gregorio Fellachidis dort für Leckereien sorgen, ist dem Verpächter geschuldet. „Er hat die Küche und die Gastfreundschaft von meinem Mann geschätzt“, sagt Lena Zimmerer. Ein bisschen Wehmut klingt nach, wenn sie erzählt, dass ihr Mann jahrelang die beliebte italienische Pastaria Dolce Vita betrieben hat. „Aber es war so eine Chance, die Megalage hier am Marktplatz zu bekommen“, sagt sie. Das hätten sie sich nicht entgehen lassen wollen, zumal ihnen der Cafébetrieb mehr Zeit mit ihren zwei kleinen Kindern erlaube. „Unter der Woche öffnen wir um 14 Uhr, morgens ist unsere Familienzeit. Das ist Gold Wert“, sagt Zimmerer.

Da der Raum innen recht klein ist, soll sich das Cafégeschehen vor allem im Außenbereich abspielen mit Selbstbedienung am Fenster. „Unser Fokus ist das Sommergeschäft“, sagt Lena Zimmerer. Den Kuchen beziehen sie von der alteingesessenen Herrenberger Bäckerei Zander, immer freitags gibt es Zimtschnecken von der jungen Konditorin Lara Frenzel aus der ums Eck gelegenen Goldammer. Und bei sommerlichem Wetter dreht sich natürlich alles ums Eis, bei dem ausgefallenere Sorten wie Salbei-Karamell, Orange-Basilikum, Johannisbeere-Lavendel oder Rhabarber besonders beliebt sind. Besonders liebt Lena Zimmerer die Abendstunden, wenn die Gäste Spritz oder Cocktails trinken und die Abendsonne das Marktcafé bescheint. Als Mutter ist ihr wichtig, dass auch die kleinen Gäste auf ihre Kosten kommen, weshalb sie Federballschläger bereitgelegt hat, „damit ein bisschen Leben auf den Marktplatz kommt.“ Bei der Stadtverwaltung habe sie angefragt, ob sie den Kindern auch Straßenkreide hinlegen dürfe.

Für die kühleren Monate möchte sich das Wirtepaar noch ein Konzept überlegen. „Mal schauen, was uns in den Sinn kommt“, sagt Lena Zimmerer zuversichtlich und denkt zum Beispiel an Take-away. Vielleicht werde ihr Mann auch wieder kochen wollen: „Mal sehen, wie lange er es ohne Küche aushält.“

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