Der neue Pächter Lavdrim Kjazimi freut sich auf seine Gäste im Warmbronner Sportheim. Foto: Simon Granville
Lavdrim Kjazimi, Sindelfinger Mazedonier mit albanischen Wurzeln, eröffnet am 1. April als neuer Pächter das Warmbronner Sportheim. Darum heißt es jetzt „Das 1910“.
Nathalie Mainka
31.03.2026 - 18:00 Uhr
Mit viel Elan, jeder Menge Ideen und noch mehr Vorfreude auf seine künftigen Gäste übernimmt Lavdrim Kjazimi als Pächter das Warmbronner Sportheim in der Büsnauer Straße 87, das ab sofort „Das 1910 – Restaurant und Pizzeria“ heißen wird. Für die Eröffnung am Mittwoch, 1. April – und das ist kein Aprilscherz – hat er sich etwas Besonderes einfallen lassen: Ab 17 Uhr bietet der Gastronom kostenloses Büfett für alle an. Nur die Getränke muss jeder selbst zahlen. „Der Verein freut sich sehr auf die Familie Kjazimi und ist optimistisch, dass es richtig gut werden wird“, sagt Katharina Dickhoff, bei der Spvgg Warmbronn zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit.
In die neue Namenskreation – bis zuletzt war es noch die Waldgaststätte – hat der Verein das Gründungsjahr der Sportvereinigung aufgenommen. „Damit möchten wir wieder eine Verbindung zwischen Gastronomie und den Sportlerinnen und Sportlern schaffen“, sagt Dickhoff. Denn die sei zuletzt, unter anderem wegen unpassender Öffnungszeiten in den Abendstunden nach dem Training, etwas verloren gegangen.
Nun also ist der 29-jährige Lavdrim Kjazimi der neue Pächter und möchte der Gaststätte gleich neben dem Sportplatz wieder Leben einhauchen. Der gebürtige Mazedonier mit albanischen Wurzeln bringt nicht nur internationale Erfahrung mit, sondern auch Unternehmergeist und große Leidenschaft für die Gastronomie. Bereits in seiner Heimat führte er mit seinem Vater ein Restaurant. „Doch viele Menschen haben das Land verlassen, und auch wir haben dort keine berufliche Zukunft mehr gesehen.“
Lavdrim Kjazimi lernt schnell die deutsche Sprache
Im Jahr 2018 kam der junge Mann mit seiner Familie nach Deutschland, ein Onkel in Sindelfingen war die erste Anlaufstation. Dort konnte er erst einmal bleiben. Lavdrim Kjazimi, der in Mazedonien eine betriebswirtschaftliche Schule besucht hatte, lernte rasch die deutsche Sprache „ganz ohne Sprachkurs“ und baute sich mit dem jüngeren Bruder ein Plakatierungsunternehmen auf. „Ich habe mich vor allem im Hintergrund um die bürokratischen Dinge und um die Rechnungen gekümmert, da musste ich auch schnell Deutsch lernen, und ich lerne jeden Tag dazu.“ Seinem Bruder wird er weiterhin zur Seite stehen.
Lavdrim Kazimi mit Spvgg-Vorstandsmitglied Katharina Dickhoff. Foto: Simon Granville
In der Zwischenzeit hat Lavdrim Kjazimi eine eigene Familie gegründet und ist in ein eigenes Heim in Sindelfingen gezogen. Die Zwillinge sind zwei Jahre alt. Und wie es der Zufall so will, war er in der Vergangenheit mit der Familie schon einige Male im Warmbronner Vereinsheim zu Gast. „Mich hat dieser Ort am Waldrand auf Anhieb begeistert.“ Und als er von dem geplanten Pächterwechsel hörte, zögerte er nicht lange, sich bei der Spvgg zu bewerben. „Die ganze Familie hat davon geträumt, wieder ein Restaurant zu führen.“ Dass er es ernst meint, zeigte Kjazimi schon im ersten Gespräch mit den Verantwortlichen des örtlichen Vereins, die er mit einem ausgearbeiteten Businessplan überzeugen konnte. „Wir haben gemerkt, dass er richtig Bock drauf hat“, sagt Katharina Dickhoff.
Die Unterstützung der Familie ist ihm sicher
Die Köchin, die in den vergangenen Jahre in der Waldgaststätte Arbeit geleistet hat, nahm Kjazimi mit in sein Team auf, zudem stellte er einen weiteren Koch ein. „Denn mit einem allein ist das ganze nicht zu stemmen.“ Hinzu kommt Servicepersonal. „Für diesen Bereich habe ich auch viele Anfragen bekommen“, freut sich der Wirt. Zudem kann er sich der Unterstützung seiner gesamten Familie sicher sein. Schließlich haben die Eltern Gastronomieerfahrung.
Das kulinarische Angebot bleibt vorwiegend, wie es war. Klassisch Italienisches wie Pizza oder Nudeln, verschiedene Vorspeisen, Salate, Fleischgerichte und auch Fisch werden auf der Karte stehen, die gerade noch überarbeitet wird. Denn Lavdrim Kjazimi möchte auch für Vegetarier ein Angebot schaffen. Zudem sind saisonale Gerichte wie Spargel oder auch diverse Aktionen geplant. Wie seine Vorgänger wird der neue Pächter auch einen Mittagstisch anbieten. Immer von 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr – außer montags, da ist Ruhetag. Von Dienstag bis Sonntag ist „Das 1910“ abends von 17.30 Uhr bis 23 Uhr geöffnet.
Schon jetzt Anfragen für Veranstaltungen
Im Gastraum hat Lavdrim Kjazimi Platz für 120 Gäste, ein Stockwerk darüber ist ein separater Raum für Veranstaltungen. Schon vor der offiziellen Wiedereröffnung des Restaurants hat er Anfragen für diverse Veranstaltungen wie Geburtstage oder Familienfeste. Und auch der Verein selbst wird mit Sicherheit das eine oder andere Fest beim neuen Wirt feiern. Jetzt freut sich Lavdrim auf die Eröffnung. Geputzt und vorbereitet ist alles, er ist bereit.