Man sieht sich immer zweimal im Leben, besagt ein Sprichwort. Auch auf die Brüder Daniele „Nello“ und Alessandro Arianiello trifft das zu. Gastronomiefans kennen sie aus dem La Commedia in Stetten. Das Lokal des dortigen Tennisclubs hatten die Eltern der Brüder bis Ende 2020 erfolgreich geführt – 19 Jahre lang. Daniele Arianiello (46) schmiss die Küche, sein 30-jähriger Bruder half aus und arbeitete zudem als Barchef in einem Hotel in der Stadt. Und nun stehen die beiden kurz vor der Eröffnung ihres eigenen Restaurants in Leinfelden-Echterdingen. Noch in diesem Monat soll das „Cuore Matto“ aufmachen, zu Deutsch „Verrücktes Herz“. Das Lokal ist wie die Gastronomen nicht unbekannt. Es handelt sich um das ehemalige Bahnhöfle in Oberaichen.
Mit der baldigen Eröffnung nimmt eine schier unendliche Geschichte ein Ende. Das traditionsreiche Gasthaus samt Biergarten steht seit Jahren leer. Der letzte Pächter, der dem Haus den Namen Maestral gegeben und es zu einem Hotel samt Restaurant entwickelt hatte, musste 2019 aus gesundheitlichen Gründen schließen. Mehrmals hieß es dann, eine Lösung für das Gebäude, das die Stadt 2020 gekauft hat, bahne sich an.
Ende 2022 wurde die Suche nach einem neuen Gastronomen intensiviert, die Gaststätte unmittelbar am S-Bahnhof wurde – erfolgreich – zur Neuverpachtung ausgeschrieben. Dennoch wurde das Projekt zurückgeworfen. „Leider haben die alte Bausubstanz und der Zustand von Elektroleitungen und Abwasserleitungen zu umfangreichen unvorhergesehenen Zusatzarbeiten geführt. Bekanntermaßen sind für Sanierungsarbeiten an älterer Gebäudesubstanz Handwerker schwerlich aufzutun“, hieß es im Sommer aus dem Rathaus.
Noch ist das Lokal eine Baustelle
Staub bedeckt die Bar, der Boden ist herausgerissen, allerlei Kartons, Werkzeug und Baumaterial stehen in den drei Gasträumen herum. Wo schon bald die Kundschaft speisen soll, ist jetzt noch eine große Baustelle. Das Cuore Matto will am 29. November öffnen – so der Plan. Zu tun gibt es bis dahin jedoch noch jede Menge. Der Zeitplan ist eng, wie die Brüder betonen. „Es darf nichts mehr holpern“, sagt Alessandro Arianiello. Das Gebäude gehört zwar der Stadt, doch auch die beiden Pächter haben einen großen finanziellen Anteil am Umbau, wie sie betonen. Zum Konzept haben sich die Italoschwaben, wie sie sich selbst nennen, schon viel überlegt. Mediterrane Küche soll es geben, „weil es unser Steckenpferd ist“, sagt Daniele Arianiello. Die Idee: Die Leute sollen zusammenkommen, essen und die typisch italienische Geselligkeit genießen. Wie daheim bei den Arianiellos. „Wenn wir zu Oma oder Mama gegangen sind, wurde alles in die Mitte des Tischs gestellt, damit sich jeder nehmen kann. So beginnt der Tisch zu leben“, erklärt Alessandro Arianiello. Sein Bruder fügt hinzu: „Es ist alles so schnelllebig geworden.“ Im Cuore Matto wolle man die italienische Lebensart zelebrieren – mit vielen Vorspeisen, Weinen und, so sagen die beiden, authentischen Gerichten. „Die Gäste müssen nachvollziehen können, welche Produkte wir verwenden und wie die Preise zustandekommen“, sagt er. Pizza soll es im Cuore Matto nicht geben. Die hätten bereits andere Wirte im Umkreis im Angebot.
Das Konzept: Wie daheim bei den Arianiellos
Starten will das Duo in seinem neuen Lokal zunächst mit zurückhaltenden Öffnungszeiten: mittwochs bis samstags am Abend und sonntags am Mittag. So wollen die Brüder auch dem Personal entgegenkommen. Im Sommer, wenn die Biergartensaison beginnt, sollen die Zeiten dann ausgedehnt werden.