Gastronomie in Stuttgart-Kaltental Der Schwanen eröffnet Anfang November

Im Frühling ist im Schwanen über die Gründung des Vereins „Der Schwanen verbindet“ abgestimmt worden. Foto: Tschovikov

Ein Verein will künftig das lange geschlossene Traditionslokal Schwanen in Kaltental betreiben. Die Eröffnung ist für den 2. November geplant. Außer Speisen und Getränken soll es dort fortan auch kulturelle Veranstaltungen geben.

Jürgen Heimbach, wohnhaft in Kaltental und Sportfunktionär von Beruf, hat seinen Wohnort betreffend eine klare Vorstellung: „Kaltental sollte nicht zur Diaspora werden – mit Blick auf Kultur und Dorf- oder Stadtleben.“ Also traf es sich gut, dass sich Mitglieder seiner einstigen Firmgruppe von 1981 nach mehr als vier Jahrzehnten wieder begegnet sind, als das Traditionslokal Schwanen nach der Coronazeit krankheitsbedingt nicht wieder öffnen konnte. Der Schwanen blieb zu, aber Heimbach und seine Mitstreiter hatten einen Plan. Ein Verein sollte fortan das Gasthaus betreiben, von dem er zwei Minuten entfernt wohnt. Der Plan führte im Mai dieses Jahres zur Gründung des Vereins „Der Schwanen verbindet“. Einige der mittlerweile 57 Mitglieder waren einst in Heimbachs Firmgruppe. Er selbst ist Mitglied des vierköpfigen Vorstandes.

 

„Das Ziel war und ist, ein kulturelles Angebot zu machen“, sagt Heimbach. Livemusik soll es im wiederbelebten Schwanen geben, Lesungen, Weihnachtsbasteln und Nähkurse. Ein Angebot „für Kaltental in Kaltental“ wolle der Schwanen bereitstellen, und der Gaststättenbetrieb per Verein ermögliche dies. „Wir wollten, dass das Projekt mitten in Kaltental ist, und dass die Kaltentaler die Möglichkeit haben, verantwortlich teilzunehmen.“ Wobei es schon sein kann, dass jemand von außerhalb auf den sogenannten „evangelischen Berg“ des von der Böblinger Straße geteilten Stadtteils fährt, wenn etwa der Jazzgitarrist Frank Kuruc mit seiner Band im Schwanen auftritt, oder wenn dort Theres Essmann aus ihrem Buch „Dünnes Eis“ liest.

„Im unteren Mittelfeld des Preisgefüges“

Dies und einiges mehr ist irgendwann nach der Eröffnung am 2. November geplant. „Mindestens zweimal im Monat, eher öfter“ sollen laut Heimbach Veranstaltungen im Schwanen stattfinden. Vorher soll es zwei Wochen lang Probebetrieb mit einem Kaltentaler Profikoch und Vereinsmitgliedern als Kellnerinnen und Kellner geben. Das Speiseangebot werde „eher traditionell“ ausgerichtet sein, sagt Jürgen Heimbach. Dienstags bis freitags von 17 bis 22 Uhr sowie sonntags von 11 bis 15 Uhr soll es unter anderem Schnitzel mit Pommes und Zwiebelrostbraten geben, aber auch vegane Gerichte. „Im unteren Mittelfeld des Preisgefüges“ werde die Speisekarte angesiedelt sein, so stellt Heimbach in Aussicht. Donnerstags ist ein Mittagstisch geplant. In den letzten Monaten habe man die Gaststätte renoviert, ihre Anmutung sei jedoch „immer noch traditionell, sodass alles zusammenpasst“.

Zuletzt hatten Anna Apostolidou und ihr Sohn Babi im Gastraum mit dem historischen Kachelofen Hungrige mit Höhepunkten der griechischen und der schwäbischen Küche bewirtet. Für Herbst 2021 war die Wiedereröffnung geplant, doch die Gesundheit der Mutter spielte nicht mit, und der Schwanen blieb in Ermangelung eines neuen Pächters geschlossen. Dann fanden Jürgen Heimbach und seine Gruppe ehemaliger Firmlinge, dass Belebung in dem Stadtteil nottue, wo sonst nur noch im Vereinsheim Im Kohlhau vom VfL Kaltental öffentlich bewirtet wird. Stefan Gekeler, gemeinsam mit seinem Bruder Matthias Besitzer des Schwanen, teilt die Vorfreude des Vereinsvorstandes: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass Kaltental wieder eine lebendige Gaststätte bekommt. Wir sind beeindruckt vom Engagement und der Zielstrebigkeit der Vereinsmitglieder und geben die Gaststätte mit Überzeugung in deren Hände.“ Mit einer Mischung aus Know-how und Engagement werde das Vereinsprojekt Schwanen gelingen, so ist Jürgen Heimbach überzeugt.

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