Gastronomie in Stuttgart „Rustikaler, aber nicht angestaubt“ – aus Lautenschlager wird Kesselwirt

Harald Huber freute sich vor fünf Jahren über die Eröffnung des Wirtshaus Lautenschlager, jetzt gestaltet der Geschäftsführer das Lokal um. Einen Stehausschank wird es auch bald geben. Foto: Archiv/LICHTGUT/Leif Piechowski

Das Wirtshaus Lautenschlager erhält einen neuen Namen und ein neues Konzept. Dazu gehört auch ein Stehausschank. Anfang März ist es schon so weit.

Böblingen: Kathrin Haasis (kat)

Das Wirtshaus Lautenschlager in Stuttgarts Innenstadt erhält ein Makeover: Fünf Jahre nach der Eröffnung setzt Harald Huber ein neues Konzept um. „Wir stellen das Thema Wirtshaus deutlicher in den Vordergrund“, sagt der Geschäftsführer und Mehrheitseigentümer des Lokals an der gleichnamigen Straße gegenüber vom Palast der Republik. Aus dem Lautenschlager wird spätestens am 5. März das Wirtshaus zum Kesselwirt. Es orientiere sich „ bewusst an der Tradition klassischer bayerischer Wirtshäuser“, erklärt er. Noch bis Sonntag, 15. Februar, hat das Lautenschlager geöffnet. Mit dem neuen Namen, einem neuen Aussehen und günstigen Preisen erhofft sich der Gastronom, „mehr Zuspruch in der Lage zu gewinnen“.

 

Bayerische Klassiker und schwäbische Spezialitäten sowie regionale Gerichte aus dem süddeutschen Raum wird es im Wirtshaus zum Kesselwirt geben. Laut der Mitteilung ist alles „frisch gekocht, ohne Schnickschnack“. Im Mittelpunkt stünden Qualität und Handwerk sowie „ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das den regelmäßigen Besuch genauso möglich macht wie den spontanen Abstecher nach Feierabend“. Aktuell liegen die Preise im Lautenschlager zwischen 13,40 für Krautschupfnudeln und 31 Euro für den Zwiebelrostbraten. Die Speisekarte deckt eine breite Palette von veganen oder klassischen Burgern über Flammkuchen bis hin zur Schweinshaxe mit Kartoffelknödel und Schwarzbiersoße ab.

Das Wirtshaus Lautenschlager befindet sich im ehemaligen Industriehof. Die Terrasse im ersten Stock war zuvor nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Foto: Michael Weier

„Der Kesselwirt soll ein Wirtshaus sein, wie man es kennt und heute wieder sucht“, sagt Harald Huber, der aus dem bayerischen Traunstein vor fast 30 Jahren nach Stuttgart kam. Im Eingangsbereich wird ein Stehausschank – „angelehnt an große bayerische Vorbilder“ – eingerichtet. Es ist der zweite in Stuttgart, nachdem die Brauerei Dinkelacker erst kürzlich eine Kneipe dieser Art in der Calwer Straße eröffnete hat. Auch im Kesselwirt wird weiterhin Dinkelacker ausgeschenkt, im Stehausschank Helles vom Fass, ebenfalls „zu einem fairen Preis“.

Der Gastronom ist der Meinung, dass er „mit einem traditionellen Wirtshaus mehr den Zahn der Zeit“ trifft als mit dem Lautenschlager. Die neue Einrichtung werde rustikaler, „aber nicht angestaubt“ mit viel Holz, dunklen Grüntönen und klassischen Wirtshausdetails. Die Atmosphäre solle „offen, bodenständig und zeitlos gemütlich“ werden und die Gäste zusammenbringen. Das Lautenschlager verfügt über 280 Sitzplätze auf zwei Etagen sowie über 260 Terrassenplätze. Das Lautenschlager im ehemaligen Industriehof galt 2021 noch als „die Neueröffnung des Jahres“, die sich wegen Corona allerdings monatelang verzögerte. Als es endlich so weit war, wurden 200 Liter Freibier ausgeschenkt.

Mehr bayerische Wirtshäuser für Stuttgart

Auf bayerische Ess- und Trinkkultur setzte zuletzt auch Oliver Kupresakovic, der aus dem früheren Felix im Bosch Areal das Brauhaus Eins machte. Das in unmittelbarer Nähe zur Lautenschlagerstraße gelegene Brauhaus Schönbuch kann dieses Jahr immerhin 15-jähriges Bestehen feiern, Carls Brauhaus am Schlossplatz folgte drei Jahre später . Dessen Inhaber Osman Madan ist auch am Wirtshaus Lautenschlager beteiligt.

Weitere Themen

Weitere Artikel zu Stuttgart Umbau Eröffnung