Mit seinem Food Truck ist Suresh Taneja seit langem erfolgreich. Nun hat er sich mit dem Restaurant „Shagun’s Kitchen“ in Scharnhausen einen Traum erfüllt.
Die Faszination indischer Gewürze lässt den Küchenchef Suresh Taneja nicht los. „Es ist eine Kunst, herauszufinden, was zusammenpasst“, sagt der Gastronom. Jedes Gericht ist für ihn eine kleine Komposition. Im September hat er in der Ruiter Straße 20 in Scharnhausen sein eigenes Restaurant eröffnet. Da ging für den 57-jährigen Familienvater ein Traum in Erfüllung. „Shagun’s Kitchen“ heißt das Lokal, das die Familie Taneja stilvoll mit geschmackvoller indischer Dekoration eingerichtet hat.
„Wir haben unserem Papa gesagt, dass es nicht zu voll werden darf“, sagt Shagun Taneja. Die 21-Jährige absolviert ein duales Studium in Wirtschaftspsychologie. Dass das Restaurant ihres Vaters ihren Namen trägt, macht die junge Frau glücklich. Shagun bedeutet auf Sanskrit und Hindi „glückverheißend“, „gutes Omen“ oder „Segen“. Es ist ein Begriff für eine positive Gabe oder ein Zeichen. „Ein schönes Geschenk“, bringt Suresh Taneja die Bedeutung auf einen einfachen Nenner.
Food Truck und Party-Service als zweites Standbein
Ein Geschenk ist das eigene Restaurant auch für ihren Vater. Der gelernte Koch hat sein Handwerk in Indien gelernt. Als er nach Deutschland kam, ließ er sich in schwäbischer Küche weiterbilden. Jahrelang war er in großen Unternehmen Kantinen-Betriebsleiter. „Da muss man organisieren und kalkulieren können.“ Was ist sein liebstes schwäbisches Gericht? „Maultaschen“, sagt der Koch, ohne zu zögern. Doch die indische Küche blieb nach der Weiterbildung seine Leidenschaft.
Nebenbei hat sich der Koch aus Leidenschaft mit einem Food Truck und Party-Service ein zweites Standbein aufgebaut. Auf dem Wochenmarkt im Scharnhauser Park und beim Open-Air-Kino auf der Esslinger Burg und in Ludwigsburg serviert die Familie indische Gerichte. „Das kommt gut an“, sagt Suresh Taneja. Nach einiger Zeit hat er sich einen Food Truck angeschafft. „Da ist die Küche bestens ausgestattet“, schwärmt der Gastronom. Beim Burg-Kino dürfen Fahrzeuge nicht aufs Gelände. Da arbeitet die Familie im Zelt. Die Filmevents im Sommer überschneiden sich jeweils um einige Tage. Dann arbeitet der Vater mit Tochter Shagun in Esslingen; Mutter Surekha übernimmt mit den jüngeren Kindern Sachi und Sakei den Food Truck in Ludwigsburg. Tage vor den Events hakt der Koch nach, wie der Vorverkauf läuft. „Dann plane ich dementsprechend.“ Bei ihm müsse alles frisch sein.
Das gilt auch für sein Restaurant. „Wenn etwas übrig bleibt, isst die Familie das zusammen“, sagt der Küchenchef und lacht. Verschwendet wird bei ihm nichts. Die stilvolle Einrichtung hat er mit seiner Frau Surekha und mit den Kindern ausgesucht. Die Wände sind in warmen Erdfarben gestrichen. An der Wand hängen Gemälde vom Taj Mahal und von der Chai-Produktion. Ein Relief des Elefantengottes Ganesha erinnert an die hinduistische Tradition. Shagun Taneja will den Gästen das Gefühl vermitteln,“ als reisten sie für einige Stunden nach Indien.“
Was steht bei „Shagun’s Kitchen“ auf der Karte?
Das gilt auch für die Gerichte, die Suresh Taneja auf der überschaubaren Speisekarte anbietet. Nach dem Vorspeisen stehen die vegetarischen Gerichte, die in der indischen Küche besonders beliebt sind. Ein Klassiker wie Palak Paneer, der indischen Käse mit Spinat, ist ebenso im Menü zu finden wie das Linsengericht Dal Makhani mit cremiger Buttersoße und Sahne. Kircherbsen und Linsen sind die Basis der veganen Gerichte, die in Shagun’s Kitchen serviert werden. Hähnchen ist ebenfalls in verschiedenen indischen Variationen auf der Karte zu finden: Chicken Tikka Masala ist in Joghurt mariniert; Butter Chicken wird mit einer gehaltvollen Soße und mit Cashewkernen zubereitet.
Wie gelingt es dem Gastronomen, den besonderen Geschmack der indischen Küche einzufangen? „Die Kunst liegt darin, den Geschmack der Zutaten eines bestimmten Gerichtes durch die raffinierte Mischung aus einer Vielfalt von Gewürzen zu bereichern“, schreibt Suresh Taneja auf seiner Homepage. Für ihn muss die indische Küche vor allem „authetisch“ sein. „Wenn die Leute in Indien im Urlaub waren und die Küche dort kennen, sollen sie hier dasselbe Geschmackserlebnis haben“, sagt der 57-Jährige, der auch Yoga lehrt. Deshalb dürfe es auch mal scharf sein.
Dass sein Restaurant schon in den ersten Monaten gut läuft, freut den Familienvater. „Viele kennen uns vom Wochenmarkt oder von den Festivals.“ Seine drei Kinder sind in Ostfildern aufgewachsen. „Wir sind hier verwurzelt, sind mit unseren Nachbarn in gutem Kontakt“, sagt Taneja. Dennoch besucht er seine Familie in Indien regelmäßig. „Ein Stück der Kultur meines Heimatlandes auf die Fildern zu bringen“, das sei für ihn „ein Lebenstraum“.
Kardamom, Kreuzkümmel und mehr
Die wichtigsten Gewürze
Was sind die sieben wichtigsten indischen Gewürze? Wer die indische Küche zu Hause ausprobieren möchte, braucht sieben Gewürze. Mit Chilipulver, Nelken, Kreuzkümmelsamen, Zimtstange, gemahlener Koriander, Kurkumapulver und Kardamom lässt sich der charakteristische Geschmack erzeugen.
Öffnungszeiten
„Shagun’s Kitchen“ in der Ruiter Straße 20 in Ostfildern-Scharnhausen hat dienstags bis sonntags von 17.30 bis 22 Uhr geöffnet. DieGerichte gibt es auch zum Abholen. Weitere Informationen unter Telefon 01 76/ 51 50 05 79 oder info@shaguns-kitchen.de.