Muss man sich mit Sonnencreme einreiben, wenn die Haut schon braun ist? Das raten Behörden.
Durch UV-B-Strahlung bildet die Haut neuen Farbstoff (Melanin), während UV-A-Strahlung vorhandenes Melanin nachdunkeln lässt. Das Melanin legt sich schützend über die Zellkerne, um weitere DNA-Schäden zu verringern. Dadurch wirkt die Haut brauner. Bei stärkerer UV-Belastung kann sich zusätzlich die Hornschicht verdicken, dann spricht man von einer Lichtschwiele. So viel zum Schutzmechanismus der Haut. Aber reicht dieser aus, um Hautkrebs abzuwehren?
Muss man sich trotz Bräune eincremen?
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) teilt auf seiner Webseite mit, dass die Hautbräunung keinen Schutz vor Erbgutschäden durch die UV-Strahlung der Sonne bietet. Trotz gebräunter Haut bestehe das Risiko von Hautkrebs weiter. Ähnlich formuliert es auch die englische Gesundheitsbehörde NHS: „Es gibt keine sichere oder gesunde Art, sich zu bräunen. Eine Bräune schützt Ihre Haut nicht vor den schädlichen Auswirkungen der Sonne.“
Lesetipp: Muss man im Sommer Vitamin D supplementieren?
Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ergänzt, dass die Bräunung der Haut zwar ein Selbstschutzmechanismus sei, dieser aber lediglich einem Lichtschutzfaktor von etwa zwei entspreche. Dies reiche nicht aus, um die Haut effektiv zu schützen. Tatsächlich zeige die Bräune an, dass die Haut bereits einer zu intensiven UV-Strahlung ausgesetzt war und Schaden genommen hat.
UV-Strahlung schädigt das Erbgut in den Zellen der obersten Hautschicht. Da sich diese Schäden im Laufe des Lebens summieren, kann es passieren, dass die Zellen die Fehler irgendwann nicht mehr reparieren können. In der Folge kann Hautkrebs entstehen. Um sich effektiv zu schützen, sollte man sich nicht auf die Bräune der Haut verlassen, sondern die Mittagssonne meiden, sich im Schatten aufhalten, schützende Kleidung tragen und unbedeckte Hautstellen gründlich mit Sonnencreme eincremen.