Die Stadt Renningen erhöht die Trinkwassergebühren rückwirkend zum Jahresanfang. Was steckt dahinter? Und was wird mit den höheren Einnahmen gemacht?

Die Bewohner von Renningen und Malmsheim müssen überraschend tiefer in die Tasche greifen: Der Gemeinderat hat rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres eine Erhöhung der Trinkwassergebühren beschlossen. Denn in den vergangenen Jahren hat die Stadt bei den Wassergebühren ein Minus eingefahren.

 

Zum einen steigen die Grundgebühren für Wasserzähler, die nach Durchflussmenge gestaffelt sind, im Schnitt um acht Prozent. Die gängigste Größe kostet nun 73,44 Euro netto statt 68,04 Euro im Jahr. Der Preis je verbrauchten Kubikmeters Wasser, also 1000 Liter, erhöht sich um 15 Prozent auf 2,19 Euro netto.

Wie viel teurer wird das Wasser für eine Familie?

Eine vierköpfige Familie, die nach Zahlen des Statistischen Landesamtes im Schnitt etwa 182,5 Kubikmeter Wasser im Jahr verbraucht, muss demnach für das kommende Jahr 479,12 Euro netto bezahlen – und für das laufende Jahr mit einer Nachzahlung über 64,33 Euro rechnen.

Die Stadtverwaltung Renningen begründet die Gebührenerhöhung damit, dass die Wasserversorgung in den vergangenen Jahren ein Minus eingefahren hat. Zuletzt wurde 2021 ein Überschuss von 61 619 Euro erwirtschaftet. Im Jahr 2022 gab es dann schon ein Minus von mehr als 66 000 Euro. Für die beiden Folgejahre liegt noch kein Abschluss vor, doch zeichnet sich laut der Verwaltung auch hier ein negatives Ergebnis ab.

Auf der Suche nach einer Trinkwasserquelle

Zurzeit investiert der Zweckverband Renninger Wasserversorgung, zu dem auch die Stadt Rutesheim gehört, an mehreren Stellen. So wird seit Ende Juni im Gewann Mittelwädle, unweit des CVJM-Heims, ein neuer Hochbehälter errichtet. Nach dem Abriss des alten Wasserbehälters erfolgte im September der Spatenstich für den neuen Hochbehälter. Dieser soll mit 2000 Kubikmetern Wasser etwa fünf Mal so viel fassen wie bisher. Das 1,5 Millionen Euro teure Projekt soll bis Sommer 2026 fertig sein.

Zudem begannen Ende September im Bereich Mühlberg/Galgenberg südlich von Malmsheim und westlich von Renningen Probebohrungen für einen neuen Brunnen. Gebohrt wird bis in 100 Meter Tiefe, um das Grundwasservorkommen zu erkunden.

Im Moment versorgt der Zweckverband etwa 30 000 Einwohner mit Trinkwasser. 60 Prozent davon werden über die Bodenseewasserversorgung bezogen. Die Menge könne aber nicht erhöht werden, heißt es. Der Rest stammt aus eigenen Brunnen.

Da aber Wasserverbrauch von Bevölkerung und Wirtschaft ansteigen, gleichzeitig aber Trockenperioden zunähmen, wollen Renningen und Rutesheim mit einem neuen Brunnen die eigenen Wasserressourcen ausbauen.