Geburt im Corona-Jahr „Ich vermisse das Babyschwimmen“

Die Mutter Janika Fronius strahlt am 1. Januar 2020: nur wenige Stunden zuvor war Magdalena geboren worden: Vater Benjamin Fronius durfte wegen eines Infekts leider nicht dabei sein. Foto: factum/Jürgen Bach 2 Bilder
Die Mutter Janika Fronius strahlt am 1. Januar 2020: nur wenige Stunden zuvor war Magdalena geboren worden: Vater Benjamin Fronius durfte wegen eines Infekts leider nicht dabei sein. Foto: factum/Jürgen Bach

Was machen Pandemie und Dauer-Lockdown mit jungen Müttern? Janika Fronius, die Mutter des Neujahrsbabys 2020 im Kreis Böblingen berichtet von dem Auf und Ab im ersten Jahr mit Kind unter Corona-Bedingungen.

Böblingen: Gerlinde Wicke-Naber (wi)

Herrenberg/Oberndorf - Magdalena war das Neujahrsbaby des Jahres 2020 im Kreis Böblingen. Das neue Jahr war noch keine Stunde alt, als die Kleine das Licht der Welt erblickte. Geboren wurde sie im Herrenberger Krankenhaus, obwohl ihre Eltern in Oberndorf im Schwarzwald leben. Wenige Wochen nach der Geburt begann die Pandemie. Janika Fronius, 27 Jahre jung und Grundschullehrerin in Elternzeit, berichtet, wie sie das erste Jahr mit dem ersten Kind unter Corona-Bedingungen erlebt hat.

Frau Fronius, warum sind Sie für die Geburt nach Herrenberg gefahren, eine dreiviertel Stunde Fahrt von zuhause aus?

Wir hatten uns mehrere Kliniken angeschaut und der Herrenberger Hebammenkreißsaal hat mir am besten gefallen. Es war dann auch dort alles so, wie ich er mir vorgestellt. Ich habe mich sehr gut betreut gefühlt.

Hatten Sie keine Angst, das Kind könnte auf der Autobahn zur Welt kommen?

Beim ersten Kind ist man ja eigentlich immer viel zu früh. Das war auch bei uns so. Hat alles gut geklappt.

Ihr Mann war bei der Geburt dabei?

Jein. Am Anfang ja, aber dann wurde er rausgeschickt, weil er einen Infekt hatte. Deshalb war er auch nicht dabei, als Ihr Fotograf am Nachmittag des 1. Januar das Foto von uns gemacht hat.

Das erste Kind ist für Eltern etwas sehr Aufregendes. Doch wenige Wochen nach der Geburt von Magdalena kam der erste Lockdown. Wie haben Sie das erlebt?

Ich hatte gerade mit dem Rückbildungskurs angefangen. Dort habe ich auch andere junge Mütter kennen gelernt. Doch dann endete der Kurs abrupt. Das war sehr schade.

Andere Mütter konnten Sie auch nicht mehr treffen?

Nur vereinzelt. Aber das war nicht so schlimm, denn meine Eltern wohnen hier im Ort. Ich bin fast jeden Tag bei Ihnen.

Haben Sie keine Angst, diese anzustecken?

Meine Eltern sind noch so jung, dass sie nicht zur Risikogruppe gehören. Mehr aufpassen mussten wir bei meinem Opa. Aber auch er hat die Kleine gelegentlich gesehen, vor allem im Sommer.

Wie verbringen Sie Ihre Zeit mit ihrer Tochter während des zweiten Lockdowns?

Ich mache jeden Tag lange Spaziergänge mit der Kleinen. Sie ist ein sehr aktives Kind, das wenig schläft.

Gibt es etwas, das Sie vermissen?

Ich würde sehr gerne zum Babyschwimmen gehen. Aber das geht leider wegen Corona nicht. Auch unser Urlaub im September am Bodensee war durch die Beschränkungen nicht so schön – vor allem im Thermalbad durften wir vieles nicht.

Wäre das erste Jahr mit Kind ohne Corona besser gewesen?

Das kann ich nicht beurteilen. Aber eigentlich bin immer beschäftigt, habe wenig Zeit, über die Corona-Einschränkungen nachzudenken. Es gibt so viel bei Magdalena zu beobachten, im Moment fängt sie an zu laufen. Ich bedauere eher Frauen, die in den vergangenen Monaten schwanger waren. Ich habe das im Bekanntenkreis mitbekommen. Die waren sehr verunsichert.




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