Zehntausende Geburten hat es im Klinikum Herrenberg gegeben. Am Freitag ist endgültig Schluss. Foto: Martin Dudenhöffer
Am Freitag schließt die Geburtshilfe Herrenberg endgültig. Können am Donnerstag und Freitag Babys zur Welt kommen? Wie steht es um die Versorgung von frisch gebackenen Müttern?
Auch wenn das Ende unmittelbar bevorsteht, sind in den Kreißsälen, Gängen und Patientenzimmern in Herrenberg noch immer frischgebackene Eltern und ihre Babys sowie werdende Eltern anzutreffen. Wie lange aber können Schwangere, die kurz vor der Entbindung stehen, noch in die Geburtshilfe der Gäustadt kommen, und was passiert mit jenen Patientinnen, die über den Stichtag noch in der Frauenklinik untergebracht sind?
Doppelbetrieb in Herrenberg und Nagold an zwei Tagen
Auf Anfrage unserer Zeitung erklärt ein Sprecher des Klinikverbunds, dass der reguläre Betrieb der Geburtshilfe in Herrenberg am Freitag, 8. Mai, um 16 Uhr ende. „Für werdende Mütter besteht ab Donnerstag, ab 9 Uhr, die Möglichkeit, sich in der neuen Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe Nagold vorzustellen und dort zu entbinden.“ Um einen geordneten Übergang zu gewährleisten, werde es „für einen Zeitraum von rund einem Tag einen parallel laufenden Betrieb an beiden Standorten geben“.
Über Jahrzehnte eine beliebte Adresse für werdende Mütter. Das ist nun vorbei. Foto: Stefanie Schlecht
Der Klinikverbund betont: „Eine Versorgung von Schwangeren ist in dieser Zeit durchgehend sichergestellt.“ Genauso verhalte es sich mit an jenen Tagen stattfindenden Geburten: „Die Versorgung von Geburten ist während der gesamten Übergangsphase uneingeschränkt sichergestellt.“
Frauen, die im Klinikum Herrenberg noch aufgenommen wurden, müssten sich keine Sorgen um die medizinische Betreuung machen. Diese sei sichergestellt. Zum Freitag, schreibt der Klinikverbund, „werden sie entweder entlassen oder bei Bedarf mit dem Rettungsdienst nach Nagold verlegt“.
Das Geburtshilfeteam ist weiter da
Um den Doppelbetrieb am Donnerstag und Freitag – und damit auch spontane Geburten – bewältigen zu können, stünden jeweils zwei Ärztinnen sowie das vollständige geburtshilfliche Team zur Verfügung, so der Klinikverbund. Das gelte auch für medizinische Geräte, die weiterhin vorhanden sein werden: „Bis einschließlich Freitag sind alle erforderlichen Geräte im Einsatz. Die personelle und technische Ausstattung entspricht den üblichen Standards, sodass werdende Mütter auch am Donnerstag betreut werden können.“
Bis Freitag, 16 Uhr, würden Notfälle vollumfänglich versorgt, unterstreicht der Klinikverbund. Wichtig für mögliche Patientinnen der Herrenberger Gynäkologie und Geburtshilfe: An den beiden Tagen finden keine gewöhnlichen Aufnahmen mehr statt. Größere Operationen würden am letzten Betriebstag, dem Freitag, zudem nur noch in medizinisch notwendigen Akutfällen durchgeführt. Planbare gynäkologische Behandlungen müssen in Nagold oder Böblingen stattfinden.