Gedenken an Tom Hohn in Stuttgart Tod eines Motorradpolizisten: Stele an Unfallstelle errichtet
Vor einem Jahr ist in Degerloch ein Polizist bei einem Unfall ums Leben gekommen. In einer Gedenkfeier wurde am Dienstag seiner gedacht.
Vor einem Jahr ist in Degerloch ein Polizist bei einem Unfall ums Leben gekommen. In einer Gedenkfeier wurde am Dienstag seiner gedacht.
Am Jahrestag des tödlichen Unfalls in Degerloch hat die Polizei ihres Kollegen Thomas „Tom“ Hohn gedacht. Er war an der Kreuzung der Rubensstraße mit der Löffelstraße (B 27) vom Wagen einer zum Unfallzeitpunkt 69-jährigen Frau erfasst worden. Die Motorradstaffel der Polizei hatte die Kreuzung gesperrt, damit der Tross des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán zum Flughafen fahren konnte. Dabei wurde der 61-jährige Polizeihauptkommissar tödlich verletzt. Das war am 24. Juni 2024.
Ein Jahr später trafen sich nun Kolleginnen und Kollegen des verunglückten Polizisten an der Unfallstelle und enthüllten dort eine Stele, die an ihn erinnert. Bewusst hatte die Stuttgarter Polizei den Termin im Vorfeld nicht öffentlich angekündigt, um das Treffen intern zu halten. Mit den Beamtinnen und Beamten der Motorradstaffel, Freundinnen, Freunden und Angehörigen gedachten der Polizeipräsident Markus Eisenbraun, der Innenminister Thomas Strobl (CDU), die Landespolizeipräsidentin Stefanie Hinz und Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) des Verstorbenen.
Polizeipräsident Eisenbraun unterstrich den bleibenden Eindruck, den Thomas Hohn hinterlässt. „Tom war für viele von uns eine Inspiration – einer, der mit Fachwissen, Herz und Haltung überzeugt hat. Diese Stele ist ein stilles Andenken an ein – von nun an – stilles Vorbild.“
Der Minister ehrte Thomas Hohn als „Polizist aus Überzeugung und Leidenschaft – einer, der voranging und an dem sich andere Kolleginnen und Kollegen ausrichten konnten“. Man wolle seiner Familie, seinen Freunden, Kolleginnen und Kollegen zeigen: „Bei der Polizei Baden-Württemberg ist niemand in seinem Schmerz und mit seiner Trauer alleine – wir trauern gemeinsam, und wir erinnern uns gemeinsam an Tom Hohn“, sagte Strobl. Für dieses gemeinsame Erinnern stehe die Stele, die in Degerloch enthüllt wurde.
Der Oberbürgermeister zitierte den Dichter Rainer Maria Rilke mit den Worten: „Die Zeit heilt nicht alle Wunden, sie lehrt nur, mit dem Unbegreiflichen zu leben.“ Die Zeit heile in der Tat nicht alle Wunden, die Zeit habe auch nicht die Wunde geheilt, die der Tod von Thomas Hohn geschlagen habe, sagte Nopper. „Der tiefe Schmerz, den der Tod von Thomas Hohn verursacht hat, dauert an, und er verbindet uns alle.“ Der Unfall ist juristisch noch nicht abschließend aufgearbeitet. Es wird noch ein Gerichtsverfahren gegen die heute 70-jährige Autofahrerin am Stuttgarter Amtsgericht geben.