Datingcoaches oder Männlichkeitstrainer könnten so harmlos sein, wenn es wirklich darum ginge, zu lernen, selbstbewusster zu werden, zu lernen, auf andere zuzugehen. Sind sie aber meistens nicht. Denn oft werden neben Tipps und Tricks für mehr Selbstbewusstsein hoch kritische Geschlechterbilder konstruiert. Sei es, dass die Frau sich unterzuordnen hat oder der Mann Muskeln haben und führen muss. Insbesondere auf Plattformen wie Instagram und TikTok versuchen diese meist männlichen Trainer und Coaches, ihre Follower und Followerinnen davon zu überzeugen, wie richtige Frauen und Männer zu sein haben. Natürlich ist es nicht verboten, ein konservatives Geschlechterbild zu haben. Schwierig wird es aber, wenn dieses potenziell gewaltverherrlichend wird. Denn Antifeminismus kann den Weg für handfeste, geschlechtsspezifische Gewalt ebnen. Die Attentäter von Halle, Christchurch oder Utoya etwa sympathisierten mit der so genannten „Incel“-Bewegung, die Frauen für ihr unfreiwilliges Zölibat verantwortlich macht.
Abgrenzung ist geboten
Für Männlichkeitstrainer wie Marc Weber wäre es also wichtig, sich von offen sexistischen, frauenfeindlichen und radikalen Subkulturen abzugrenzen – und zu reflektieren, dass das Spielen mit der Provokation Folgen haben kann. Und für alle anderen wäre es wichtig, die Gefahr in antifeministischen Inhalten zu sehen und diese auch als solche zu bezeichnen.