Geflüchtete in Holzgerlingen Mehr als 2000 Beratungsgespräche helfen bei der Integration

Durchschnittlich neun Beratungsgespräche finden täglich in Holzgerlingen statt. (Symbolfoto) Foto: dpa/Marijan Murat

Wie vielfältig das städtische Integrationsmanagement in Holzgerlingen ist, zeigt der Bericht für das vergangene Jahr, der jetzt im Gemeinderat vorgestellt worden ist.

Nicht nur die 74 Personen, die 2025 neu in Holzgerlingen untergebracht wurden, sondern insgesamt 450 Menschen hat das zuständige Integrationsmanagement-Trio im vergangenen Jahr unter anderem mit 2043 Beratungsgesprächen unterstützt. Im Schnitt seien das neun Gespräche pro Tag, also „nicht wenig“, ordnete Bürgermeister Ioannis Delakos diese Zahl ein, die der Bericht des Integrationsmanagements für das vergangene Jahr liefert.

 

Seit 2016 habe Holzgerlingen das Integrationsmanagement übernommen, das eigentlich grundsätzlich eine Aufgabe des Landkreises sei, erinnerte der Rathauschef. Der damalige Entschluss, die Menschen, „die vor Ort bei uns leben, auch vor Ort zu betreuen“, sei immer noch richtig, so Delakos weiter: „Das hat sich die letzten zehn Jahre sehr gut bewährt.“

Geflüchtete aus der Ukraine in der Mehrheit

Jochen Wacker (100-Prozent-Stelle), Christine Henck (60 Prozent) und Alla Melnykova (50 Prozent) heißen die drei, die sich um die Neuankömmlinge kümmern. Letztere nimmt sich vor allem Menschen an, die Ukrainisch oder Russisch sprechen, da sie beide Sprachen beherrscht. Geflüchtete aus der Ukraine seien 2025 mit einem Anteil von 39 Prozent immer noch die größte Gruppe – vor der aus Afghanistan mit 35 Prozent. In der letzten Zeit seien auch vermehrt Menschen aus der Türkei gekommen, berichtete Christine Henck.

Neben Fragen zum Leistungsbezug sowie zur Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis sei ihre Expertise auch bei Arbeits-, Ausbildungs- und Wohnungssuche gefragt. Ebenso unterstützen sie bei Themen wie Schulbildung und Kinderbetreuung oder auch der Anmeldung zum Ferienprogramm.

Auf die Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Flüchtlinge, der im vergangenen Jahr sein zehnjähriges Bestehen feierte, blickte Jochen Wacker positiv – unter anderem auf die drei durch Ehrenamtliche geleitete Sprachkurse. Auch die Entwicklung des alle vier Wochen stattfindenden Cafés International, das auf Initiative von Sprachkurs-Teilnehmerinnen entstand, ist aus seiner Sicht erfreulich. Obwohl er anfangs skeptisch gewesen sei, sei er inzwischen „fest etabliert und gut angenommen“ – und die Hauptamtlichen hätten wenig Arbeit damit.

Kooperation mit Altdorf und Hildrizhausen

Ein neues Projekt namens „Zugang 2028“ haben die Holzgerlinger Integrationsmanager gemeinsam mit ihren Kollegen aus Altdorf und Hildrizhausen auf der Agenda. Dabei soll untersucht werden, warum vor Ort bestehende Informations-, Beratungs-, Bildungs- und Teilhabeangebote teilweise von bestimmten Zielgruppen von Menschen mit Migrationsgeschichte, also auch denjenigen, die in zweiter Generation hier leben, in vergleichsweise geringem Umfang wahrgenommen werden. Das auf einen entsprechenden Förderaufruf des baden-württembergischen Sozialministeriums eingereichte Konzept habe wohlwollende Zustimmung erfahren, was mit einer Fördersumme von bis zu 63 000 Euro verbunden sei, berichtete Jochen Wacker.

Der Auftakt des Projekts, das bis 2028 läuft, wird eine Umfrage sein, „die in vier Wochen online sein wird“. Außerdem seien dieses Jahr auch noch Interviews mit Anbietern von Bildungs- und Teilhabeangeboten wie Jugendamt, VHS oder Vereinen, geplant.

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