Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) hat vor wenigen Tagen auf Wunsch der Bürgerinitiative Zukunft Schönberg und des Bürgervereins Schönberg ein klärendes Gespräch mit beiden bürgerschaftlichen Vereinigungen sowie mit den Gebäude- und Grundstückseigentümern des früheren Hauses Schönberg geführt. Das teilte die städtische Pressestelle am späten Donnerstagabend mit. Nopper machte folgende Zusage: „Wir werden aller Voraussicht nach das bisherige Haus Schönberg nicht über den 14. Februar 2026 hinaus als Unterkunft für die vom Land zugewiesenen Flüchtlinge nutzen.“ Im Stadtteil gibt es erheblichen Widerstand gegen die Flüchtlingsunterbringung.
Investoren wollen von 2026 an bauen
Die beiden Gebäude- und Grundstückseigentümer präsentierten bei dem Termin ihre Pläne für den Umbau des Hauses. Entstehen sollen eine Seniorenpflege und eine Kindertagesstätte. Die Audere Equity GmbH aus Fellbach und die Carestone Group GmbH (Hannover) wollen mit dem Bau 2026 beginnen. Laut Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann (CDU) sollen beide Projekte unabhängig voneinander entwickelt werden.
Horst Lieder, der geschäftsführender Gesellschafter bei der Audere Equity GmbH, erklärte nach dem Gespräch, das am Montag stattfand, Audere und der Projektpartner Carestone freuten sich, die Planung für altersgerechten Wohnraum und eine moderne Kindertagesstätte in die Genehmigungsreife bringen zu können. Dies bedeute für die Firmen Planungssicherheit „nach Beendigung der Interimsnutzung ab dem ersten Quartal 2026“. Carestone halte an seinen Plänen für altersgerechten Wohnraumfest, so dessen Chef Ralf Licht. Im Stadtteil war eine Abkehr beziehungsweise Verzögerung befürchtet worden. Vermietungen für Flüchtlinge gelten allgemein als gute Renditemöglichkeit.
Bürgerinitiative bleibt kritisch
Der Sprecher der Bürgerinitiative Zukunft Schönberg, Rainer Schnauffer, dankte Nopper für dessen Engagement. Man erwarte „nun Verbindlichkeit, unter anderem was das sichere Ende des Mietvertrags anbelangt“ – und dass die Investoren zügig den Bauantrag einreichten.
Die Stadt hatte das ehemalige Pflegeheim Ende März belegt. Einziehen dürfen bis zu 101 Menschen. Die Stadt plant aber bis zu 370 Plätze, wogegen sich die Bürgerinitiative mit einem Petitionsverfahren stemmt. Dieses soll zu einer sicheren Beendigung des Mietvertrages im Februar 2026 führen, so Schnauffer.
Für den Bürgerverein Schönberg erklärte dessen Vorsitzender Veit Mathauer, dass man darauf vertraue, dass die Pläne nicht verändert würden und der Rückbau 2026 beginnt.
Die Landeshauptstadt ist gesetzlich per Quotenregelung zur Aufnahme einer bestimmten Zahl an Flüchtlingen verpflichtet. Das Integrationsministerium hatte im Februar festgestellt, dass Stuttgart 509 Flüchtlinge weniger aufgenommen hat, als die Stadt aufnehmen muss. 2023 hatte Stuttgart laut Ministerium 3208 Plätze neu geschaffen. Das Ministerium prüft in Stuttgart mehrere Standorte für eine Landes-Erstaufnahmeeinrichtung (Lea) für Geflüchtete. Die Lea-Plätze sollen künftig verbindlich auf die Quote angerechnet werden.