Gegen den Trend in Deutschland Zahl der Einser-Abiturienten im Südwesten geht zurück

Von red/dpa/lsw 

In Baden-Württemberg gibt es weniger Einser-Abiturienten als noch im Jahr 2008. Der Trend in Deutschland geht dagegen in die andere Richtung. Doch nicht alle begrüßen die gehäuft guten Noten.

In Deutschland gibt es immer mehr Abiturienten mit einer Eins vor dem Komma. Foto: dpa/Julian Stratenschulte
In Deutschland gibt es immer mehr Abiturienten mit einer Eins vor dem Komma. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Berlin/Stuttgart - Immer mehr Schüler in Deutschland schließen einer Umfrage zufolge ihr Abitur mit einer Eins vor dem Komma ab - nur in Baden-Württemberg geht der Anteil der Einser-Abiturienten zurück. Im Südwesten erreichten im vergangenen Jahr 24 Prozent der Schulabgänger Einser-Abi-Noten, wie die „Rheinische Post“ (Montag) unter Berufung auf eine von ihr durchgeführte Umfrage in allen 16 Bundesländern berichtete. Baden-Württemberg liegt damit auf Rang 13 unter den Bundesländern. 2008 lag der Einser-Abi-Anteil noch bei 25,6 Prozent.

Hatte 2008 noch jeder fünfte Schulabsolvent (20,2 Prozent) in Deutschland einen Notenschnitt von mindestens 1,9, war es 2018 bereits mehr als jeder vierte (25,8 Prozent). Spitzenreiter ist Thüringen, wo 37,9 Prozent der Schulabgänger Einser-Abi-Noten erreichten. Bayern liegt bei 31,5 Prozent. Auf dem letzten Platz liegt Schleswig-Holstein mit 17,3 Prozent.

Was für viele Schüler positiv ist, sieht der Deutsche Hochschulverband (DHV) mit Sorge. „Qualität muss Vorrang vor Quantität haben“, sagte DHV-Sprecher Matthias Jaroch der „Rheinischen Post“. Schon heute fehlten den Studienanfängern häufig wichtige Grundkenntnisse, etwa in Mathematik.