Gegen die Pläne der DB Herrenberg startet Petition: IC-Halt soll bleiben
Herrenbergs OB Nico Reith kämpft mit einer Onlinepetition gegen den geplanten Wegfall des IC-Halts in Herrenberg. Zudem lädt Landrat Bernhard zu einem Runden Tisch ein.
Herrenbergs OB Nico Reith kämpft mit einer Onlinepetition gegen den geplanten Wegfall des IC-Halts in Herrenberg. Zudem lädt Landrat Bernhard zu einem Runden Tisch ein.
Der Herrenberger Oberbürgermeister Nico Reith (parteilos) wehrt sich gegen die Pläne der Deutschen Bahn, den IC-Halt in Herrenberg zu streichen. Nachdem er sich bereits vergangene Woche mit einer Stellungnahme an die Öffentlichkeit gewandt hat, wurde auf seine Initiative hin am Montag die Petition „IC-Halt in Herrenberg erhalten“ auf der Online-Plattform Change.org gestartet.
„Alle Bürgerinnen und Bürger werden aufgerufen, den Appell an die Deutsche Bahn digital zu unterstützen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. Mit dem Wegfall des IC-Halts werde das gesamte Obere Gäu mit mehr als 100 000 Menschen faktisch vom Fernverkehr in Richtung Bodensee und Schweiz abgeschnitten.
Die Deutsche Bahn plant, mit dem Fahrplanwechsel im Dezember, den IC-Halt in Herrenberg, Gäufelden und Bondorf drastisch einzuschränken. Der IC soll künftig ohne Halt zwischen Böblingen und Horb fahren. Lediglich zu den Tagesrandzeiten sind laut einer Bahnsprecherin noch „einzelne IC-Halte für Herrenberg, Gäufelden und Bondorf vorgesehen.“
Die Anschlüsse in Richtung Stuttgart bleiben laut Sprecherin trotzdem nahezu gleich, da der MEX dann auch außerhalb der Hauptverkehrszeiten stündlich, statt zweistündlich fahren soll. Die Anbindung in den Süden verschlechtert sich allerdings.
Entfallen die IC-Halte im Oberen Gäu, müssten Reisende von dort nach Singen oder Zürich künftig immer einmal in Horb umsteigen. Nahverkehrstickets und das Deutschlandticket sollen aber auch nach dem Fahrplanwechsel im IC – der eigentlich zum Fernverkehr zählt – weiterhin bis Singen gelten, heißt es von der Deutschen Bahn.
Die nun vom Herrenberger OB gestartete Petition richtet sich an die Deutsche Bahn. „Ziel ist es, dass diese Entscheidung vor der finalen Umsetzung nochmals überdacht wird und der IC-Halt in Herrenberg erhalten bleibt“, heißt es in der städtischen Mitteilung weiter.
Neben Nico Reith unterstützen weitere Bürgermeister aus dem Gäu die Petition: der Gäufeldener Bürgermeister Benjamin Schmid, der Jettinger Bürgermeister Hans Michael Burkhardt, der Bondorfer Bürgermeister Bernd Dürr und der Mötzinger Bürgermeister Benjamin Finis.
Parallel hat der Böblinger Landrat Roland Bernhard die Konzernbevollmächtigte der Deutschen Bahn für Baden-Württemberg, Clarissa Freundorfer, zu einem Runden Tisch gemeinsam mit Nico Reith sowie den Bürgermeistern der Gäu-Kommunen ins Landratsamt Böblingen eingeladen. „Wir werden uns mit einer derart drastischen Verschlechterung der Fernverkehrsanbindung im Oberen Gäu nicht abfinden“, stellt Bernhard klar. „Unser Ziel ist ein tragfähiger Kompromiss: Die Gäubahn muss stabiler werden, aber nicht um den Preis, dass ein dynamischer Wirtschafts- und Lebensraum mit über 100 000 Einwohnern vom Fernverkehr abgekoppelt wird.“
Der geplante Runde Tisch im Landratsamt Böblingen soll voraussichtlich im Mai stattfinden. Dabei will man ausloten, wie die Betriebsqualität der Gäubahn verbessert und gleichzeitig zumindest der IC-Halt in Herrenberg, idealerweise aber die Fernverkehrsanbindung des gesamten Oberen Gäus, gesichert werden kann.