Der ehemalige Murrer Heinz Müller ist durch seine kreativen Ideen in der Region als Erfinder und Tüftler bekannt. Ein einfacher Trick soll nun verhindern, dass weiterhin Gießkannen-Aufsätze von Friedhöfen verschwinden.

Volontäre: Laureta Nrecaj (nre)

Wer kennt das nicht? Die Gießkanne steht noch da – nur schwappt daraus lediglich ein dicker Strahl Wasser auf das Blumenbeet, denn der Brausenaufsatz ist verschwunden. Einfach weg. Gestohlen. Oder auf mysteriöse Weise verschlampt. Diesem Ärgernis wollte Heinz Müller aus Murr ein Ende setzen. Der Tüftler hat dafür eine simple, aber effektive Idee entwickelt und mit etwas handwerklichem Geschick und ein klein wenig Aufwand Gießkannen mit ihren Aufsätzen verbunden.

 

Ein Stück Drahtseil aus Edelstahl und zwei Drahtseilklemmen – mehr braucht es nicht pro Gießkanne, fand Heinz Müller heraus. Diese Lösung soll auf den Friedhöfen in Murr dazu beitragen, dass die Gießbehälter nicht mehr ihrer Tüllenaufsätze beraubt werden und die Gefäße komplett bleiben.

Zuvor war es fast ein ewiger Kreislauf: Die Gemeindeverwaltung in Murr stellte sowohl auf dem alten als auch dem neuen Friedhof an mehreren Wasserstellen Gießkannen parat, damit Angehörige die Gräber bewässern könnten. Doch jahrelang verschwanden die Wasserspender so schnell wie sie bereitgestellt waren. Komplett. Noch häufiger allerdings drehten Frevler die meist schwarzen Aufsätze ab, was ein gleichmäßiges und vor allem behutsam eingesetztes Brausebad für Blauschwingel, Dachwurz und Fetthenne – so etwas wächst auf deutschen Gräbern, wenn man sich allzu viele Gießeinsätze ersparen möchte – verhindert.

Bis zum Frühjahr hat der Gemeindebauhof in Murr nun sämtliche Gießkannen nach dem Vorschlag von Heinz Müller umgerüstet – auf dass die Friedhofsbesucher in Zukunft nur noch komplette Kannen vorfinden. Und sich ein bisschen weniger ärgern müssen.