Gegenaktion zu Red Legion Polizei-Großeinsatz in Stuttgart

Am Sonntagabend kommt es rund um Stuttgart zu einem Großeinsatz der Polizei - um Ausschreitungen im Rockermilieu zu verhindern. Der mutmaßliche Anlass liegt erst zwei Wochen zurück.

Mit einem Großeinsatz will die Polizei Probleme mit einer Rockergruppe verhindern. Dieses Bild zeigt die Beamten in der Rotenwaldstraße in Stuttgart-West. Weitere Fotos vom Polizeieinsatz zeigt die folgende Bilderstrecke. Foto: Knut Krohn 13 Bilder
Mit einem Großeinsatz will die Polizei Probleme mit einer Rockergruppe verhindern. Dieses Bild zeigt die Beamten in der Rotenwaldstraße in Stuttgart-West. Weitere Fotos vom Polizeieinsatz zeigt die folgende Bilderstrecke. Foto: Knut Krohn

Stuttgart - Am 14. März ist es nach der Langen Nacht der Museen zu einer Versammlung von zahlreichen mutmaßlichen Unterstützern der Rockergruppierung "Red Legion" in der Stuttgarter Innenstadt gekommen. Diese waren vermummt vom Rotebühlplatz durch die Eberhardstraße zur Altstadt gezogen. Die Polizei reagierte mit einem Großaufgebot.

Doch offenbar hatte sich eine andere, laut einem Sprecher der Polizei "landesweit agierende Gruppierung", von der Aktion provoziert gefühlt und will an diesem Sonntagabend die Muskeln spielen lassen. Einen Namen der Gruppe will der Polizeisprecher nicht nennen. Aber die Hinweise hätten dazu geführt, dass die Anfahrtswege nach Stuttgart von der Polizei kontrolliert würden.

Die "Bild"-Zeitung vermutet, dass ein am 18. März bei Facebook aufgetauchtes Video die Ursache für den geplanten Rockeraufmarsch sei, in dem eine Rockerkutte verbrannt wird - eine heftige Provokation in der Szene. Ein Sprecher der Polizei wollte am Sonntagabend weder den Namen der Rockergruppe ("United Tribuns") noch die mögliche Ursache des Rockerauflaufs bestätigen; man vermute eher, dass die Rockergruppe den Aufmarsch von Mitte März beantworten wolle. Der war "eine Machtdemonstration, die sich gezielt gegen eine andere Gruppierung gerichtet hat“, so ein Sprecher der Polizei. Nach aktuellen Ermittlungen der Polizei sollte es am Sonntag in Stuttgart zu „einer entsprechenden Reaktion kommen“. Daraufhin habe man gezielt nach Angehörigen der rivalisierenden Banden gesucht, erklärt der Sprecher.

 

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Posted by Stuttgarter Kurden on Wednesday, March 18, 2015


Was auch immer der Grund für den geplanten Rockeraufmarsch ist: Die Polizei hat darauf mit einem Großeinsatz reagiert. Mehrere Hundert Beamte sind am Sonntagabend im Einsatz und führen an mehreren Zufahrten zur Innenstadt – beispielsweise an der Rotenwaldstraße im Stuttgarter Westen oder an der Heilbronner Straße zwischen Innenstadt und Pragsattel – Fahrzeug- und Personenkontrollen durch.

Die Rocker kamen in Autos respektive zu Fuß - die Fahrzeuge waren etwa am Westbahnhof abgestellt - in die Stadt; in der Rotenwaldstraße stoppte die Polizei knapp einhundert Angehörige der Gruppierung. Man habe die entsprechenden Personen "gezielt angesprochen und aufgefordert, umzukehren", so der Polizeisprecher. Dabei sei es nicht zu Ausschreitungen oder Festnahmen, wohl aber zu sehr intensiv geführten Diskussionen gekommen. Die Polizei erteilte mehr als 100 Platzverweise. Außerdem stellte sie zwei Messer, einen Teleskopschlagstock sowie Pyrotechnik sicher.

Die Kontrollen begannen gegen 15 Uhr, etwa zwei Stunden später fand die Polizei die ersten verdächtigen Personen. Die Aktion zog erhebliche ­Verkehrsbehinderungen nach sich. Die Verkehrskarte der städtischen Verkehrsleitzentrale zeigte stadteinwärts Staus an der Rotenwald-, Neckartal- und Cannstatter Straße und an der Weinsteige Staus an. Gegen 19 Uhr floss der Verkehr wieder einigermaßen flüssig. 

Nachdem die Rocker in Stuttgart nicht erfolgreich aufmarschieren konnten, zogen sie nach Ludwigsburg weiter. "Rund 150 Männer sind in einzelnen Gruppen durch die Stadt gezogen“, bestätigt ein Sprecher der dortigen Polizei. Die Verdächtigen wurden von den Beamten kontrolliert und wurden in der Innenstadt nach Augenzeugenberichten von der Polizei gegen 20.30 Uhr eingekesselt. Im Lauf der Nacht kam es in Ludwigsburg dann zu Ausschreitungen. „Anhänger einer rivalisierenden Gruppe sind in die Stadt gekommen“, berichtet ein Polizeisprecher, mutmaßlich handelte es sich dabei um die verbotene Gang Red Legion. Von dieser Seite kam es nach Angaben der Polizei zu gezielten Angriffen auf Beamte und zu Körperverletzungen. Die Polizei hat 18 Männer vorübergehend festgenommen, sie konnten das Revier am späten Abend wieder verlassen, müssen aber mit einem Ermittlungsverfahren rechnen. „Die Stadt ist wieder ruhig“, sagte ein Polizeisprecher gegen Mitternacht.


Ein Video unseres Redakteurs Knut Krohn dokumentiert den Einsatz an der Rotenwaldstraße:

 

In der Vergangenheit war es bereits mehrfach zu Ausschreitungen und Gewalt im Rockermilieu gekommen. Bereits Mitte Februar hatte es einen ähnlichen Aufzug wie den während der Langen Nacht der ­Museen von Sympathisanten der Red ­Legion in der Innenstadt gegeben. Damals waren etwa 30 bis 40 schwarz gekleidete und vermummte Männer im Bereich der Eberhard­straße unterwegs gewesen.

Landesinnenminister Reinhold Gall (SPD) hatte die mehrheitlich von Kurden dominierte Gruppierung Red Legion, die im ­Rotlicht- und Drogenmilieu aktiv sein soll, vor zwei Jahren wegen ihrer Gefährlichkeit verboten. Der Auslöser war unter anderem ein brutaler Überfall von fast 30 Mitgliedern und Sympathisanten kurz vor ­Weihnachten 2012 auf Ex-Mitglieder der Straßengang Black Jackets. Dabei wurde ein Opfer erstochen.

 

Auf der Facebook-Seite Stuttgart-West finden sich Leserfotos von dem Polizeieinsatz vom Sonntag:

 

Barbara Zander kennt den Grund für den Hubschrauber-Einsatz.

Posted by Stuttgart-West on Sunday, March 29, 2015


Zwei weitere Videos vom Einsatz in der Rotenwaldstraße:

 

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