Bewertung einer Stelle bei der Stadt und Erfahrung
„Die Kommunen arbeiten mit Steuergeldern, deshalb gibt es in der öffentlichen Verwaltung ein sehr transparentes Bewertungssystem für die zu besetzenden Stellen“, sagt eine Sprecherin des Gemeindetags. Dabei soll grundsätzlich gelten: Bei gleicher Tätigkeit bekommen Beschäftigte auch gleiches Geld. Das gilt für Männer wie Frauen, für Beschäftigte wie Beamte. Die Vorgaben und Beschreibungen sind deshalb sehr genau, die Einstufung muss nachvollziehbar sein. Das gilt für alle in Verbänden organisierten Kommunen – und das sind die allermeisten Städte und Gemeinden. Sie halten sich an die Tarife. Neben der Stellenbewertung gibt es als zweiten großen Faktor fürs Gehalt die sogenannten Erfahrungsstufen: Je nach Berufserfahrung steigt das Gehalt an. Normalerweise werden sechs solche Stufen zugrunde gelegt, die letzte wird meist nach 15 Jahren erreicht.
Beschäftigte und Beamte: Gehaltstabelle von E1 bis E15, von A9 bis B11
Die weitaus größte Zahl der Mitarbeiter in den kommunalen Verwaltungen sind Beschäftigte. Es gibt aber auch Beamte. Für beide Gruppen gelten unterschiedliche Eingruppierungen, die aber nicht dazu führen sollen, dass der Verdienst für dieselbe Tätigkeit sich massiv unterscheidet. Für Beschäftigte gilt der Tarif für den öffentlichen Dienst gemäß der TVöD-Tabellen. Die Entgeltgruppen reichen von E1 bis E15Ü, für spezielle Gruppen, etwa im Erziehungsbereich, gibt es Sondertabellen. Beamte dagegen werden nach dem jeweiligen Landesbesoldungsgesetz bezahlt. Die Einstufung beginnt zum Beispiel im gehobenen Verwaltungsdienst bei A9, A13 ist das Endamt und zugleich das Anfangsamt für den höheren Dienst. Für die besten Posten gibt es die Tabelle B mit den Einstufungen B1 bis B11 – letztere etwa für den Oberbürgermeister einer Metropole. Rechte, Pflichten und Art der Aufstiegsmöglichkeiten unterscheiden sich zwischen Beschäftigten und Beamten. Die Vor- und Nachteile sollen sich allerdings zumindest bei der Einstufung in etwa die Waage halten.
Größe der Gemeinde oder Stadt
Hier gilt im Prinzip der zentrale Ausgangssatz: Dieselbe Tätigkeit soll in unterschiedlichen Gemeinden gleich bezahlt werden. Deshalb sollte es eigentlich keine Rolle spielen, wie groß die Kommune ist, in deren Verwaltung man arbeitet. Unterschiede gibt es in der Praxis aber trotzdem. So kann dieselbe Stelle je nach Gemeindegröße unterschiedliche Aufgaben und eine andere Verantwortung mit sich bringen. Zwei Beispiele: Der Kämmerer einer kleinen Kommune ist für ein kleineres Budget als der einer größeren zuständig, die stelle wird dementsprechend anders bewertet. Der Bürgermeister einer kleinen Gemeinde wird normalerweise mit A13 oder A14 bewertet – das sind je nach Berufserfahrung zwischen 4700 und 6450 Euro brutto im Monat. Ein Oberbürgermeister mit B11 dagegen kommt auf 15250 Euro. Hohes Gehalt bei der Stadt Stuttgart:
Gehalt für Auszubildende bei der Stadtverwaltung
Wer eine Ausbildung bei der Stadt beginnt, wird vergleichsweise ordentlich bezahlt. Nach TVöD sind das 1068 Euro monatlich im ersten Jahr. Die Steigerung danach fällt allerdings gering aus. Sie steigert sich über 1118 auf 1164 Euro monatlich im zweiten und dritten Ausbildungsjahr. Falls ein viertes anfällt, liegt sie dann bei 1227 Euro.
Gehalt in den unteren Gruppen bei der Stadt Stuttgart
Wer zum Beispiel in Baden-Württemberg bei der Landeshauptstadt Stuttgart als Mülllader arbeitet, verdient in EG3 zwischen 2418 und 2924 Euro monatlich. Ein Hausmeister kommt gemäß EG7 auf 2733 bis 3421 Euro. Erzieher und Erzieherinnen in Ganztageseinrichtungen bekommen nach S8a zwischen 2931 und 3979 Euro im Monat. Leiten sie eine Gruppe, steigen sie in S8b auf und liegen dann bei 2995 bis 4446 Euro. Ein Sachbearbeiter im mittleren Dienst wird mit A7 und damit 2769 bis 3298 Euro bewertet. Im gehobenen Dienst steigt die Einstufung auf A11 und damit auf ein Gehalt von monatlich 3578 bis 4749 Euro brutto.
Gehalt in Führungspositionen bei der Stadtverwaltung – bis zum Bürgermeister
Je weiter es auf der Karriereleiter nach oben geht, desto höher fällt natürlich der Verdienst aus. Ein Dienststellenleiter oder eine Dienststellenleiterin in Stuttgart wird mit A13 bewertet und erhält zwischen 4715 und 5823 Euro. Die Abteilungsleitung bringt entsprechend A15 monatlich zwischen 5799 und 7280 Euro ein. Amtsleiter bekommen zwischen 7900 und 8900 Euro. Bürgermeister nach B8 monatlich 11 754 Euro. Und ein Oberbürgermeister, der nach B11 eingestuft wird, erhält 15 254 Euro. Das verdienen die Chefs von LBBW, Klinikum, SSB und Co.: Hohes Gehalt bei der Stadt Stuttgart.
Sonderfälle beim Gehalt von der Stadtverwaltung und Zulagen
Wie fast überall sind diese Gehälter aber nicht das letzte Wort. So sind manchmal Zulagen möglich – je nach Position teils in vierstelliger Höhe pro Monat. Außerdem gibt es besonders auf der Führungsebene Sonderfälle: So verdienen zum Beispiel die Geschäftsführer von städtischen Tochterunternehmen oder Beteiligungen – Stadtwerken, Nahverkehrsunternehmen, Messegesellschaften – häufig mehr als die Spitzenkräfte der Stadtverwaltung. Häufig geht es dabei aufs Jahr gerechnet um Zahlen im deutlich sechsstelligen Bereich.
Sicherer Job
Letztendlich gilt es auch immer, die Sicherheit eines Arbeitsplatzes im Auge zu behalten. Große Kündigungswellen wie in der Industrie gibt es bei den Kommunen normalerweise nicht. Allerdings im Falle des Ausscheidens zumindest auf den normalen Ebenen auch keine Abfindung. „In der Verwaltung hat man gute Möglichkeiten und sie ist gerade jetzt in unruhigen Zeiten ein sicherer Arbeitgeber“, heißt es dazu beim Gemeindetag.
Tabelle für Tarifangestellte im Öffentlichen Dienst (TVöD)
- E 15Ü (77 617.50 bis 100 565.88 Euro)
- E 15 (62 802.50 - 89 430.54)
- E 14 (56 868.12 - 82 120.65)
- E 13 (52 417.66 - 76 227.39)
- E 12 (47 672.47 - 75 924.64)
- E 11 (46 011.57 - 69 404.16)
- E 10 (44 361.48 - 62 883.43)
- E 9c (43 067.19 - 60 317.47)
- E 9b (40 406.84 - 57 880.31)
- E 9a (38 986.93 - 54 089.03)
- E 8 (37 383.99 - 46 082.31)
- E 7 (35 116.83 - 43 946.68)
- E 6 (34 469.18 - 42 577.78)
- E 5 (33 092.70 - 40 900.73)
- E 4 (31 554.12 - 38 968.69)
- E 3 (31 067.93 - 37 566.52)
- E 2Ü (29 050.48 - 36 757.28)
- E 2 (28 800.77 - 36 757.28)
- E 1 (25 889.50 - 28 637.70)