Geheimnisvolles Stuttgart Die Heslacher Wasserfälle faszinieren derzeit besonders

Sprudelnd bahnt sich das Wasser einen Weg durch die Steine: Die Heslacher Wasserfälle. Foto: Torsten Schöll

Oft passiert es nicht – aber wenn, dann ist es ein wirkliches Erlebnis: Derzeit führen die Heslacher Wasserfälle so viel Wasser, dass sie kräftig sprudeln.

Manch einer kann’s kaum glauben: Ein richtiger Wasserfall mitten in Stuttgart? Ja, tatsächlich. Aber auch wenn viele schon oft von den Heslacher Wasserfällen gehört haben, wirklich sichtbar ist das Spektakel leider nur selten.

 

Zum einen ist für gewöhnlich der Wasserzustrom aus den Seen des Rot- und Schwarzwildparks nicht kräftig genug, um das Wasser in der Heidekling sprudeln zu lassen. Zum anderen macht natürlich auch die zunehmende Trockenheit das sehenswerte Ereignis immer seltener. In aller Regel ist hier mehr Tröpfeln als Rauschen angesagt.

Meist tröpfelt das Wasser eher, als dass es rauscht. Foto: Torsten Schöll

Nicht so in den vergangenen Tagen. Aktuell haben die ergiebigen Regenfälle die Heslacher Wasserfälle heftig anschwellen lassen. In mehreren Kaskaden sprudelt derzeit das Nass üppig die Felsstufen der steilen Waldklinge hinunter. Ein echt sehenswerter und überraschend wenig beachteter Anblick.

Den wussten die Stuttgarter übrigens im 19. Jahrhundert deutlich mehr zu schätzen. Damals waren die Heslacher Wasserfälle eines der Top-Ausflugsziele der Stadt. Zurück geht das Naturschauspiel auf den württembergischen Herzog Christoph.

In Kaskaden rauscht es bergab. Foto: Torsten Schöll

Der ließ nicht nur den Pfaffensee mit Wasser der Oberen Glems aufstauen, sondern auch einen rund 805 Meter lange Stollen graben, um Wasser über die Heideklinge ins immer dichter besiedelte Nesenbachtal abzuleiten. Damals muss das Schauspiel ziemlich großartig gewesen sein.

Festes Schuhwerk ist bei einem Ausflug Pflicht. Foto: Andreas Rosar Fotoagentur-Stuttg

Wer jetzt aber sofort selbst über den Waldpfad in die tiefe Klinge hinabsteigen will, dem sei angeraten, das nicht bei Sturm und mit dichten Wanderschuhen oder gleich mit profilstarken Gummistiefeln zu tun. Rutschig ist es und natürlich matschig ohne Ende. Der Regen sorgt eben nicht nur dafür, dass die Wasserfälle munter sprudeln.

Besonders hübsch jetzt im Frühjahr: Es zeigen sich die ersten Knospen an den Bäumen. Foto: Torsten Schöll

Zu erreichen sind die Fälle, die zwischen Heslach und Schattenring liegen, über die Leonberger Straße (B 14), Ausfahrt Rudolf-Sophien-Stift. Parken am Gasthaus Wildparkstüble. Oder mit der Buslinie 92. Ein Wanderschild weist den Weg in die Klinge.

Weitere Themen