Geheimnisvolles Stuttgart Ein Park, den selbst Stuttgarter kaum kennen

Steil ist er, der Wernhaldenpark in Stuttgart. Foto: Torsten Schöll/Torsten Schöll

Dieser Park ist steil und liegt fast mitten in der Stadt. Trotzdem kennen selbst alteingesessene Stuttgarter den wenig besuchten Park kaum.

Ist es der steilste Park Stuttgarts? Gut möglich. Mit Sicherheit ist er einer der am wenigsten besuchten. Abgesehen von den wenigen Glücklichen, die in seiner unmittelbaren Umgebung wohnen, ist dieser Park sogar alteingesessenen Stuttgartern unbekannt. Und das Beste: Er liegt fast mitten in der Stadt.

 

Mammutbäume aus der Zeit des Königs

Seine Abgeschiedenheit verdankt der Wernhaldenpark seiner Lage unterhalb der viel befahrenen Neuen Weinsteige, wo der Park sich beinahe unerkannt an einen Steilhang schmiegt. Alte Kopfsteinpflasterwege führen in Serpentinen an Trockenmauern entlang hinunter nach Stuttgart-Süd. Die zahlreichen Mammutbäume in der rund sieben Hektar großen Grünanlage stehen hier seit den Tagen König Wilhelms I.

Die Mammutbäume im Wernhaldenpark stehen hier seit den Tagen König Wilhelms I. Foto Torsten Schöll/Torsten Schöll

Kleine, hübsche Bücken überspannen die beiden schattigen Klingen, die den Park teilen. Eine davon ist die Fangelsbachklinge, die andere scheint keinen Namen zu haben.

Bücken überspannen die beiden schattigen Klingen, die den Park teilen. Foto Torsten Schöll/Torsten Schöll

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Auch Werner Schmidt, Vorstand der Naturfreunde-Ortsgruppe Heslach kennt die Bezeichnung der zweiten Klinge nicht. Er hat sich intensiv mit dem Park, der unter Landschaftsschutz steht, beschäftigt, schon weil der Roten-Socken-Wanderweg der Naturfreunde mitten durch ihn hindurchführt.

Blumen in Frühling im Wernhaldenpark in Stuttgart. Foto Torsten Schöll/Torsten Schöll

„Die Grünanlage, die wohl schon in den 70er Jahren existierte, wurde Anfang der 1980er im Rahmen eine Jugendsozialprojekts entmüllt und instandgesetzt“, erzählt der 65-Jährige. Auch heute hätte der Park nach Ansicht Schmidts wieder mehr Pflege verdient.

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Die feucht-kühlen Klingen mit ihren Schluchtwäldern aus Eschen, Ulmen und Ahorn seien besonders artenreich, erklärt der Naturschützer. Jetzt aber, im Frühjahr, ziehen im sonnigen unteren Teil des Parks die blühenden Obstbäume die Blicke der wenigen Besucher auf sich. Nicht nur Liebespaare können sich hier mitten in der Stadt fast ungestört von der Welt fühlen.

Der Wernhaldenpark – ein Kleinod in Stuttgart. Foto Torsten Schöll/Torsten Schöll

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Der Park ist nur wenig besucht. Foto Torsten Schöll/Torsten Schöll

Wer den Wernhaldenpark im Frühling besuchen will, sollte das am besten am späten Nachmittag oder den frühen Abendstunden tun. Dann fällt auf den Nord-West-Hang das warme Sonnenlicht.

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