Das Programm zur Entwicklung des Ländlichen Raumes ist im Südwesten ein Klassiker. Grün-Rot steuert bei den Förderkriterien um.

Stuttgart - Ökologische Projekte bekommen Vorrang bei der Entwicklung des ländlichen Raums. Die Vergabe der 52,6 Millionen Euro Fördermittel für dieses Jahr richte sich stärker an Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz aus als früher, sagt Agrarminister Alexander Bonde (Grüne). Das gilt etwa für den Flächenverbrauch: Wer Gebäude umnutzt, statt neu zu bauen, bekommt dafür höhere Zuschüsse.

 

Das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) unterstützt 2012 laut Ministerium insgesamt 825 Projekte in 362 Gemeinden des Landes. 20 Prozent der Mittel fließen nicht in den ländlichen Raum selbst, sondern in ländlich geprägte Orte der Verdichtungsräume und in die Randzonen der Verdichtungsräume. Mit den Fördermitteln sollten Investitionen in Höhe von 437 Millionen Euro ausgelöst und mehr als 1800 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, hieß es.

Antragsteller mussten zeigen, wie ihr Projekt zum Klima- und Ressourcenschutz beiträgt. „Dieser Nachweis ist in hervorragender und vielfältiger Weise gelungen. Energieeinsparung, der Einsatz erneuerbarer Energien, Ressourceneffizienz, Kraft-Wärme-Kopplung oder umweltfreundliche Bauweisen sind Themen, die in unseren Kommunen und Unternehmen nicht nur aus ökologischen Gründen längst präsent sind“, so Bonde. Oft sei dieser Ansatz auch wirtschaftlicher.

Unternehmen besonders aktiv

Kommunale Vorhaben bekamen nur Geld aus dem ELR-Topf, wenn sie erneuerbare Energien und nachwachsende Rohstoffe verwenden, hohe Energieeffizienz oder eine umweltfreundliche Bauweise mit Holz oder guter Wärmedämmung vorweisen. Private Projekte erhielten Vorrang, wenn dies beachtet wurde. „Durch diese klaren Vorgaben zu den Fördervoraussetzungen nutzen wir das ELR als Instrument zur ökologischen und sozialen Modernisierung des Landes“, sagte Bonde.

Von 825 geförderten Projekten wurden mit 391 die meisten von Unternehmen eingereicht. Hinzu kamen 290 private Wohnbauprojekte und 144 kommunale Vorhaben. Zusätzlich zu den 52,6 Millionen Euro im ELR stelle die Landesregierung weitere 10 Millionen Euro für die Förderung des Breitbandausbaus bereit. Regional liegt der Ostalbkreis mit einer Förderung von vier Millionen Euro vorn.