Geldmangel Die klammen Kammern

Die IHK Stuttgart trifft die Transformation in der Autoindustrie, aber auch die Corona-Krise. Foto: imago images/Arnulf Hettrich
Die IHK Stuttgart trifft die Transformation in der Autoindustrie, aber auch die Corona-Krise. Foto: imago images/Arnulf Hettrich

Auch wenn die Gerichte die zu üppigen Rücklagen eingeschränkt haben, sollten die Industrie- und Handelskammern wieder etwas mehr Spielraum für die Vorsorge haben, meint Ulrich Schreyer.

Wirtschaft: Ulrich Schreyer (ey)
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Stuttgart - Die Autoindustrie und ihre Zulieferer einschließlich des Maschinenbaus sind das Rückgrat der Wirtschaft in der Region Stuttgart. Geht es diesen gut, fließt auch reichlich Geld in die Kasse der IHK Region Stuttgart. Doch jetzt hat sich das Blatt gewendet: Wegen hoher Ausgaben für die Transformation liefern diese Branchen weniger an die Kammer ab. Verschärft wird dies noch durch die Coronakrise. In anderen Regionen des Landes, bei anderen Kammern, muss zwar auch gespart werden – doch wo die Wirtschaftsstruktur ausgewogener ist, brechen die Einnahmen nicht so deutlich ein.

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Schlechte Lage, höhere Beiträge

Dass die Stuttgarter Kammer bei vielen Ausgaben den Rotstift ansetzen muss, ist eine Folge dieses Zusammentreffens von Wandel in der Autoindustrie und der Pandemie. Dass sie trotz der für viele Firmen fatalen Lage auch noch die Beiträge erhöhen muss, um sich selbst über Wasser zu halten, ist höchst unerfreulich. Zu Recht weist auch die kammerkritische Kakteengruppe auf diesen Umstand hin. Nur: Dass gerade viele der Unternehmen, für die die Kakteen gerne sprechen, überhaupt keinen Beitrag bezahlen müssen, weil sie zu klein sind – das wird von den Kritikern gerne übergangen.

Mehr Spielraum nötig

Doch nicht nur die Transformation der Wirtschaft und das Virus setzen die Stuttgarter IHK unter Druck. Nach der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs in Leipzig dürfen auch die Rücklagenpolster weniger dick als früher sein. Somit kann es durchaus schwerer werden, für schlechte Zeiten vorzusorgen. Damit rächt sich, dass viele Kammern in noch gar nicht so weit zurückliegenden Jahren nicht Notgroschen aufgespart, sondern regelrechte Schatztruhen in ihren Kellern gestapelt haben. Sinnvoll wäre es dennoch, dass eine Änderung des Gesetzes diesen wieder etwas mehr Spielraum bietet.

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