Gemeinde Aichwald Die Kommune will als Arbeitgeber attraktiver werden

Gut ausgebildetes Personal zu finden, wird auch für die Gemeinde Aichwald schwieriger. Foto: Roberto Bulgrin

Der Gemeinderat beschließt weitere außertarifliche Leistungen – Zuschüsse zu Fahrtkosten und zu EGYM Wellpass.

Zwar konnte die Gemeinde Aichwald in der Vergangenheit alle Stellen innerhalb der Verwaltung sowie der Kindergärten und Betreuungseinrichtungen besetzen, doch wird es immer schwieriger, vor allem gut ausgebildetes Personal zu gewinnen. Mittelfristig sieht Stefan Felchle, der Leiter des Aichwalder Haupt- und Personalamts, jedoch größere Probleme auch auf die Schurwaldgemeinde zukommen. „Irgendwann können wir nicht mehr alle Aufgaben, die der Gesetzgeber vorsieht, mit dem zur Verfügung stehenden Personal leisten, mahnt er. Eine Möglichkeit sieht Felchle, die „Aufgabenstruktur zu verschlanken“, wie er sagt, „oder mehr Menschen aus dem Ausland anzuerkennen und zu qualifizieren“.

 

Um es für potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter attraktiver zu machen, bei der Gemeinde Aichwald zu arbeiten, hat der Gemeinderat während seiner jüngsten Sitzung auf Vorschlag der Verwaltung und in Absprache mit dem Personalrat beschlossen, allen Mitarbeitenden, die von außerhalb zu ihrem Arbeitsplatz nach Aichwald fahren müssen, einen monatlichen Fahrtkostenzuschuss in Höhe von 43 Euro zu gewähren. Zudem will sich die Gemeinde ab Januar 2025 mit 34 Euro im Monat an dem sogenannten EGYM Wellpass beteiligen. Mitarbeiter, die dort mitmachen, können diesen Zuschuss bundesweit bei mehr als 6000 Anbietern von Sport- und Gesundheitsangeboten einlösen, beispielsweise bei Fitnessstudios oder Schwimmbädern – also auch bei Anbietern außerhalb Aichwalds. Die Mitarbeiter selbst müssen 30 Euro im Monat bezahlen.

Im Wettbewerb mit anderen Kommunen

Um im Wettbewerb mit anderen Kommunen als attraktiver Arbeitgeber zu bestehen, bietet die Gemeinde schon seit längerer Zeit außertarifliche Leistungen. So gibt es beispielsweise am Geburtstag einen halben Tag dienstfrei, ebenso am Faschingsdienstag. Einmal im Jahr gibt es einen von der Gemeinde bezahlten Betriebsausflug oder ein Betriebsfest.

Weitere Zuschüsse gibt es auch für diejenigen, die ein Fahrrad – meist ein E-Bike - leasen oder einen Zuschuss zur Gesundheitsförderung in Höhe von 15 Euro monatlich. Alles zusammen lässt sich die Schurwaldgemeinde diese außertariflichen Leistungen mehr als 7000 Euro im Jahr kosten. Der jetzt beschlossene Fahrtkostenzuschuss und der Zuschuss zum Wellpass werden jährlich mit weiteren rund 30 000 Euro zu Buche schlagen.

Warnung vor „Spirale nach oben“

Für Volker Haug von der CDU-Fraktion spielt die Vergütung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zwar auch eine wichtige Rolle, doch seien das Betriebsklima und auch die Freiheiten, die die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrem Job hätten, ebenso wichtig. Laut Bürgermeister Andreas Jarolim achtet die Gemeinde bereits heute schon auf diese Punkte. „Nicht umsonst schaffen wir es bislang, zum Beispiel die frei werdenden Stellen in unseren Betreuungseinrichtungen schnell wieder zu besetzen“, sagte Jarolim. Michael Neumann von der SPD-Fraktion stimmte den zusätzlichen Leistungen zwar zu, signalisierte aber zugleich, dass seine Fraktion Schwierigkeiten damit habe. Der Grund: Neumann und seine Fraktion wollen nicht, dass sich im Wettbewerb der Kommunen eine „Spirale nach oben“, entwickelt. Walter Knapp von Bündnis 90/Die Grünen warnte ebenfalls davor. Diese Spirale müsse irgendwo ein Ende haben.

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