Gemeinde Denkendorf Die Sanierung geht weiter
Die Gemeinde kann für das geplante Sanierungsgebiet „Mittleres Oberdorf“ mit einer Million Euro vom Land rechnen. Jetzt starten vorbereitende Untersuchungen.
Die Gemeinde kann für das geplante Sanierungsgebiet „Mittleres Oberdorf“ mit einer Million Euro vom Land rechnen. Jetzt starten vorbereitende Untersuchungen.
Die Gemeinde Denkendorf will mit der Sanierung des Ortsbereichs nordöstlich der oberen Ortsmitte ein neues Sanierungsgebiet „Mittleres Oberdorf“ ausweisen. Das geht aber nur mit finanzieller Unterstützung des Landes. Inzwischen liegt der ersehnte Förderbescheid vor: Die Kommune wurde in das Bund-Länder-Programm Sozialer Zusammenhalt aufgenommen. Laut Bescheid des Regierungspräsidiums kann die Kommune bei einem Förderrahmen von knapp 1,7 Millionen Euro mit einer Million Euro an Finanzhilfe für öffentliche wie private Sanierungsmaßnahmen rechnen. Diese Mittel können für Maßnahmen innerhalb eines förmlich festgelegten Sanierungsgebiets für Projekte zur Aufwertung des Wohnumfelds, zur Stärkung des Miteinanders und zur Verbesserung der baulichen Struktur eingesetzt werden.
Dass die Gemeinde gleich im ersten Anlauf bei der Aufnahme ins städtebauliche Förderprogramm zum Zug gekommen ist, sei ungewöhnlich, betonte der Denkendorfer Bürgermeister Ralf Barth im Gemeinderat. Vertreter des Regierungspräsidiums hätten sich vor Ort ein Bild gemacht, berichtete er. Die Staatssekretärin im Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen, Andrea Lindlohr, hat jetzt einen symbolischen Förderscheck an den Bürgermeister übergeben. Die Fördermittel stehen der Gemeinde ab sofort und bis zum 30. April 2034 zur Verfügung.
Bevor das Sanierungsgebiet endgültig festgelegt und beschlossen wird, sind vorbereitende Untersuchungen nötig. Sie sollen Beurteilungsgrundlagen über die Notwendigkeit der Sanierung, die sozialen, strukturellen und städtebaulichen Verhältnisse sowie die Ziele, die angestrebt werden, schaffen. Auch die Durchführung der Sanierung wird laut Barth in den Blick genommen. Zudem sollen gestalterische und funktionale Entwicklungspotenziale und entsprechende Maßnahmen zur Umsetzung aufgezeigt werden. Nötig ist auch eine Bestandsaufnahme des Zustandes der Gebäude im geplanten Gebiet. Diese Untersuchungen durchführen zu lassen, hat der Gemeinderat jetzt einstimmig beschlossen. Außerdem soll in einer Fragebogenaktion erhoben werden, wie groß die Mitwirkungsbereitschaft der privaten Grundstückseigentümer ist. Auch eine Begehung und Bestandsaufnahme der Gebäude ist geplant.
Im neuen Sanierungsgebiet liegen laut Gemeinde zahlreiche Bereiche, die erhebliche Defizite aufweisen und die die Kommune deshalb gerne aufpolieren würde. Wenn der neue Bauhof der Gemeinde im Gewerbegebiet „Nördliche Albstraße“ fertiggestellt ist, wird das bisherige Areal an der Sudetenstraße frei. Auf dieser innerörtlichen Fläche soll Wohnraum geschaffen werden. Zudem könnten private Gebäudeeigentümer Fördergelder etwa für die energetische Sanierung ihrer Häuser bekommen. Im Gebiet liegen auch das Haus, in dem bisher der Albrecht-Bengel-Kindergarten untergebracht war, der Spielplatz Brandenburger Weg und historische Gebäude wie das Schafhaus in der Berkheimer Straße sowie Wohngebäude am Anfang der Esslinger Straße.
Auch im Areal zwischen Bismarck- und Schillerstraße sieht die Kommune Sanierungspotenzial. Ebenfalls Sanierungsbedarf besteht aus Sicht der Gemeinde südlich der Neuffenstraße bis hin zur Oberen Ortsmitte. Hier sieht man die Möglichkeit, eine Verbindung zur Oberen Ortsmitte zu schaffen, die im Rahmen eines Modellprojekts ebenfalls umgestaltet werden soll.
Als nächster Schritt sollen die Bürger ins Boot geholt werden. Man wolle mit den Eigentümern im Sanierungsgebiet ins Gespräch kommen, um zu erfahren, was sie planen zu investieren, so der Bürgermeister. Mit dem Beschluss der vorbereitenden Untersuchungen würden Baugesuche oder auch der Abbruch bestehender Gebäude für ein Jahr zurückgestellt. Auch müsse die Gemeinde dem Verkauf eines Grundstücks zustimmen. „Das zielt darauf, dass keine neuen Zustände geschaffen werden, die wir im Rahmen unserer Sanierungsziele nicht wollen“, erläutert Barth. Er rät Eigentümern, sich bei der Gemeinde zu melden, wenn sie bauliche Veränderungen planen. Die Gemeinde rechnet damit, dass die Untersuchungen spätestens in diesem Oktober abgeschlossen sind. Mit ihnen wurde die LBBW Immobilien Kommunalentwicklung GmbH beauftragt. Im Dezember oder im Januar könnte dann die förmliche Festlegung des Sanierungsgebiets durch den Gemeinderat erfolgen.
Sanierungsgebiet
Das geplante Gebiet wird grob im Norden von der Neuffen- und der Bismarckstraße begrenzt. Im Süden endet es an der Linie Schiller-, Claudius- und Justinus-Kerner-Straße. Östlich bildet die Linie des alten Bauhofgeländes an der Sudetenstraße die Grenze, westlich die Esslinger Straße. Wobei ein Teil der Gebäude zwischen den Einmündungen Mittelweg und Kurze Straße ebenfalls aufgenommen wurden. Zudem umfasst das Gebiet einen Zwickel zwischen Albrecht-Bengel- und Hindenburgstraße, in dem der ehemalige Albrecht-Bengel-Kindergarten liegt.
Sanierungen
Denkendorf hat bereits etliche großflächige Sanierungen verwirklicht. Mit Mitteln aus städtebaulichen Förderprogrammen wurden die Sanierungsgebiete „Friedrichstraße/Schäfersteige“ in den Jahren 1973 bis 2013 sowie „Kloster/Körsch“ zwischen 2012 und 2023 realisiert.