Gemeinde Lichtenwald Klausurtagung zum Gemeindeentwicklungskonzept

Das Ensemble Pfarrhaus und Pfarrscheuer in Hegenlohe könnte nach dem Gemeindeentwicklungskonzept zur Bürgerbegegnungsstätte umgestaltet werden. Foto: pst

Der Gemeinderat Lichtenwald vertagt einen Beschluss über das Entwicklungskonzept für die Gemeinde. Vorher gibt es eine Klausurtagung, um das Vorhaben weiter zu konkretisieren.

Seit annähernd drei Jahren beschäftigen sich der Gemeinderat, die Verwaltung und nicht zuletzt die Bürgerschaft der Gemeinde Lichtenwald mit der Erstellung eines Gemeindeentwicklungskonzepts. Die abschließende Zusammenfassung und ein Maßnahmenplan für die kommenden 15 Jahre sollten in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats verabschiedet werden. Das Gremium vertagte die Entscheidung jedoch auf das erste Quartal des begonnenen Jahres und beschloss, zuvor noch in einer Klausurtagung die Entwicklungsvorhaben weiter zu konkretisieren. Der Vorschlag, das Pfarrhaus Hegenlohe zu einer Bürgerbegegnungsstätte zu entwickeln, traf auf Zustimmung.

 

„Das Konzept soll Leitsätze, strategische Ziele und eine Leitlinie aufzeigen, in welche Richtung sich die Gemeinde entwickeln soll“, fasste die Stadtplanerin Maxine Gesell zusammen, die seit dem Jahr 2022 als fachliche Leiterin die Erarbeitung des Gemeindeentwicklungskonzepts betreut.

Mit einer umfangreichen Bürgerbeteiligung hatte ein Stuttgarter Stadtplanungsbüro fünf zentrale Bereiche des Lebens in der Gemeinde beleuchtet. In mehreren Veranstaltungen, mit einer Umfrage bei sämtlichen Haushalten im Ort sowie einer speziellen Jugendumfrage wurden zu den Themen Siedlungsentwicklung und Wohnen, Mobilität, Landschaft und Ökologie, Naherholung und Kultur sowie soziale Infrastruktur und Gesundheit Bedarfe und Mängelanzeigen abgefragt, Hinweise und Entwicklungsvorschläge eingeholt.

Das Planungsbüro bewertete die Ergebnisse fachlich und diskutierte sie mit dem Gemeinderat und der Verwaltung. Schließlich wurden Planungsschritte und ein Handlungsprogramm zusammengestellt und in das Entwicklungskonzept eingearbeitet. Das Ergebnis, eine 68 Seiten starke Broschüre, die in der Sitzung des Gemeinderats zur Beschlussfassung vorgelegt worden war, traf jedoch trotz der langen Vorbereitungszeit und etlichen Sitzungen sowie Klausurtagungen des Gemeinderats auf einigen weiteren Diskussionsbedarf.

Der Vorschlag, das derzeit ungenutzte Ensemble Pfarrhaus und Pfarrscheune Hegenlohe als Treffpunkt und Begegnungsstätte zu entwickeln, traf auf große Zustimmung und wurde im Katalog der Vorhaben priorisiert. Etliche Handlungsanregungen für die Ortsentwicklung indes wie etwa das Seniorenwohnen mit Pflegeeinrichtung, die Verbesserung der Angebote für Jugendliche oder die Förderung der Vereine sahen die Räte als bereits umgesetzt oder auf dem Weg dahin. „Sie haben in den vergangenen Jahren schon viele Dinge abgeräumt und inhaltlich umgesetzt. Da ist fantastische Arbeit geleistet worden“, lobte Bürgermeister Ferdinand Rentschler das Gremium.

Verbindlichkeit für künftige Beschlüsse eingefordert

Vieles jedoch blieb den Räten zu wolkig. „Man kann aus dem Papier einiges herauslesen, was die Bürger beschäftigt. Wir regen aber an, die ganzen Ideen noch etwas zu konkretisieren, bevor wir beschließen“, sagte Constanze Pfaff (LBL), unterstützt von ihrem Fraktionskollegen Armin Storz, der „das Handlungsprogramm mit Leben gefüllt und konkret unterfüttert“ sehen wollte. So sahen dies auch Victoria Roos (CDU), Neo Fritz (Grüne) und Matthias Böhm (FUW), der zudem Verbindlichkeit einforderte, wenn Entwicklungsideen und Handlungsschritte für die Zukunft der Gemeinde beschlossen werden sollten.

So verständigte sich das Gremium auf eine Vertagung des Beschlusses und eine weitere Klausursitzung im ersten Quartal dieses Jahres. Dabei soll konkretisiert werden, welche Handlungsschritte wann unternommen und welche Ziele definiert werden sollen. „Wir wollen den Rahmen mit Leben füllen“, sagte Pfaff.

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