Gemeindehaushalt Mönsheim Gewerbesteuern sprudeln noch stärker als bisher

Rund 500 000 Euro fließen an die Mönsheimer Feuerwehr – hier steht etwa die Sanierung des Gerätehauses an. Foto: /S. Granville

Mönsheim rechnet aktuell mit Einnahmen in Höhe 45 Millionen Euro. Bodenständig bleibt dagegen das Programm für die kommunalen Investitionen.

Auch in diesem Jahr kann Mönsheim mit außergewöhnlich hohen Gewerbesteuereinnahmen rechnen. Zumindest lassen die angekündigten Vorauszahlungen darauf schließen. Nach neuesten Informationen kann die 3000-Einwohner-Gemeinde am Grenzbach rund 45 Millionen Euro erwarten. Dies wurde jetzt im Nachgang zu den Beratungen für den Gemeindehaushalt 2024 bekannt. Ging der Kämmerer der Gemeinde, Andreas Scheytt, von einem etwa gleich hohen Betrag wie im vergangenen Jahr aus – schon 2023 konnte die Gemeinde mit 20 Millionen Euro an Gewerbesteuern rechnen – so wurde diese Zahl jetzt deutlich nach oben korrigiert.

 

Auf Nachfrage erklärte der Mönsheimer Bürgermeister Michael Maurer gegenüber unserer Zeitung: „In Anbetracht der eingegangenen Bescheide rechnen wir aktuell mit Gewerbesteuern in Höhe von 45 Millionen Euro.“ Er fügte hinzu: „Wir begrüßen diese Summe und machen dennoch zeitgleich darauf aufmerksam, dass es sich um Vorauszahlungen handelt, nicht alles bleibt, bedauerlicherweise, in Mönsheim.“ Mehr als die Hälfte der Einnahmen der Kommune gehen laut dem Kämmerer wieder weg. Schon ab dem kommenden Jahr muss Mönsheim im Rahmen des Finanzausgleichs und der Kreisumlage millionenschwere Zahlungen leisten. Außerdem, so wurde betont, handele es sich bisher nur um Vorauszahlungen aufgrund von Steuerschätzungen. Die tatsächliche Steuerhöhe könne sich im Laufe des Jahres noch ändern. Wenn prognostizierte Gewinne niedriger ausfallen, können Rückzahlungen fällig werden.

Tatsächliche Steuerhöhe kann sich im Laufe des Jahres noch ändern

Woher das Geld stammt, dürfen Bürgermeister und Kämmerer wegen des Steuergeheimnisses nicht sagen, doch in der Nachbargemeinde Weissach, wo in diesem Jahr mit einem dreistelligen Millionenbetrag an Einnahmen gerechnet wird, befindet sich ebenso wie auf Mönsheimer Gemarkung das Entwicklungszentrum von Porsche. Im Gewerbegebiet Gewerbepark Heckengäu sind weitere namhafte Unternehmen aktiv.

Weitgehend einig waren sich die Gemeinderäte jetzt über das von der Verwaltung vorgeschlagene Investitionsprogramm mit einem Gesamtvolumen von 3,5 Millionen Euro. So sind für den Erwerb von Grundstücken 625 000 Euro vorgesehen, für die Feuerwehr rund 500 000 Euro, wobei der größte Brocken in die Sanierung des Gerätehauses fließt, aber auch die Umstellung auf Digitalfunk wird weiter finanziert. Die Arbeiten im Feuerwehrgerätehaus sind noch nicht beendet, weil noch immer nicht alle Mängel in der Elektrotechnik von der zuständigen Firma behoben wurden, sagte Michael Maurer auf Nachfrage. Für die Sanierung des Schulhofes sind zunächst 150 000 Euro angesetzt, die Aula und die Festhalle bekommen jeweils für 35 000 Euro neue Stühle.

Investitionsprogramm mit Gesamtvolumen von 3,5 Millionen Euro

180 000 Euro sind für eine schon seit längerem diskutierte Photovoltaik-Anlage auf der Appenbergsporthalle geplant. Die Gemeinderäte fordern Klarheit darüber, wie es mit der beengten räumlichen Situation in den Kindergärten weitergeht. Vorsichtshalber wurden für die Anschaffung eines Bürocontainers für die Villa Kunterbunt 35 000 Euro eingestellt. Eine erste Planungsrate für mögliche Baumaßnahmen von 100 000 Euro stehen im Haushaltsplan 2024, die Folgejahre sehen insgesamt 2,5 Millionen vor. In einer Klausurtagung soll der Gemeinderat jetzt nach Lösungen suchen. 300 000 Euro in diesem Jahr und jeweils die gleichen Beträge in den Folgejahren sind für die Sanierung von Gemeindeverbindungsstraßen vorgesehen. Gemeinderat Hans Kuhnle (UBLM) fragte, warum das geplante Regenrückhaltebecken Grenzbach-Lerchenhof „so weit hinten“ stehe, also erst ab 2026 eingeplant sei. Dieses müsse dringend gebaut werden.

Bürgermeister Maurer erklärte, dass dort derzeit verschiedene Voruntersuchungen laufen, etwa die auf Kampfmittel im Boden. Schließlich einigte sich der Gemeinderat noch darauf, dass die Alte Kelter, die „gute Stube der Gemeinde“, wie es hieß – dort finden häufig Veranstaltungen statt – mit einer guten Klanganlage ausgestattet werden soll. Kostenpunkt rund 20 000 Euro. „Wenn man da investiert, hat man die nächsten zehn Jahre Ruhe“, meinte Stephan Damm (FWG).

Der Gemeinderat soll den Haushalt nächsten Donnerstag verabschieden. Bis dahin wird der Kämmerer die neuen Zahlen auf der Einnahmenseite einarbeiten müssen, damit konkrete Aussagen zum Ergebnis- und Finanzhaushalt gemacht werden können.

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