Gemeinderat Heimsheim Vereine bekommen mehr Geld

Von Kathrin Klette 

Die wesentlichste Änderung: Pro Mitglied gibt es einen festen Sockelbetrag. So sollen die Ehrenamtlichen mehr Planungssicherheit haben. Vor allem Jugendliche profitieren.

Viele Vereine – wie der TSV Heimsheim, hier beim Tischtennistag – betreiben intensive Jugendarbeit. Das möchte die Stadt in besonderem Maße fördern. Foto: Andreas  Gorr
Viele Vereine – wie der TSV Heimsheim, hier beim Tischtennistag – betreiben intensive Jugendarbeit. Das möchte die Stadt in besonderem Maße fördern. Foto: Andreas Gorr

Heimsheim - Mehr Geld für Vereine: Damit lässt sich der Beschluss im Heimsheimer Gemeinderat zur „Neuordnung der Vereinsförderung in Heimsheim“ einfach zusammenfassen. Im Detail geht es vor allem um höhere Sockelbeiträge und eine stärkere Fokussierung auf die Förderung von Musik und Sport sowie vor allem der Jugendarbeit. Zuschüsse für große Anschaffungen oder Bauvorhaben werden davon nicht beeinflusst, diese werden wie früher individuell beraten. Wie die Förderbeträge errechnet werden, ändert sich grundlegend, trotzdem lässt sich sagen, dass der Sockelbetrag, den die Stadt zur Verfügung stellt, sich in etwa verdoppelt.

Nach vielen Vorbereitungen und Vorberatungen, so Bürgermeister Jürgen Troll, hat die Verwaltung dem Gemeinderat nun die neue Satzung vorgelegt. Der Anlass dafür: „Die finanzielle Förderung der Vereine ist neben dem greifbaren Zeichen der Wertschätzung auch eine Stärkung und Entlastung des Ehrenamts“, heißt es in der Begründung aus dem Rathaus.

„Kopfbeträge“ statt Fördertopf

Eine wesentliche Änderung besteht darin, dass die Stadt von einem jährlich festgelegten Fördertopf übergeht zu „Kopfbeträgen“ für jeden Verein. Das bedeutet: Seit 2014 wurde jedes Jahr ein Fördertopf in Höhe von 15 000 Euro ausgeschüttet und auf die Vereine verteilt. 2016 waren das durchschnittlich 2,60 Euro pro erwachsenes Mitglied, 14,50 Euro für Jugendliche. Von diesem System will die Stadt nun abrücken, „damit die Vereine mehr Planungssicherheit haben“, erklärt Jürgen Troll. Fortan gilt: Pro Mitglied erhält jeder Verein einen festen Zuschuss von drei Euro, mindestens aber 150 Euro. Ausnahme bilden jugendliche Mitglieder in Vereinen, die Jugendarbeit betreiben, also eine Jugendabteilung mit regelmäßigen Übungsabenden haben wie Musik- und Sportvereine. Für diese gibt es je 30 Euro Zuschuss.

Weitere wichtige Änderungen, die vor allem dem Sport und der Musik zugute kommen, sind die höhere Jahresförderung für den Musikverein Stadtkapelle – von 760 auf 2000 Euro – und der deutlich höhere Zuschuss für die Sportplatzpflege. Bislang hatte sich die Stadt nur beim Wasserverbrauch beteiligt. Fortan erhält der TSV 5500 Euro jährlich für Rasen-, Kunstrasen und Rasenkleinspielfeld, der Tennisclub 1000 Euro für seine sechs Sandplätze.

 

Vereinsförderung ist immer individuell

 

Richtlinien
Es gibt kein Gesetz, das Kommunen vorschreibt, in welcher Höhe oder nach welchen Sätzen Vereine zu fördern sind. Daher haben Kommunen ihre eigenen „Richtlinien zur Förderung von Vereinen“, die vom Rat festgelegt werden. Meist gibt es, wie jetzt auch in Heimsheim, feste Sockelbeträge, die einem Verein jährlich zugute kommen. Zusätzlich unterstützen die Städte und Gemeinden ihre Vereine noch, indem ihnen zum Beispiel Mieten in städtischen Hallen erlassen oder sie von Gebühren befreit werden. Sportvereine erhalten außerdem häufig Geld für die Platzpflege, was sich entsprechend auf die allgemeinen Sockelbeträge auswirken kann.

Heimsheim
Die wichtigsten Neuerungen zusammengefasst: Jeder Verein erhält drei Euro pro Mitglied, mindestens aber 150 Euro. Betreibt der Verein aktive Jugendarbeit, gibt es für jeden Jugendlichen 30 statt der 3 Euro. Ausgenommen von dieser Regelung sind politische Vereinigungen, Religionsgemeinschaften und wirtschaftlich tätige Vereine/Fördervereine. Doch wie sieht die Vereinsförderung in anderen Kommunen aus?

Weissach
Die Nachbargemeinde Weissach beispielsweise staffelt ihre Sockelbeiträge für Vereine nach Mitgliederzahlen: bis 100 Mitglieder: 300 Euro. 101-300 Mitglieder: 450 Euro. 301 bis 500 Mitglieder: 600 Euro. Ab 501 Mitglieder: 750 Euro. Zusätzlich vergibt die Gemeinde einen Jugendförderungsbeitrag in Höhe von 20 Euro für jedes Mitglied unter 18 Jahren.

Renningen
In Renningen ist das System etwas komplizierter. Dort werden Vereine unterteilt in die Kategorien Musik, Sport, Kultur und Kunst, Kinder und Jugend, Allgemeininteresse und Sonstige. Die Sockelbeträge sind abhängig von der Zugehörigkeit und weiteren Kriterien. Zum Beispiel erhalten Sportvereine, unabhängig von der Mitgliederzahl, 500 Euro plus 15 Euro pro Mitglied unter 18 Jahren. Vereine aus der Kategorie Kinder und Jugendliche erhalten einen Pauschalbetrag von 2000 Euro jährlich.

Rutesheim
Für Sportvereine gibt es in Rutesheim 300 Euro als Sockelbetrag plus 15 Euro für jeden Jugendlichen. Für Musikvereine gibt es 1000 Euro, außerdem zusätzliche Unterstützung für Unter-18-Jährige. Für alle anderen Vereine liegt der Sockelbetrag bei 150 Euro plus 15 Euro für Jugendliche.