In der Stadt Backnang schicken sechs Listen ihre Kandidaten ins Rennen um die 26 Sitze im Gemeinderat. CDU und SPD sorgen nur für wenig Überraschungen. Ein Grüner, der früher mal Sozi war, indes polarisiert.
Backnang - Die wohl bemerkenswerteste Personalie bei den Kommunalwahlen in Backnang findet sich auf der Wahlvorschlagsliste der Grünen: Eric Bachert, einst Sozialdemokrat und jüngster Backnanger Stadtrat, geht dieses Mal für Bündnis 90/Die Grünen ins Rennen. Der 1964 geborene Bachert ist vor ein paar Jahren öffentlichkeitswirksam aus der SPD ausgetreten – und zwar ausgerechnet während der Weihnachtsfeier im Jahr 2010, bei der er für seine 25-jährige Mitgliedschaft geehrt wurde. Manche in der Partie hassen ihn bis heute dafür.
Bachert kandidiert auf Platz sechs, er ist in Backnang bei vielen Gleichaltrigen zwar bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund, seine Wahl dürfte trotzdem kein Selbstläufer werden. Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Ulrike Sturm kandidiert nicht wieder. Auf Platz eins steht der Stadtrat Willy Härtner.
Wenig Überraschungen bei CDU und SPD
Die Listen der CDU und der SPD sorgen für weniger Überraschungen. Die Fraktionsvorsitzenden Volker Schwarze (CDU) und Heinz Franke (SPD) sind jeweils Spitzenkandidat. Bei den Christdemokraten treten die beiden Stadträte Matthias Wurche und Eberhard Sorg nicht wieder an. Bei beiden Listen haben es vergleichsweise junge Kandidaten auf Platz drei geschafft: Der 1979 geborene Manuel Häußer bei den Christdemokraten und Armin Dobler, Jahrgang 1969, bei den Sozialdemokraten.
Opa, Sohn und Enkel treten an
Die Liste des Bürgerforums Backnang (BfB) wird vom Alterspräsidenten des aktuellen Gemeinderats angeführt: Der streitbare Alfred Bauer (1932) will’s noch einmal wissen. Mit ihm kandidieren noch sein Sohn Jörg Bauer und sein Enkel Alex Bauer, außerdem Phillip Michelfelder, der Sohn des ehemaligen Waiblinger Polizeichefs Ralf Michelfelder.
UVB mit nur 17 Kandidaten
Ein wenig überraschend ist, dass Wolfgang Schwalbe von der Unabhängigen Bürger Vereinigung (UBV) lediglich mit einer 17-köpfigen Liste ins Rennen geht und nicht mit den maximal möglichen 26 Kandidaten. Der Stadtrat Wolfgang Schwalbe ist auch dieses Mal wieder Spitzenkandidat. Beobachter gehen davon aus, dass es für die UBV schwierig werden könnte, wieder einen Sitz im Stadtparlament zu gewinnen. Aber vielleicht kann ja der UBV-Kandidat auf Platz 17 helfen – er gibt als Beruf Zauberer an.
Die Christliche Initiative Backnang (CIB) mit ihrem Spitzenkandidaten, dem langjährigen Stadtrat Lutz-Dietrich Schweizer, dürfte relativ sicher wieder mit dabei sein im neuen Gemeinderat. Lediglich Außenseiterchancen haben hingegen die Backnanger Demokraten (BD) mit ihrem Mann auf Platz eins der Wahlliste, Friedrich Gehring. Die BD sind eine Liste des linken Spektrums. Für sie kandidieren unter anderem Wolfgang Schmidt, der bei der ebenfalls am 25. Mai stattfindenden Kreistagswahl für die Partei Die Linke antritt, und auch Volker Dyken, der sich vorgenommen hat, für die Piratenpartei den Kreistag zu entern.
Entscheidung über Sporthalle
Entscheidung über Sporthallensanierung steht an
Der neue Gemeinderat wird nach der Einschätzung von Oberbürgermeister Frank Nopper unter anderem die seit vielen Jahren regelmäßig diskutierte Sanierung der Karl-Euerle-Sporthalle beschließen oder aber endgültig verwerfen müssen. Dabei geht es immerhin um vier bis fünf Millionen Euro. Ferner stünden weitere wegweisende Entscheidungen an, etwa die Frage, ob die Stadt das Bildungshaus beim Bahnhof mieten oder kaufen soll. Außerdem auf der Agenda: die Sanierung des Etzwiesen-Stadions, Verbesserungen beim öffentlichen Nahverkehr, der Umbau des Bahnhofs, die Zukunft des Bahnhofsschuppens und die Nachnutzung des Areals rund um das alte Hallenbad.