Gemeinderatswahl in Grafenau Freie Wähler bleiben stärkste Kraft

Das Grafenauer Rathaus in Döffingen. Das neue Ortsparlament fällt deutlich kleiner aus. Foto:  

Nach Abschaffung der unechten Teilortswahl kommt Bewegung in den Grafenauer Gemeinderat. Das Kräfteverhältnis bleibt dagegen konstant.

Da waren es nur noch 14. Der Gemeinderat von Grafenau hat sich im vergangenen Frühjahr mit großer Mehrheit eine Schlankheitskur verordnet. Mit Abschaffung der unechten Teilortswahl schrumpft das zuletzt auf 19 Sitze angewachsene Gremium deutlich zusammen. Am Kräfteverhältnis im Maltesersaal ändert sich dagegen wenig: Stärkste Fraktion bleibt – wenn auch jetzt nur noch mit fünf statt sechs Sitzen – weiterhin die Freien Wähler Gemeinschaft (FWG).

 

Bruno Metzger verteidigt dabei seinen Titel als Stimmenkönig. Der stellvertretende Bürgermeister und ehemalige Leiter der Döffinger Gemeinschaftsschule holte für die Freien Wähler 2837 Stimmen. Matthias Wolf (ebenfalls FWG) erzielte mit 2761 Stimmen das zweitstärkste Votum. Die Plätze drei und vier liegen hauchdünn beinander: Knapp vor CDU-Rat Karl-Heinz Luginsland (2143 Stimmen) landet sein neuer Fraktionskollege Philipp Scollo. Der Tankstellenbetreiber holte bei seiner ersten Gemeinderatswahl 2157 Stimmen.

Mit weiterhin vier Sitzen festigt die CDU ihre Position im verkleinerten Gremium. Die SPD büßt dagegen einen Sitz ein: Künftig hält im Grafenauer Gemeinderat nur noch der Autowerkstattchef Franjo Damjanović die sozialdemokratische Fahne hoch. Federn lässt auch die FDP. Thomas Fölster, der es im Jahr 2019 noch über ein Ausgleichsmandat ins Gremium geschafft hatte, ist nicht mehr dabei. Für die Liberalen sitzt nur noch Franziska Stahl im Ortsparlament.

Ablehnung bei Baugebieten und Sportstättenausbau kostet Wählerstimmen

Einen Sitz weniger holten auch die Grünen. Nach dem Ausscheiden von Astrid Kiefer rückt hier die Klimaschutzmanagerin Annalisa Mornhinweg nach. An ihrer Seite bleibt Rita Graf dem Gemeinderat erhalten. Das schwächere Abschneiden der Grünen führt Rita Graf nur zum Teil auf die Bundespolitik zurück. „Hier im Ort zählt aber eher, dass wir gegen die Massen von Neubaugebieten nach Paragraf 13b sind“, spielt sie die Debatte um beschleunigte Bauverfahren an. Außerdem vermutet sie, dass das Grünen-Veto gegen die ursprünglich angedachte teuere Lösung für die Erweiterung der TSV-Sportanlagen eine Rolle gespielt hat.

Der laut der humoristischen Wahlplakate „viel zu seriöse“ Kandidat Kevin Kubsch (ehemals Grüne) hat es für Die Partei in den Rat geschafft. Damit bleibt die vermeintliche Spaßtruppe (die im Rat allerdings durchaus ernsthaft mitgearbeitet hat) mit Kubsch als nunmehr einzigem Mitglied dem Ortsgremium erhalten.

Kubsch ist eines von mehreren neuen Gesichtern im Grafenauer Rat – darunter Carolin Pleß. Die Vorsitzende des Musikvereins Grafenau sitzt künftig für die Freien Wähler im Rat. Neu für die CDU ist neben Philipp Scollo noch Andreas Geiger. Bei den Freien Wählern folgt Ralf Mornhinweg auf seinen Vater Heinz nach.

Der neue Gemeinderat

Wahlberechtigte: 5202

Wahlbeteiligung:
 65,74 Prozent

Stimmverteilung
 (in Klammern das Ergebnis von 2019): FWG 36,27% (22,24%), CDU 26,70% (12,22%), Grüne 14,47% (29,95%), SPD 9,6% (18,86%), FDP 8,4% (8,57%), Die Partei 4,55% (8,16%)

Sitzverteilung
 (in Klammern Sitze von 2019): FWG 5 (6), CDU 4 (4), Grüne 2 (3), SPD 1 (2), FDP 1 (2), Die Partei 1 (2).

Gewählt wurden: FWG: Bruno Metzger, Mathias Wolff, Thomas Rölli, Carolin Pleß, Ralf Morhinweg  CDU: Philipp Scollo, Karl-Heinz Luginsland, Marita Rodamer, Andreas Geiger Grüne: Annalisa Morhinweg, Rita Erika Graf SPD: Franjo Damjanović FDP: Franziska Stahl Die Partei: Kevin Kubsch

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