Für den Gemeinderat in Remshalden beginnt eine neue Zeitrechnung: Zwei langjährige Fraktionsvorsitzende treten nicht mehr zur Wahl an. Spannend ist, ob es Kandidaten der neuen Alternativen Liste in das Gremium schaffen.
Remshalden - Ein wenig bedauert es Bürgermeister Stefan Breiter schon, dass der Gemeinderat Remshalden nach der Wahl ganz sicher nicht mehr derselbe sein wird wie vor der Wahl: „Wir haben sehr gut zusammengearbeitet. Und da ich gerade erst im zweiten Jahr meiner Amtszeit bin, wäre ein wenig mehr Kontinuität schön gewesen“, sagt Breiter angesichts der anstehenden Veränderungen.
Mit Michael Haßmann (CDU) und Rolf Wellinger (BWV) treten gleich zwei Fraktionsvorsitzende und kommunalpolitische Schwergewichte nicht mehr bei der Gemeinderatswahl Ende Mai an. Haßmann hat dem Gremium 15 Jahre angehört, Wellinger kommt auf 20 Jahre als Gemeinderat. Auch der Stimmenkönig der vergangenen Wahl, Friedrich Wachter von der FW/FDP-Fraktion, lässt sich nicht mehr aufstellen. Und mit Werner Schnabel musste die Bürgerliche Wählervereinigung (BWV) bereits im vergangenen Jahr ein langjähriges Mitglied in den Ruhestand verabschieden: „Er war dabei, seit es die Gemeinde Remshalden gibt“, sagt Stefan Breiter, der vor allem den Erfahrungsschatz missen wird: „Diese Herren kennen die Geschichten hinter den Geschichten, da geht wertvolles Wissen verloren.“ Davon abgesehen seien sie immer hoch geschätzte Multiplikatoren gewesen.
Zum ersten Mal tritt eine Alternative Liste an
Breiter ist gespannt, welche Gemeinderatsmitglieder in Zukunft als Zugpferde fungieren werden: „Da gibt es einige Köpfe, denen ich das zutrauen würde. Aber das müssen sie noch beweisen." Vielleicht ist ja auch ein Mitglied der Alternativen Liste dabei, die zum ersten Mal in Remshalden zur Kommunalwahl antritt. Die Kandidaten möchten sich für eine nachhaltige Entwicklung ihrer Gemeinde einsetzen. „Bisher sind wir auf grüne Themen eher von Seiten der SPD hingewiesen worden“, sagt Stefan Breiter.
Der neu gewählte Gemeinderat wird sich vor allem mit Projekten beschäftigten, die jetzt schon auf der Tagesordnung stehen. Da ist zum einen die Erschließung des neuen Gewerbegebiets Breitwiesen oder der Umzug der Ernst-Heinkel-Realschule von Grunbach nach Geradstetten und der Bau des neuen Schulzentrums. „Da ist es mir vor allem wichtig, die Kostenkontrolle zu behalten. Bisher sind für die Erweiterung und Sanierung der Schule in Geradstetten 8,5 Millionen Euro veranschlagt und wir hoffen, dass es bei dieser Summe bleibt.“ Erhalten bleibt dem Gremium auch das alte Thema Neue Mitte und die Gestaltung in westlicher Richtung.