In Urbach treten 17 von 18 Gemeinderäte wieder zur Kommunalwahl an. Es gibt aber auch zum ersten Mal eine Kandidatenliste der Grünen. Diese hoffen darauf, in Zukunft zwei Vertreter in dem Gremium zu haben.
Urbach – Theoretisch könnte der neue Urbacher Gemeinderat fast genauso aussehen wie der alte Urbacher Gemeinderat. Immerhin haben sich 17 von 18 amtierenden Räten noch einmal aufstellen lassen. Nur Birgit Schiek von den Freien Wählern tritt nicht wieder an.
Langweilig ist der Kommunalwahlkampf in Urbach trotzdem nicht. Eine Überraschung ist etwa, dass Karl Renz auf der Liste der CDU steht – bisher war er der einzige Vertreter der FDP im Gemeinderat. Noch überraschender ist, dass der Name Christel Härer auf der Liste der Christdemokraten auftaucht. Sie war vor einigen Jahren schon einmal Mitglied des Gemeinderates, damals allerdings für die SPD. Der Wechsel hat für sie keine kommunal-, sondern ausschließlich bundespolitische Gründe. Mehr als zwei Jahrzehnte hat sie der SPD angehört, mittlerweile hat sie das Parteibuch zurückgegeben: „Die SPD ist für mich die größte Enttäuschung.“
Nachdem ihr Detlef Holzwarth von der CDU erzählt hatte, dass er große Schwierigkeiten habe, die Liste seiner Partei zu füllen, hat sie sich zu einer Kandidatur bereit erklärt: „Ich war schon immer eine politische Frau. Und ohne Engagement funktioniert keine Demokratie“, sagt Christel Härer.
Spannend dürfte auch werden, ob es Kandidaten der Grünen in den Urbacher Gemeinderat schaffen. Diese Partei tritt zum ersten Mal mit einer Liste an. Dazu war es höchste Zeit, findet Kandidatin Eva Rombach: „Wir leben schon elf Jahre in Urbach, und konnten bisher nie grün wählen“, sagt sie. Obwohl sie die Liste ihrer Partei gut findet, kann sie die Chancen nur schlecht einschätzen – auch wenn der Nachbarort Plüderhausen Mut macht: „Dort sind auch drei Mitglieder der Grünen Liste Umwelt im Gemeinderat. Ich würde mich freuen, wenn wir zwei Leute reinbekommen würden“, sagt Eva Rombach.
Egal, wie der Gemeinderat schließlich aussieht: Auf die 18 Mitglieder kommt einige Arbeit zu. Es gilt das neue Wohngebiet Urbacher Mitte II weiterzuentwickeln, das sich an die Urbacher Mitte I anschließt. Zudem wird die Sanierung des südlichen Ortskerns fortgesetzt. „Ein Ziel ist es auch, Ladengeschäfte in der Ortsmitte anzusiedeln“, sagt Bürgermeister Jörg Hetzinger. Nachdem es die Schlecker-Filiale nicht mehr gibt, steht eine Drogerie ganz oben auf der Wunschliste. Auf der Tagesordnung stehen darüber hinaus eine südliche Entlastungsstraße, die Entwicklung des neuen Industriegebietes Schreienwiesen sowie die restliche Planung des Hochwasserrückhalteraums Urbach-Plüderhausen.