Gemeinschaftsschulen im Land Pädagogen fordern Garantie

Thomas Dreher vom Förderverein Realschule übergibt Kultusminister Andreas Stoch 8000 Unterschriften für den Erhalt der Realschule. Das unterstützen Irmtrud Dethleffs-Niess (Realschullehrerverband) und Kurt Pilsner für die Rektoren. Timm Kern (FDP, vierter von links) und Stefan Fulst-Blei (SPD, ganz rechts) bilden die parlamentarischen Beobachter. Thomas Dreher vom Förderverein Realschule übergibt Kultusminister Andreas Stoch 8000 Unterschriften für den Erhalt der Realschule. Das unterstützen Irmtrud Dethleffs-Niess (Realschullehrerverband) und Kurt Pilsner für die Rektoren. Timm Kern (FDP, vierter von links) und Stefan Fulst-Blei (SPD, ganz rechts) bilden die parlamentarischen Beobachter. Thomas Dreher vom Förderverein Realschule   übergibt Kultusminister Andreas Stoch 8000 Unterschriften für den Erhalt der Realschule. Das unterstützen Irmtrud Dethleffs-Niess (Realschullehrerverband) und Kurt Pilsner für die Rektoren. Timm Kern (FDP, Vierter von links) und Stefan Fulst-Blei (SPD, ganz rechts) bilden die parlamentarischen Beobachter. Foto: dpa
Thomas Dreher vom Förderverein Realschule übergibt Kultusminister Andreas Stoch 8000 Unterschriften für den Erhalt der Realschule. Das unterstützen Irmtrud Dethleffs-Niess (Realschullehrerverband) und Kurt Pilsner für die Rektoren. Timm Kern (FDP, vierter von links) und Stefan Fulst-Blei (SPD, ganz rechts) bilden die parlamentarischen Beobachter. Thomas Dreher vom Förderverein Realschule übergibt Kultusminister Andreas Stoch 8000 Unterschriften für den Erhalt der Realschule. Das unterstützen Irmtrud Dethleffs-Niess (Realschullehrerverband) und Kurt Pilsner für die Rektoren. Timm Kern (FDP, vierter von links) und Stefan Fulst-Blei (SPD, ganz rechts) bilden die parlamentarischen Beobachter. Thomas Dreher vom Förderverein Realschule übergibt Kultusminister Andreas Stoch 8000 Unterschriften für den Erhalt der Realschule. Das unterstützen Irmtrud Dethleffs-Niess (Realschullehrerverband) und Kurt Pilsner für die Rektoren. Timm Kern (FDP, Vierter von links) und Stefan Fulst-Blei (SPD, ganz rechts) bilden die parlamentarischen Beobachter. Foto: dpa

Die Realschulen befürchten, dass sie zu Gunsten der Gemeinschaftsschulen abgewickelt werden sollen. Der Kultusminister Stoch sagt aber, wenn die individuelle Förderung stimme, sei ihm egal, welches Schild an der Tür hänge.

Landespolitik: Renate Allgöwer (ral)
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Stuttgart - Die Landtagsopposition und Interessenvertreter der Realschule haben von der Landesregierung eine Bestandsgarantie für die Realschule gefordert. Lehrer, Rektoren und der Förderverein Realschule Baden-Württemberg übergaben Kultusminister Andreas Stoch (SPD) am Rande der Plenarsitzung 8000 Unterschriften. Die Unterzeichner setzen sich für eine Fortentwicklung der Realschule ein, wollen sie aber als eigenständige Schulart erhalten, betonte Irmtrud Dethleffs-Niess, die Vorsitzende des Realschullehrerverbandes. Sie warnte davor, Realschulen vorschnell in Gemeinschaftsschulen umzuwandeln und den Abschluss Mittlere Reife zu verwässern.

„Wir stehen für eine bestimmte Pädagogik. Bei uns sind Lehrer Lehrer und nicht Lernbegleiter“, betonten die Realschullehrer. Auf den „vollkommenen Paradigmenwechsel“ zur Gemeinschaftsschule seien die Lehrer und auch die Lehramtsstudenten nicht vorbereitet.

Mehr Geld für individuelle Förderung verlangt

Der Verband verlangt angesichts der großen Leistungsunterschiede der Realschüler mehr Mittel für die individuelle Förderung. Dabei müssten alle Schularten gleich behandelt werden, sagte Dethleffs-Niess mit Blick auf die Gemeinschaftsschule, die ihrer Meinung nach mehr Möglichkeiten zur Förderung hat.

Kultusminister Stoch sagte den Realschulvertretern, „wir wären als Wirtschaftsland falsch beraten, wenn wir den Abschluss in Frage stellen würden“. Auch die Industrie- und Handelskammern (IHKs) im Land plädieren für den Erhalt der Realschulen. Weit mehr als die Hälfte der Lehrlinge seien Realschulabsolventen, erklärte Andreas Richter, der Hauptgeschäftsführer der IHK Region Stuttgart.

Befürchtungen nicht begründet

Befürchtungen, die Realschule werde „abgewickelt“ nannte Stoch nicht begründet. In der Plenardebatte warf er der CDU vor, sie schüre mit ihrer Kampagne „Pro Realschule“ Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung. Die Realschulen seien „eine Stütze des Bildungssystems“. die Weiterentwicklung könne aber nicht an ihnen vorbeigehen. Bei der bevorstehenden Reform der Bildungspläne würden sie jedoch „nicht ins Hintertreffen geraten“. Stoch sieht kein Problem darin, wenn die Realschulen mehr individuelle Förderung entwickeln und neben dem Realschul- auch den Hauptschulabschluss anbieten würden. Ihm sei dann „egal, welches Schild an der Türe hängt“.

CDU und FDP befürchten jedoch, dass die Regierung nur dann mehr Fördermöglichkeiten anbietet, wenn die Schulen sich zu Gemeinschaftsschulen entwickeln. Timm Kern (FDP) konstatiert, „solange Gymnasien und Realschulen bestehen, werden die Gemeinschaftsschulen nicht funktionieren.“ Die Regierung müsse somit den Realschulen das Wasser abgraben. Er setzt sich für eine „Realschule plus“ ein. Dabei sollen Schüler in einem zusätzlichen Schuljahr auf den Wechsel auf ein allgemein bildendes Gymnasium vorbereitet werden. Bisher besuchen Realschüler meist berufliche Gymnasien. Die Regierung lehnt das Konzept ab.

Kein Zwang zur Gemeinschaftsschule

Karl-Wilhelm Röhm (CDU) verlangte neben der Bestandsgarantie sofort sachliche und personelle Hilfen für die Realschulen und einen eigenen Bildungsplan, damit die Qualität der Mittleren Reife erhalten bleibe. Die Grünen-Abgeordnete Muhterem Aras verwahrte sich gegen den Vorwurf, die Regierung stelle die Realschule in Frage. Stefan Fulst-Blei (SPD) erklärte, die Gemeinschaftsschule sei ausdrücklich eine „Reformoption“, niemand sei gezwungen sie zu wählen.

Zum wiederholten Mal bemühte sich die Opposition vergeblich, die Regierung zu klaren Aussagen über die weitere Schulentwicklungsplanung zu bewegen. Man werde die regionale Schulentwicklung „in den nächsten Wochen und Monaten ins Werk setzen“, sagte der Kultusminister. Das einzige Ziel müsse dabei sein „möglichst viele Standorte zu erhalten und die Qualität des Bildungswesens zu bewahren“. Mit der Planung solle „zufälliges Schulsterben“ verhindert werden.

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