Generalsanierung eines Kulturdenkmals 2025 beginnt Umbau im Kirchheimer Kornhaus

Seit über vier Jahren steht das Kornhaus im Herzen Kirchheims leer. Foto: Elke Hauptmann

Das 500 Jahre alte Gebäude in Kirchheim/Teck steht seit Jahren leer. Immer wieder wurde die Sanierung verschoben. Im nächsten Jahr soll es nun endlich losgehen. Die Arbeiten werden gut drei Jahre dauern. Das ist geplant.

Das historische Kornhaus im Herzen der Stadt Kirchheim steht seit Langem leer. 2020 wurde die Städtische Galerie geschlossen, vier Jahre zuvor hatte bereits das Städtische Museum seine Ausstellungsflächen räumen müssen. Grund dafür sind der schlechte bauliche Zustand des denkmalgeschützten Gebäudes und der mangelhafte Brandschutz, die eine Generalsanierung erforderlich machen. Der aktuellen Planung der Stadtverwaltung zufolge sollen die Bauarbeiten nun im ersten Quartal des kommenden Jahres beginnen.

 

Kosten deutlich gestiegen

Endlich, werden wohl viele Kirchheimer sagen. Denn geplant wird der Umbau des aus dem 16. Jahrhundert stammenden Kornhauses bereits seit rund sechs Jahren. Nach einem Architektenwettbewerb und vielen Planungsrunden war eigentlich alles startklar. Doch aus Kostengründen wurde die Verjüngungskur für die alternde Schönheit mehrfach aufgeschoben. Jetzt soll es definitiv losgehen: Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung den Weg freigemacht für die nächsten Schritte – obwohl das Bauprojekt deutlich teurer wird als zuletzt kalkuliert. 2021 ging die Verwaltung noch von rund 13 Millionen Euro aus, jetzt sind es gut 17 Millionen Euro.

Ein Grund für die Mehrkosten neben den allgemeinen Preissteigerungen ist, wie Oberbürgermeister Pascal Bader in der Ratsvorlage darlegt, eine Planänderung: „Durch den Beginn des Ukrainekriegs im Februar 2022 kam es zur Gaskrise. Im Herbst 2022 kristallisierte sich heraus, dass Gas nicht das Heizmedium erster Wahl ist.“ Gleichzeitig wurde der kommunale Wärmeplan erarbeitet. Für die Kirchheimer Innenstadt ist dabei ein Nahwärmenetz geplant, das über Heizzentralen mit Wärme aus erneuerbaren Energien und Abwärme versorgt werden soll. Die Verdoppelung des mit Gas betriebenen Blockheizkraftwerks (BHKW), wie es ursprünglich vorgesehen war, passt nicht in dieses Konzept. So verbleibt es vorübergehend im Untergeschoss des Kornhauses. Erst, wenn die neue Nahwärmezentrale gebaut ist, soll es abgeschaltet werden.

Alles muss raus – vom Keller bis zur Decke

Die geplanten Eingriffe in das rund 500 Jahre alte Gemäuer reichen von der kompletten Entkernung über die Nutzbarmachung des Gewölbekellers bis hin zum Einbau eines Multifunktionssaals unter dem Dach für Gemeinderatssitzungen und Veranstaltungen. „Die Sanierungsarbeiten vom Erdgeschoss bis ins Dachgeschoss können ohne Einschränkungen durchgeführt werden“, informiert Bader. Im zweiten Bauabschnitt folgt der Ausbau im Untergeschoss, wo eine Ausstellungsfläche entstehen wird und Technikräume sowie die neue Hausmeisterwerkstatt eingerichtet werden.

Noch in diesem Jahr sollen die Handwerkerleistungen europaweit ausgeschrieben werden, der Umbau könnte dann Anfang 2025 beginnen und im Sommer 2028 abgeschlossen werden. Der Einbau des Städtischen Museums wird nochmals ein paar Monate beanspruchen, sodass mit einer Einweihung frühestens im vierten Quartal 2028 zu rechnen ist.

Mit der Generalsanierung und Neuausrichtung des Kornhauses will die Teckstadt „ein offenes Haus, einen Ort für die Kirchheimer Geschichte, der Kunst und Kultur, der Begegnung, des Verweilens, des Vermittelns, der Kommunikation, der Integration und der Repräsentation sowie der politischen Teilhabe schaffen“, heißt es auf der städtischen Homepage unter www.kirchheim-teck.de. Dort wird auch umfangreich über die Umbaupläne des beauftragten Architektenbüros Cheret Bozic informiert.

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