Generalsanierung in Münchingen Im Rathaus gehen bald die Lichter aus

Von Stefanie Köhler 

Das Münchinger Rathaus muss von Oktober an saniert werden. Dazu müssen 20 Mitarbeiter vorübergehend umziehen – und auch die Bürger müssen den Service der Verwaltung an anderer Stelle beantragen.

Das Münchinger Rathaus stammt von 1599, nun  braucht es feuerfestere Türen und eine neue Brandmeldeanlage. Foto: factum/Granville
Das Münchinger Rathaus stammt von 1599, nun braucht es feuerfestere Türen und eine neue Brandmeldeanlage. Foto: factum/Granville

Korntal-Münchingen - Im Herbst gehen im Münchinger Rathaus die Lichter aus, auch das Wasser wird dann abgedreht. Statt warm und hell wird es laut und staubig sein, denn von Oktober an verwandelt sich das historische Fachwerkgebäude für etwa sechs Monate in eine Großbaustelle – und bleibt während dieser Zeit vorübergehend geschlossen für Mitarbeiter und Bürger.

Die Stadt Korntal-Münchingen muss alte Elektroleitungen erneuern lassen und außerdem die Auflagen des aktuellen Brandschutzgutachtens vom Januar 2018 umsetzen. Dazu müssen zum Beispiel alle Türen zum Haupttreppenhaus gegen feuerfestere ausgetauscht werden, auch braucht das Rathaus eine vollflächige Brandmeldeanlage, die mit der Feuerwehrleitstelle in Ludwigsburg verbunden ist – andernfalls müsste als zweiten Rettungsweg eine externe Fluchttreppe eingebaut werden. Die Elektroinstallation, die EDV- und Telefonverkabelung müssen komplett erneuert werden.

Alle Dienstleistungen der Verwaltung werden angeboten

Für die Bürger ändert sich während der Bauarbeiten die Adresse, an der sie den Bürgerservice finden, also Meldeamt, Standesamt und Rentenberatung: Die vier zuständigen Mitarbeiterinnen ziehen übergangsweise in den Widdumhof, wo bis Ende März noch die Postfiliale in einem Schreibwarenladen untergebracht war.

„Alle Dienstleistungen werden auch während der Rathaussanierung zu den üblichen Öffnungszeiten im Stadtteil Münchingen angeboten“, versichert Angela Hammer, die Sprecherin der Stadt. Dafür werden die leeren Räume der Postfiliale für etwa 40 000 Euro entsprechend umgebaut. Die Handwerker versetzen Wände, installieren eine neue EDV-Anlage, erneuern die Elektroanlage und die Beleuchtung.

Die restlichen der 20 Rathaus-Mitarbeiter arbeiten zwischen Herbst und Frühjahr im Rathaus Korntal und im Technischen Rathaus. Dort sind seit dem Auszug des Notariats Räume frei. Zusätzlich werden bis zu 100 laufende Meter Akten und Mobiliar verlegt. Die Stadt geht von einem schnellen Umzug aus. „Alle Mitarbeiter werden innerhalb von zwei Tagen wieder normal arbeiten können“, sagt Angela Hammer.

Das Rathaus wurde 1599 gebaut

Mit der Sanierung des Rathauses kommen auf Korntal-Münchingen Kosten von rund einer Million Euro zu. Die Stadt hofft allerdings auf Fördermittel, weil das Rathaus denkmalgeschützt ist und im Sanierungsgebiet Münchingen liegt. Durch die finanzielle Hilfe würden sich die Kosten für die Kommune halbieren.

Das Rathaus Münchingen hat eine lange Geschichte: Es wurde im Jahr 1599 erbaut. Nachdem es 1644 im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden war, wurde es 1687 als Fachwerkgebäude mit Kelter an selber Stelle neu errichtet. Bei der Renovierung 1956/57 wurde die ursprünglich sieben Meter hohe Kelter entfernt, eine großzügige Innentreppe eingebaut und ein Zwischengeschoss eingefügt – womit sich die Zahl der Amtsräume verdoppelte. Seit der Gemeindereform im Jahr 1975 ist in Münchingen der Sitz des Bürger- und Liegenschaftsamts sowie der Verwaltungsstelle.




Veranstaltungen

Unsere Empfehlung für Sie