Generationswechsel Schlank und rank

Von Stefan Grundhoff/Bettina Mayer 

Audi erfindet seinen Luxus-SUV Q7 nicht neu, macht ihn aber bei gestiegenem Komfort viel leichter. Mehr als 300 Kilogramm wurden eingespart.

Leichter geworden, aber immer noch markant: Audi Q7 in neuer Ausführung. Foto: Audi
Leichter geworden, aber immer noch markant: Audi Q7 in neuer Ausführung. Foto: Audi

Die zweite Q7-Generation ist kaum wiederzuerkennen: Das liegt am komplett neu gestalteten Innenraum mit animiertem Cockpit und allerlei High-Tech-Dreingaben. Aber auch, weil Audis größter SUV einer eindrucksvollen Abspeckkur unterworfen wurde. Schon nach ein paar Kurven ist der Fahrer fest der Meinung, man wäre mindestens eine Klasse kleiner unterwegs. 'Mit 325 Kilogramm weniger Gewicht setzt er den Benchmark im Wettbewerb', unterstreicht Audis Chef-Entwickler Ulrich Hackenberg, 'der Q7 ist nun 26 Prozent effizienter.'

Na ja, dafür fordert der Händler aber auch mindestens 60 900 Euro ein. 530 000 verkaufte Fahrzeuge unterstreichen, dass sich das bisherige SUV-Top­modell der Ingolstädter reger Nachfrage erfreute. Der Unterschied zum neuen Audi Q7 ist bei ähnlichen Dimensionen jedoch größer denn je. Daran hat das reduzierte Gewicht maßgeblich Anteil, aber auch die höhere Karosseriesteifigkeit, der niedrigere Schwerpunkt und die erstmals auf Wunsch erhältliche Vierradlenkung, die den Wendekreis um gut einen Meter reduziert.

Per Taster lassen sich verschiedene Fahrprogramme ansteuern

Viel Detailliebe haben die Audi-Entwickler in die Abstimmung von Fahrwerk und insbesondere des Fahrkomforts gelegt. Rollte der Vorgänger gerade bei üppigen Radgrößen hölzern ab, so schwebt er nunmehr lässig und leicht über alles weg, was aus der Fahrbahn herausragt. Per Taster lassen sich verschiedene Fahrprogramme ansteuern, die angenehm deutlich weit gespreizt sind und den Fahrer echte Unterschiede bei Feder-Dämpfer-Abstimmung, Gasannahme und Lenkung spüren lassen. Das ändert nichts daran, dass sich die präzise Lenkung des Q7 zu leicht anfühlt und der Audi im Komfortmodus am stimmigsten unterwegs ist. Exzellent: die Abstufung der achtstufigen Getriebeautomatik. Bei den Motoren sind zunächst nur Sechszylinder im Angebot.

Erwartetes Volumenmodell in Europa ist der 200 kW/272 PS starke V6-Diesel mit drei Liter Hubraum und 600 Nm maximalem Drehmoment, der den Fünf-Meter-Koloss souverän und dynamisch antreibt. Dafür genehmigt sich der obligatorische Allradler 5,7 Liter Diesel auf 100 Kilometern. Er schafft den Spurt von null auf Tempo 100 in kaum mehr als sechs Sekunden. Die maximale Höchstgeschwindigkeit liegt bei 234 km/h. Selbst der 218 PS starke Spardiesel, ebenfalls mit drei Liter Hubraum und sechs Zylindern, verbraucht mit 5,5 Litern kaum weniger. 'Zeitnah' kündigt Audi einen leistungsstarken V8-Diesel als Q7-Sportversion an. Mit der neuen Motorengeneration wird es auch einen aufgeladenen V8-Benziner mit mehr als 400 PS geben.

Nicht so überzeugend zeigt sich der modifizierte Drei- Liter-Benziner mit seinen 333 PS und 250 km/h Spitze, der den Q7 zwar drehfreudig, jedoch blass und angestrengt antreibt. Modern und technisch zeigt sich der Audi Q7 im Innenraum. Die zahlreichen Verstellmöglichkeiten der komfortablen Sitze bekommen viele Konkurrenten besser hin. Wer sich erst einmal an die Bedienung am Sitz gewöhnt hat, findet seine perfekte Sitzposition - wundert sich jedoch über die zu schlappe Sitzklimatisierung und die nur manuell verstellbaren Kopfstützen.

Klasse ist das Platzangebot im Fond, wo auch groß gewachsene Personen bequem sitzen. Auf Wunsch wird der Q7 zum Siebensitzer mit bis zu sechs Kindersitzen oder glänzt mit einer komplett ebenen Ladefläche. Gut und präzise abzulesen ist das animierte Cockpit. Je nach Präferenz des Fahrers lässt sich sein Inhalt variieren und um ein Head-up-Display im oberen Sichtfeld ergänzen. Das Ladevolumen des Audi Q7 liegt je nach Sitzkonfiguration zwischen 295 und 2075 Litern; einfach zu beladen durch die serienmäßig elektrische Heckklappe.