Gentechnik und menschliche Embryos Das geht zu weit

Eingefrorene Embryos können in Großbritannien zur Forschung benutzt werden. Foto: dpa
Eingefrorene Embryos können in Großbritannien zur Forschung benutzt werden. Foto: dpa

Es wird immer Wissenschaftler geben, die machen wollen, was machbar ist. Ihre Argumente sind stets medizinischer Natur: Kranke sollen geheilt werden. Die Veränderung von menschlichen Embryos im Labor geht aber zu weit, schreibt Tanja Volz.

Wissenschaft: Tanja Volz (vz)
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Stuttgart - Das Tabu ist gebrochen: Britischen Genetikern ist erlaubt, menschliche Embryos im Labor gentechnisch zu verändern. Das ist ein Engriff in die Keimbahn. Es bedeutet, dass die gezielten genetischen Manipulationen an die Nachkommen weitergegeben werden. Aufgeschreckt von den neuen Möglichkeiten in der Gentechnik haben sich erst vor wenigen Wochen führende internationale Wissenschaftler aller Fachrichtungen in Washington zu einem Gengipfel getroffen, um die wissenschaftlichen Möglichkeiten und die daraus resultierenden ethischen Probleme zu diskutieren. Sie haben sich darauf geeinigt, dass moralische Grenzen ohne gesellschaftlichen Konsens nicht überschritten werden sollten: Der Eingriff in die Keimbahn ist eine solche Grenze, das haben die Wissenschaftler klar definiert.

Es wird immer Forscher geben, die ihre Forschungen aus ethischen Gründen hinterfragen und sich ihrer besonderen Verantwortung bewusst sind. Es wird aber auch immer Wissenschaftler geben, die machen wollen, was machbar ist. Ihre Argumente sind stets medizinischer Natur: Kranke sollen geheilt werden. Doch dazu muss man nicht in die Keimbahn eingreifen. Zunächst gilt es, die neuen gentechnischen Methoden an Zellen zu erforschen, die nichts mit dem Nachwuchs zu tun haben. Der Tabubruch ist dafür überflüssig.




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