Genuss in Fellbach Beim Weintreff nimmt auch der Sekt eine gewichtige Rolle ein
Die erste Württemberger Sektmeisterschaft ist ein Höhepunkt der zweitägigen Genussmesse in Fellbach. Ins Finale haben es sechs Weinmacher aus der Region geschafft.
Die erste Württemberger Sektmeisterschaft ist ein Höhepunkt der zweitägigen Genussmesse in Fellbach. Ins Finale haben es sechs Weinmacher aus der Region geschafft.
Bekannt ist das Remstal unter Weinfreunden vor allem für seinen Riesling. Zwischen Kappelberg und Korber Kopf gedeihen charaktervolle Tropfen mit feiner Fruchtigkeit, zartem Schmelz und eleganter Säure. Bei den roten Rebsorten sind der Lemberger und zunehmend auch der Spätburgunder die Aushängeschilder für guten Genuss – und mit ein Grund, weshalb die Weinmacher aus der schwäbischen Toskana bei Wettbewerben regelmäßig auf dem Treppchen stehen.
Bisher deutlich weniger weit reicht der Ruf, den sich das Remstal als Standort für prickelnde Trinkfreude erworben hat – obwohl es mittlerweile etliche Winzer gibt, die das Spiel mit Degorgieren und Dosage im Schlaf beherrschen. Was wie beim französischen Vorbild in traditioneller Flaschengärung entsteht, muss sich oft keineswegs hinter Schaumwein aus der Champagne verstecken – auch wenn sich der Qualitätszuwachs hiesiger Sekthersteller beim Rotkäppchen-Publikum noch nicht wirklich herumgesprochen hat.
Der Mangel beim Bekanntheitsgrad soll sich ändern: Bei dem vom Verein Remstal-Tourismus am kommenden Wochenende, 28. Februar und 1. März, in der Alten Kelter in Fellbach (Rems-Murr-Kreis) veranstalteten Weintreff wird erstmals auch die württembergische Sektmeisterschaft ausgetragen. Ausrichter ist die Zeitungsgruppe Stuttgart mit Stuttgarter Zeitung und Stuttgarter Nachrichten, gekürt wird der Sieger am Sonntag vom Publikum. Weinkolumnist Michael Weier wird die vor der Preisvergabe geplante Verkostungsrunde moderieren – und erklären, was einen guten Winzersekt ausmacht.
Verraten sei vorab nur so viel: Von den sechs Weinbaubetrieben aus Württemberg, die es ins Finale des Wettbewerbs geschafft haben, stammen gleich vier aus dem Remstal. Konkret sind das neben dem Weingut Aldinger aus Fellbach auch die Remstalkellerei aus Beutelsbach, das Weingut Kern aus Kernen-Rommelshausen und die Familie Mayerle vom Bauersberger Hof bei Remshalden. Ergänzt wird das Remstal-Quartett bei der Premiere der Sektmeisterschaft vom Collegium Wirtemberg aus Stuttgart-Rotenberg und von dem in Sachsenheim-Ochsenbach im Kreis Ludwigsburg ansässigen Weingut von Georg und Anja Merkle.
Die spannende Frage, ob nun „F. vom Jupiter“, der „No. 531 blanc“ oder „Wildspontan Crémant Rosé“ das Rennen machen, entscheidet sich erst am Sonntagnachmittag. Gekürt wird der Sieger der Württemberger Sektmeisterschaft um 13.30 Uhr. Höhepunkt des Veranstaltungsauftakts am Samstag ist die Verleihung des Ehrentitels „Remstäler des Jahres“ – eine Auszeichnung, die in den vergangenen Jahren an Persönlichkeiten wie den Rennfahrer Bernd Mayländer, Kärcher-Chef Hartmut Jenner oder die Opernsängerin Melanie Diener ging.
Die Botschafter erhalten die vom Strümpfelbacher Bildhauer Karl Ulrich Nuss gestaltete Bronzeskulptur „Krählesbinder“ – ein Symbol für die Aufgabe des Tourismusvereins, Menschen, Städte und Gemeinden, Aktionen und Ideen rund um Wein, Gastronomie, Naherholung und Kultur im Remstal zu bündeln. Neu ist, dass der Name des Preisträgers, in früheren Jahren schon im Vorfeld kein Geheimnis, jetzt erst bei der Verleihung der Auszeichnung bekanntgegeben wird.
Besucher des Weintreffs in der Alten Kelter dürfen sich allerdings auch abseits prickelnder Genüsse und lobender Worte über ein breites Angebot freuen. Neben zahlreichen Weingütern und Genossenschaften aus dem Remstal, präsentieren sich erneut regionale Handwerker mit Produkten vom Cider über Öl und Bier bis zum Schnaps. Ebenso wie hochprozentige Produkte werden in der Alten Kelter aber auch alkoholfreie Erzeugnisse der hiesigen Winzer ausgeschenkt.
Bei sieben kommentierten Weinproben widmet sich Harald Scholl, Chefredakteur des Fachmagazins Vinum, dem Genuss – nicht nur als kompetenter Weinexperte, sondern auch als passionierter Hobbykoch. „Wein ist für mich kein Prüfungsfach, sondern ein Gespräch – über Herkunft, Handwerk und den Moment am Tisch. Genau das möchte ich beim Weintreff in Fellbach in jeder Probe erlebbar machen: große Remstal-Weine, verständlich erklärt und mit richtig viel Lust auf Genuss“, hat er im Vorfeld der Veranstaltung versprochen.
Die 28. Auflage der zweitägigen Genussmesse findet am 28. Februar und 1. März jeweils von 11 bis 18 Uhr in der Alten Kelter in Fellbach statt. Der Eintrittspreis beträgt 28 Euro für das Tagesticket, die Wochenendpauschale für beide Tage ist für 38 Euro erhältlich. Mit am Start sind insgesamt 41 private Weingüter und die beiden großen Genossenschaften, außerdem präsentieren unterm spektakulären Fachwerkgebälk insgesamt zehn Sonderaussteller sich und ihre Produkte.
Im Ticketpreis enthalten sind jeweils ein Einkaufsgutschein, alle Kostproben sowie im Vorverkauf zusätzlich ein VVS-Kombiticket zur Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Tickets sind erhältlich beim Remstal Tourismus in Endersbach, in den Tourist-Informationen in Fellbach, Schorndorf, Schwäbisch Gmünd und Waiblingen sowie online unter www.remstal.de/weintreff. Dort steht auch die Verkostungsliste zum Download bereit.