Auf der „Tisch & Tafel“ in Fellbach gibt es exquisite Spezialitäten und handgemachte Produkte. Die Highlights vom Wochenende zeigt unsere Bildergalerie.

Rems-Murr: Chris Lederer (cl)

Der Duft zieht sofort in die Nase: warm, erdig, mit einer feinen Knoblauchnote. Den Stand von Alex Keck würde man wohl auch mit geschlossenen Augen finden. „Na, heute schon getrüffelt?“, fragt er und blickt erwartungsvoll zu seinem Gegenüber. Falls nicht, kein Problem: Der gebürtige Berliner reicht ein Stückchen Weißbrot, frisch in warme Trüffelbutter getunkt. Kaum probiert, breitet sich das intensive Aroma aus – und für einen Moment scheint der Messetrubel in der Alten Kelter in Fellbach stillzustehen.

 

Nur wenige Schritte weiter warten die nächsten Genüsse und Feinköstlichkeiten der Messe „Tisch & Tafel“. In den Hallen reihen sich Manufakturen und Produzenten mit ihren Spezialitäten aneinander: Mediterrane Meze stehen neben würziger Salami, gereiftem Käse, handgemachten Saucen und süßen Versuchungen wie Käsekuchen und Pralinen. Dazu kommen schwäbische Klassiker wie Maultaschen ebenso wie internationale Häppchen – etwa afrikanische Spezialitäten. In den Gläsern funkeln Wein, Gin, Whiskey und Bier, daneben bieten Stände Limonaden oder Teegetränke an. Typisch für die Messe: Hinter den Tischen stehen meist die Hersteller selbst. Sie erzählen von ihren Produkten und laden zum Probieren ein.

Winzer Beyer begeistert Fellbach mit 14 erlesenen Weinen

Winzer Jan Christoph Beyer ist aus dem rheinhessischen Bechtheim nach Fellbach gekommen, um 14 seiner Weine vorzustellen und mit den Gästen ins Gespräch zu kommen. Genau dieser direkte Austausch ist es, der viele anzieht. „Wir sind im dritten Jahr dabei – sowohl bei der Herbstmesse ,Speis & Trank‘ als auch bei der Frühjahrsmesse ,Tisch & Tafel‘. Ich finde beide Konzepte gut“, sagt Beyer. Auch seine Stammgäste nutzen die Gelegenheit, um die aktuellen Weine und Sekte zu probieren – und gleich Bestellungen aufzugeben.

Am Stand von Sergio Muto erklärt Martina Ueberschaar, warum das Pesto des Weltmeisters so besonders ist. Entscheidend seien die Zutaten, die ihr Mann verwendet: kleinblättriges Basilikum aus Genua, gutes Olivenöl, Pinienkerne und guter Hartkäse. Industriell hergestelltes Pesto schmecke dagegen oft bitter, etwa durch das Pasteurisieren, und enthalte häufig weniger hochwertige Zutaten wie Sonnenblumenöl oder Cashewkerne, sagt die Stuttgarterin.

Wie groß die Begeisterung bei vielen Gästen ist, zeigen Isabell Walter und Marion Spieth aus Fellbach. Die Zwillinge sind Stammgäste auf der Messe. „Wir machen immer erst eine ausgiebige Probierrunde und danach eine Abholrunde, auf der wir unsere Einkäufe dann einsammeln“, erzählen sie lachend. Dieses Mal hat jede von ihnen gut und gern rund 200 Euro ausgegeben – für Käsekuchen, griechisches Olivenöl und einen mannshohen Designhasen für die Wohnung.

Für die beiden gehört der Besuch in der Alten Kelter längst zum festen Programm. „Es ist einfach mega hier, weil man mit den Herstellern sprechen kann und viele kleine Manufakturen vertreten sind“, sagt Isabell Walter. Die Leute seien offen, und es mache Spaß, die Manufakturen zu unterstützen. „Ich komme am Sonntag mit meinem Mann gleich noch einmal her“, verrät Marion Spieth.

Isabell Walter und Marion Spieth sind Stammgäste auf der Messe. Foto: Chris Lederer

Ein paar Stände weiter duftet es nach Vanille und Gewürzen. Herbert Herdeg hilft seiner Tochter Vanessa aus Backnang beim Verkauf ihrer Duftkerzen. Sie bestehen aus Bio-Sojawachs, kommen ohne Paraffin aus, rußen nicht und brennen rund 40 Stunden – auch das passt zum Konzept der Messe, bei der viele Anbieter auf handwerkliche Herstellung und hochwertige Zutaten setzen. „Am liebsten mag ich die, die nach Erdbeeren und Sahne riechen – die erinnern mich an Bonbons aus meiner Kindheit“, sagt er.

„Schöne Dinge des Lebens“: Salvatore und Strauß begeistern seit 2015

Luca Salvatore organisiert die „Tisch & Tafel“ gemeinsam mit seiner Frau Elena Strauß. Die beiden sind im Hauptberuf Messebauer und haben sich mit ihren Veranstaltungen ein eigenes Format geschaffen. „Wir wollten Messen machen mit den schönen Dingen des Lebens: Essen, Trinken, Wohnen“, sagt Salvatore. Die Genussmesse gibt es seit 2015. In diesem Frühjahr findet sie bereits zum elften Mal statt. Zusammen mit der Herbstmesse „Speis & Trank“ ist es inzwischen die 20. Veranstaltung, die das Paar organisiert.

Rund 100 Aussteller präsentieren auf der „Tisch & Tafel“ ihre Produkte, etwa 60 Prozent aus dem Food-Bereich und 40 Prozent aus dem Non-Food-Segment. Über beide Tage verteilt kommen meist zwischen 4500 und 6500 Besucher. „Für viele ist das ein Pflichttermin – sie kaufen hier direkt bei den Herstellern ihren Nachschub ein“, sagt Salvatore. Große Messehallen seien für das Konzept nie infrage gekommen. Die Alte Kelter mit ihrem besonderen Ambiente sei genau der richtige Ort. Ein Problem bleibe allerdings: Parkplätze seien knapp. „Das ist unsere Achillesferse“, räumt der Veranstalter ein.

Am Trüffelstand von Alex Keck bleibt auch ein 89-jähriger Fellbacher stehen. Weißbrot mit Trüffelbutter lässt er sich nicht entgehen, kostet – und überlegt kurz. „Das hat einen komischen Nachgeschmack“, sagt der Senior und schmunzelt. „Das schmeckt nach mehr!“