Genusstour (4): S` Dirlis Fischerstube Hier kommt Fisch auf den Tisch

Ein einfaches, aber wirksames Erfolgsrezept: Priska (links) und Claudia Maurer kochen so, wie sie auch selber gerne essen. Foto: Heinz Siebold
Ein einfaches, aber wirksames Erfolgsrezept: Priska (links) und Claudia Maurer kochen so, wie sie auch selber gerne essen. Foto: Heinz Siebold

In S‘Dirlis Fischerstube am Oberrhein wird eigener Fisch serviert. Seit zwölf Jahren existiert das Familienunternehmen.

Baden-Württemberg: Heinz Siebold (sie)
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Rheinhausen-Oberhausen - Das nennt man eine klare Arbeitsteilung: Die Männer fischen und die Frauen bringen den Fang dann auf den Tisch. Diese Kooperation findet nicht im privaten stillen Kämmerlein, sondern in aller Öffentlichkeit statt: S'Dirlis Fischerstube in Rheinhausen-Oberhausen im südbadischen Kreis Emmendingen, das nicht zu verwechseln ist mit dem gleichnamigen Ort bei Karlsruhe. Nur ein paar Kilometer vom Rhein entfernt, wie schon der Name Rheinhausen andeutet. S' Dirlis ist ein Familienunternehmen. Zwei Brüder und ihre Ehefrauen, eine Schwägerin und die erwachsenen Kinder sind damit beschäftigt, den Fisch zu fangen, ihn zuzubereiten und einer überaus zufriedenen Kundschaft zu servieren: Zander, Wels, Rotbarsch, Hecht, Bachforelle und manchmal sogar Flusskrebse.

Zwölf Jahre gibt es das Restaurant jetzt, und Küche und Wirtsstube sind die Domäne der Energiebündel Priska und Claudia Maurer. Sie wirken wie zwei Schwestern, sind aber Schwägerinnen, Priska ist mit Theo und Claudia mit Reinhard Maurer verheiratet. Die Maurer-Brüder stehen in einer sehr langen Tradition, denn ihre Vorfahren sind nachweislich schon seit dem 16.Jahrhundert Fischer am Rhein. Das Fischereirecht ist seither immer vom Vater auf den Sohn übergegangen, derzeit ist Reinhard der Fischer. Theo assistiert am Wochenende, sonst arbeitet er als Techniker in Freiburg. Die Männer halten sich aus dem Restaurant heraus, anfangs waren sie mit dabei, aber dann haben sie erkannt: das ist Sache der Frauen. 1987 und 1988 haben diese sich nacheinander einen Maurer an Land gezogen und sind mit den Fischern natürlich auch mitgefahren, wenn sie Ausflügler durch die Rheinauenlandschaft geschippert haben, die man den Taubergießen nennt.

Aus dem Stall und der Scheune wurde ein Wirtshaus


Weil sie aber äußerst "schaffig" sind, haben die gelernte Anwaltsgehilfin Priska und die Industriekauffrau Claudia, als die Kinder halbwegs aus dem Gröbsten raus waren, überlegt, ob sie wieder zurück in ihre Berufe gehen oder lieber das weitermachen sollen, was sie bei den Bootsfahrten als "fliegenden Service" angefangen haben: Fisch kochen oder braten und servieren. Das Elternhaus der Maurers in Oberhausen stand leer, und der Familienrat hat beschlossen, aus dem Stall und der Scheune ein Wirtshaus zu machen.

Wer die beiden Wirtinnen - Priska ist Chefin im Service, Claudia in der Küche - erlebt, weiß, wer wohl den Ausschlag für die Entscheidung gegeben hat. Das Gasthaus hatte zunächst nur einen einzigen Raum und war nur drei Tage die Woche geöffnet. "Familie hat Priorität", erklären die schönen Schwestern im Geiste mit einer Stimme. Ihre natürliche Herzlichkeit und Freundlichkeit prägen die Atmosphäre in den gastlichen und geschmackvoll eingerichteten Räumen. Es macht den beiden Spaß, nach zwölf Jahren noch immer und erst, wenn es das einmal nicht mehr macht, wollen sie aufhören.

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