Geologie und Bodenkunde des Südwestens Bodenkunde des Südwestens

Leben: Markus Brauer (mb)
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In Baden-Württemberg überwiegen verschiedene Braunerde-Typen, während Schwarzerde-Böden weniger häufig vorkommen. Braunerde entsteht durch Verbraunung und Verlehmung des Bodens. Ausgangsmaterialen sind vor allem Schluffe (Feinböden aus Sand, Ton oder Lehm sowie Ablagerungsgestein) und Kalkstein.

Parabraunerde

Dieser Bodentyp besteht aus Lösslehm. Bei Löß handelt es sich um feines Bodenmaterial, das in den Wärmeperioden der Eiszeit durch Erosion über weite Strecken transportiert und an anderer Stelle abgelagert wurde.

Lösslehm ist für den Ackerbau bestens geeignet. Die Parabraunerden der Filder-Hochfläche zählen deshalb auch zu den fruchtbarsten Böden Deutschlands.

Rund 50 Prozent der Filderböden erreichen eine Bodenwertzahl von 75 und mehr, an einigen Stellen über 90. Die Bodenwertzahl (BWZ) ist ein Vergleichswert zur Bewertung der Qualität und Fruchtbarkeit landwirtschaftlicher Böden. Vergleichsgrundlage ist die besonders ertragreiche Schwarzerde der Magdeburger Börde mit einer BWZ von 100.

Pelosol-Braunerde

Diese Erde ist tonig, steinarm, mittel- bis tiefgründig und reich an Nährstoffen. Sie kommt in Tonsteinlandschaften vor und ist im Südwesten weit verbreitet – etwa in der Region um Stuttgart.

Dieser Bodentyp besteht vorwiegend aus Tongestein und Mergel, einem Sedimentgestein, das sich je etwa zur Hälfte aus Ton und Kalk zusammensetzt.

Rendzina

Diese Böden finden sich in den Gäulandschaften und der Schwäbischen Alb. Redzina bezeichnet in der Bodenkunde und Geologie einen flachgründigen Boden, der sich auf karbonat- oder gipsreichen Gesteinen bildet.

Der Name stammt aus dem Polnischen und meint das kratzende Geräusch, das ein Pflug verursacht, wenn er über Steine gezogen wird. Dieses Kalk-, Mergel- und Dolomitgestein ist typisch für Karst und viele Gebirge. Er kann sich bei günstigen Bedingungen zu Schwarz- oder Braunerde weiterentwickeln.

Podsolige Braunerde

Braunerde aus magmatischen und metamorphen Gestein, das infolge einer Erhöhung des Umgebungsdruckes tief in der Erdkruste entsteht, ist typisch für die Hochlagen des Schwarzwalds. Im nördlichen Schwarzwald findet sich podsolige Braunerde, ein saurer, an Nährstoffen armer Bodentyp aus sandigem und lehmig-sandigem Hangschutt mit vielen Steinen.

Podsol ist der typische Boden von Nadelwäldern und auf der nördlichen Hemisphäre einer der am weitesten verbreiteten Bodentypen. Das geringe Nährstoffangebot bietet für Nadelbaumarten wie Kiefern, Fichten und Lärchen günstige Lebensbedingungen. Podsol ist im Süd- und Nordschwarzwald genauso wie in der Lüneburger Heide zu finden.

Tschernosem-Parabraunerde

Die Tschernosem-Parabraunerde ist ein Lehmboden, welcher der Schwarzerde ähnelt. Schwarzerde (auch Tschernosem genannt) ist ein Bodentyp, der sich auf kalkreichen Lockergestein wie Löss bildet und sehr fruchtbar ist. Auffallend ist die schwarz-braune Färbung, die von Humus, also organischem Material und der Zersetzung durch Bodenlebewesen herrührt.

In den Lösslandschaften Baden-Württembergs (Kaiserstuhl, Nordschwarzwald, Gäulandschaften, Schmidener Feld) findet sich häufig Tschernosem-Parabraunerde aus Löss und Lösslehm. Aufgrund der hohen Speicherfähigkeit für Nährstoffe und Wasser kann sie bei entsprechender Düngung zu fruchtbarem Ackerboden werden.

Auenböden

In den Auen und Niederterrassen an Rhein, Donau und ihren Nebenflüssen finden sich sehr unterschiedliche Bodentypen wie Kiesboden, Sandboden, lehmig-toniger Boden, sandig-schluffiger sowie kalkreicher-grauer Auenboden.

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