Die Stadtbahn soll in einigen Jahren nach Ditzingen fahren. Das ist beschlossene Sache aller Beteiligten, von der Stuttgarter Straßenbahnen AG, der Stadt Stuttgart und auch der Ditzinger. Sie alle sind an der Finanzierung des Projekts beteiligt. Die neue Linie führt über Stuttgart-Weilimdorf zum neuen Halt Stuttgart-Hausen und von dort zu einem neuen Depot an der Markungsgrenze zu Ditzingen beziehungsweise nach Ditzingen ins Gewerbegebiet, nahe der Unternehmen Trumpf und Thales.
Staatliche Zuschüsse: Chancen für die Stadtbahn zum Bahnhof
Für den Bau dieser Strecke wird zunächst die rechtliche Genehmigung eingeholt. Parallel wird diskutiert, ob die Bahnlinie nicht auch in einem zweiten Abschnitt zum Bahnhof geführt werden kann. Maßgeblich dafür ist unter anderem ein finanzieller Zuschuss des Staates. Dessen Entscheidung hängt ab von einer Kosten-Nutzen-Analyse für ÖPNV-Projekte in Deutschland, der sogenannten Standardisierten Bewertung. Deren Ergebnis liegt nun vor, wie die Stadt Ditzingen mitgeteilt hat. Liegt das Ergebnis der Bewertung über 1, so übersteigt der Nutzen die Kosten.
Das Kosten-Nutzen-Verhältnis lag bei 1,21 bis 1,3 und damit deutlich über 1, teilt die Stadt mit. Ein Wert darüber ist grundsätzlich die Voraussetzung für Zuschüsse des Bundes. Das Erreichen des Wertes ist nicht gleichbedeutend mit einer Förderzusage, machen diese laut der Stadt aber wahrscheinlich. Die Standardisierte Bewertung wurde vom Verkehrswissenschaftlichen Institut Stuttgart gemacht. Die SSB wird die Investitionskosten und die für die Stadt Ditzingen anfallenden laufenden Kosten in der Sitzungsrunde Ende April, Anfang Mai darlegen.
Der finanzielle Aspekt ist seit jeher für den Gemeinderat der entscheidende. Nicht darüber hinwegtäuschen darf daher, dass es im Herbst vergangenen Jahres hörbare Zustimmung gab für die Präsentation des SSB-Chefplaners Volker Christiani: Er hatte mit einer Animation einen Eindruck vermitteltet von einer Stadtbahnfahrt vom Ditzinger Gewerbegebiet zum Bahnhof. Doch ob die Stadtbahn jemals zum Bahnhof fahren wird, ist weiterhin völlig offen.
Zukunft der Stadtbahn: Flexibel für Gewerbe und Bahnhof
Während das Genehmigungsverfahren für den ersten Streckenabschnitt bis ins Gewerbegebiet läuft, gehen die Untersuchungen einer Strecke bis zum Bahnhof weiter. Allerdings wird der erste Abschnitt so gebaut, dass bei einer möglichen Verlängerung nicht rückgebaut werden müsste. „Wir werden jetzt nicht bauen, was wir hinterher wieder wegreißen müssen“, hatte Christiani gesagt. Er verwies damit darauf, dass die Planungen einerseits kompatibel sein werden mit einer möglichen Weiterführung bis zum Bahnhof, andererseits auch nicht die Pläne des Bahnhofumbaus torpedieren. Dort ist unter anderem noch eine Brücke über die Gleise geplant.
Anbindung und Brückenplanung im Fokus
Die Strecke ab der Haltestelle Ditzingen-Süd beträgt 2,1 Kilometer, sie umfasst die Haltestellen Hülben im Westen des Gewerbegebiets sowie den Bahnhof. Die Haltestelle am Bahnhof hat eine direkte Anbindung zur S-Bahn und zu den Bussen. Geprüft wird in diesem Zusammenhang auch, ob die Eisenbahnbrücke Calwer Straße erneuert wird. Sie wurde im Jahr 1930 gebaut, später saniert. Die Stadtbahn wird die Brücke unterqueren.