Geplantes Neubaugebiet Häugern-Nord in Weil der Stadt Streuobstflächen und Mähwiesen im Blickpunkt
Der Entwurf des Bebauungsplans für Häugern-Nord muss wegen Änderungen erneut offengelegt werden.
Der Entwurf des Bebauungsplans für Häugern-Nord muss wegen Änderungen erneut offengelegt werden.
Ein komplexes Thema mussten die neuen Weiler Gemeinderäte unmittelbar nach ihrer Verpflichtung und Einsetzung behandeln: das geplante Neubaugebiet Häugern-Nord.
Seit 2017 läuft das Verfahren für einen Bebauungsplan, der die bauliche Entwicklung des Grünzugs zwischen Weil der Stadt und Merklingen möglich machen soll. Weil sich im Laufe der Jahre einige neue Entwicklungen ergeben haben, muss der Planentwurf nun erneut öffentlich ausgelegt werden, damit Behörden, Träger öffentlicher Belange und die Öffentlichkeit Stellung dazu nehmen können, diesmal aber nur noch zu den ergänzten und geänderten Teilen. Dieser inzwischen dritten Offenlage stimmte das Gremium einheitlich zu.
Zuvor hatte die Fraktion der Grünen den ergänzten Bebauungsplanentwurf mit der Begründung abgelehnt, dass der Bericht „wesentliche Mängel“ aufweise, so Stadträtin Sabine Holmgeirsson, und gegen die Genehmigung rechtlich vorgegangen werden könne. Im Mittelpunkt steht dabei die Umwandlung von Streuobstflächen und mageren Flachland-Mähwiesen in Bauland. Entsprechende Anträge hatte die Stadt beim Landratsamt Böblingen als untere Naturschutzbehörde gestellt. Nach einer zwischenzeitlich erfolgten Beteiligung der Naturschutzverbände erteilte das Landratsamt jetzt die Genehmigung für die Umwandlung der Streuobstwiesen.
„Es geht um 2,9 Hektar geschützten Bestand, den wir nicht mehr erhalten können“, erläuterte die Planerin Inge Horn. Das Landratsamt fordert jetzt einen Ausgleich auf 3,6 Hektar mit 284 neuen Bäumen. Das bedeute vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen auf anderen und auf mehr Grundstücken als im ursprünglichen Planentwurf vorgesehen waren – und der nun entsprechend geändert werden muss.
Im Zusammenhang mit der Umwandlung der Streuobstflächen sei vom Landratsamt ebenfalls die Genehmigung zur Umwandlung von Flachland-Mähwiesen in Aussicht gestellt worden, hieß es. Auch hier sind andere Flächen bestimmt worden als im Planentwurf vorgesehen.
Die Stadträte Hans Dieter Scheerer (FDP) und Felix Mayer (SPD) plädierten für die Zustimmung zu den Ergänzungen im Planentwurf. „Wir brauchen den Wohnraum“, so Scheerer. „Es käme nahe an einen finanziellen Ruin der Stadt, wenn das Projekt scheitert“, meinte Felix Mayer.